Die Elbphilharmonie

Elbphilharmonie
Elbphilharmonie © Maxim Schulz

Ein Elbphilharmonie-Besuch ist ein besonderes Erlebnis für alle Sinne: Im Mittelpunkt steht dabei natürlich die Musik. Und das im Großen Saal gleich im doppelten Sinne: Rund um die Bühne wachsen die Zuschauerränge terrassenförmig empor. Dadurch entsteht eine außergewöhnliche Nähe zum musikalischen Geschehen. Zumal die Akustik von Yasuhisa Toyota jeden Ton glasklar hörbar macht.

Auf dem Weg durchs Gebäude gibt es überall spannende Ausblicke zu entdecken. Denn dieses Konzerthaus – entworfen von den Schweizer Architekten Herzog & de Meuron – wurde mitten in den Strom der Elbe gebaut.

Eine funkelnde Glaswelle auf einem soliden Backsteinspeicher aus den 1960ern; dazwischen eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform als Treffpunkt und Startrampe zur Erkundung der verschiedenen Bereiche des Hauses: Großer und Kleiner Saal, aber auch Hotel, Restaurant und Souvenirshop.

Die besonderen Materialien im Inneren laden auch mal zum Ertasten ein, besonders die akustische Wandverkleidung im Großen und Kleinen Saal. Anfassen ist auch in der Elbphilharmonie Instrumentenwelt ausdrücklich erwünscht: In den Kaistudios können Instrumente aus aller Welt ausprobiert werden.

Die Laeiszhalle

Laeiszhalle
Laeiszhalle © Maxim Schulz

Die Laeiszhalle ist Hamburgs traditionsreicher Ort für ausgesuchte Musikerlebnisse mit einem besonderen Schwerpunkt auf Alte Musik, Liederabende, Kammermusik und Jazz.

Als größtes und seinerzeit modernstes Konzerthaus Deutschlands wurde die Laeiszhalle am 4. Juni 1908 festlich eingeweiht. Sie ist damit für Hamburg ein wichtiges kulturelles Denkmal des Neobarocks und der Fixpunkt des Musiklebens der Stadt.

Neben internationalen Spitzenkünstlern bietet das Haus auch Hamburger Musikern einen professionellen Rahmen in eleganter, familiärer Atmosphäre. Allen voran den Symphonikern Hamburg, dem Residenzorchester des Hauses.

Cecilia Bartoli
European Union Youth Orchestra
Quatuor Ébène
Elbphilharmonie Kaistudio
Alan Gilbert
Workshop Kosmos Klang
Martin Grubinger
Backstage
Chick Corea
Patricia Kopatchinskaja
Elbphilharmonie Kleiner Saal

Musik

»Es gibt keine leichte oder ernste Musik. Es gibt nur gute und schlechte Musik.«

Leonard Bernstein

Vielfalt, beste Qualität und das Aufbrechen von Genregrenzen ‒ dafür steht das Programm von Elbphilharmonie und Laeiszhalle. Lebendige Interpretationen der Meisterwerke der Klassik spielen eine ebenso große Rolle wie das Entdecken zeitgenössischer Musik unterschiedlicher Kulturen – dargeboten von den weltbesten Künstlern und den Residenzorchestern und -ensembles der beiden Häuser: NDR Elbphilharmonie Orchester, Ensemble Resonanz und Symphoniker Hamburg.

Die großen Stars des Jazz gehen ein und aus und bereiten den aufsteigenden Stern der Szene den Weg. Ein besonderes Erlebnis sind die intensiven Kurzfestivals »Reflektor«, bei denen spannende Künstlerpersönlichkeiten selbst die Planung des Programms übernehmen und ihre liebsten Freunde und Kollegen in die Elbphilharmonie einladen.

September 2020 Saisoneröffnung
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Claire Huangci »Elbphilharmonie Sessions«
Elbphilharmonie Sessions: Claire Huangci
Juni 2019 Reflektor Nils Frahm
Erlend Øye / stargaze / Nils Frahm
Dezember 2018 Angélique Kidjo
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Iveta Apkalna – Titularorganistin der Elbphilharmonie
Iveta Apkalna
11. Januar 2017 Eröffnung der Elbphilharmonie
Elbphilharmonie Eröffnung

Architektur und Akustik

Die Elbphilharmonie ist ein Gesamtkunstwerk aus atemberaubender Architektur, exzellenter Akustik und einzigartiger Lage. Das Architekturbüro Herzog & de Meuron hat es auf großartige Weise geschafft, dem traditionellen Backsteinsockel neues Leben einzuhauchen und das Konzerthaus als funkelnde Krone oben drauf zu setzen.

