Maurice Steger

Elbphilharmonie erklärt: Die Blockflöte

Der Blockflöten-Virtuose Maurice Steger erklärt sein Instrument.

So klingt die Blockflöte :Maurice Steger erklärt sein Instrument

  • Über Maurice Steger

    Man nennt ihn den »Paganini der Blockflöte« (NZZ): Der Schweizer Maurice Steger gehört zu den faszinierendsten Blockflötisten, Dirigenten und Musikpädagogen auf dem Gebiet der Alten Musik. Mit seiner aberwitzigen Virtuosität und seiner lebendigen Art hat er dem Instrument weltweit zu neuer Aufmerksamkeit verholfen.

»Die Blockflöte war immer ein exzentrisches Instrument.«

Steckbrief: Die Blockflöte

Aufbau: Blockflöten bestehen meist aus drei Holzteilen: Ein jeweils mit Grifflöchern versehenes Fuß- und Mittelstück sowie ein Kopfstück, auf dem der »Schnabel« sitzt – das Mundstück. Zusammengesteckt entsteht aus diesen Teilen eine Röhre, die nach unten offen und am oberen Ende durch ein blockförmiges Holzstück (A) verschlossen ist – ihm verdankt die Blockflöte übrigens ihren Namen. Ein kleiner Spalt bleibt jedoch nach oben hin offen.

Spielweise: Im Gegensatz zur Querflöte wird die Blockflöte senkrecht gehalten. Bläst man in den Schnabel hinein, strömt die Luft durch den engen Spalt (B) und stößt schließlich auf einen Widerstand, die Labialkante (C). Diese spaltet den Luftstrom: Abwechselnd entweicht die Luft nach außen und ins Innere des Instruments. Dort kollidiert sie mit der vorhandenen Luft und erzeugt Schwingung: So entstehen die Töne. Je mehr Grifflöcher abgedeckt sind, desto länger wird die schwingende Luftsäule, und desto tiefer der Ton.

Entstehung: Flöten gehören zu den ältesten Instrumenten der Menschheit – die frühesten Ausgrabungen von Knochenflöten in der chinesischen Provinz Henan reichen 9000 Jahre zurück. Im Mittelalter verbreiteten Hirten und Gaukler die Flöteninstrumente in Europa. Die senkrecht und mit beiden Händen gehaltene Blockflöte tauchte erstmals im 11. Jahrhundert auf. In der Renaissance entstand eine enorme Vielfalt an Blockflöten in verschiedenen Stimmungen und Größen – von der hohen Sopran- bis zur tiefen Bassflöte.

Vom 17. bis weit ins 18. Jahrhundert war die Blockflöte an den Höfen und in den Adelskapellen en vogue; große Komponisten wie Bach, Händel und Telemann schrieben Werke für Blockflöte. In der Klassik und Romantik geriet das Instrument jedoch in Vergessenheit, verdrängt von der lauter klingenden Querflöte. Erst im 20. Jahrhundert gruben historisch interessierte Instrumentenbauer die Blockflöte wieder aus; Pädagogen entdeckten sie für die musikalische Früherziehung. Ob dies zu ihrem Vorteil war, darüber lässt sich streiten ...

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