Die Elbphilharmonie ist ein guter Ort um die Seele baumeln zu lassen und die Sinne zu ermuntern, Neues zu entdecken

»Wenn man es als Akustiker schafft, dass das Publikum die große Distanz zur Musik nicht mehr wahrnimmt, hat man gute Arbeit geleistet.« :Yasuhisa Toyota

Der Große Saal

Durch die Weinberg-Architektur sitzt im Großen Saal kein Zuschauer weiter als 30 Meter vom Dirigenten entfernt. Die Musik steht wortwörtlich im Mittelpunkt.

Elbphilharmonie Großer Saal
Die Weiße Haut

Die Wandverkleidung des Großen Saales, die »Weiße Haut«, verdankt ihren Namen den rund 10.000 Gipsfaserplatten, aus denen die Oberfläche der Wände und Decken zusammengesetzt ist. Sie reflektiert den Klang in jeden Winkel.

Elbphilharmonie Großer Saal
Die Foyers

Die über viele Etagen reichenden Foyers des Großen Saales spiegeln das architektonische Konzept des Hauses wider: Sie bieten faszinierende Ein- und Ausblicke in die jeweiligen Ebenen rund um den Konzertsaal sowie über die Stadt und den Hafen.

Elbphilharmonie Foyers
Der Kleine Saal

Im Kleinen Saal wurde das altbewährte Prinzip der Schuhschachtel-Form umgesetzt. Die Holzverkleidung aus französischer Eiche mit den sanft geschwungenen Wellen reflektiert den Klang bestens bis in alle Ecken.

Elbphilharmonie Kleiner Saal
Die Kaistudios

Hier ist das umfangreiche Musikvermittlungsprogramm der Elbphilharmonie zu Hause, mit Konzerten und Workshops für alle Altersklassen. Im Kaistudio 1 finden auch Pop- und Jazzkonzerte statt.

Elbphilharmonie Kaistudio
Die Architekten

Die Elbphilharmonie in ihrer jetzigen Form ist das Werk der Architekten Pierre de Meuron, Jacques Herzog und Ascan Mergenthaler. Ihr Büro hat auch die Tate Modern in London, die Allianz-Arena in München und das Olympiastadion in Peking realisiert.

Jacques Herzog / Pierre de Meuron / Ascan Mergenthaler
Die Tube

Die »Tube« ist eines der architektonischen Highlights der Elbphilharmonie: Vom Haupteingang führt die 82 Meter lange, gebogene Rolltreppe einmal quer durch den Speicher.

Tube
Die Plaza

Auf 37 Metern Höhe bietet sich den Besuchern ein einzigartiges 360° Panorama über die Stadt und den Hafen. Ob Hamburger oder Tourist, ob Konzertbesucher oder Hotelgast, die Aussichtsplattform lädt zum Flanieren ein.

Plaza
Die Akustik

Yasuhisa Toyota zählt zu den renommiertesten Akustikern der Welt und plante neben der Elbphilharmonie auch die Suntory Hall in Tokio und die Walt Disney Concert Hall in Los Angeles.

Mehr über die Akustik in der Mediathek
Yasuhisa Toyota
Die Glasfassade

Gebogene und bedruckte Fassadenelemente verwandeln die Elbphilharmonie in einen riesigen Kristall, der die Farben und Lichter des Himmels, des Wassers und der Stadt reflektiert.

Fassade
Das Dach

Acht große gebogene Flächen geben der Dachkonstruktion der Elbphilharmonie ihre einzigartige elegante Linienführung. 6.000 schimmernde Pailletten, die auf dem Dach montiert wurden, sorgen hier für eindrucksvolle Lichtreflexe.

Dach der Elbphilharmonie

Architektur und Musik – in der Elbphilharmonie unzertrennlich

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Eine Orgel zum Anfassen

Die Orgel im großen Konzertsaal löst die Idee der Elbphilharmonie als »Haus für alle« ein: Sie schwebt nicht irgendwo hoch oben und unerreichbar, sondern ist in die Publikumsränge hinein gebaut und fügt sich auf elegante Weise in die Architektur ein. Anfassen und Erfühlen ausdrücklich erlaubt! Damit die Oberfläche der Pfeifen dadurch nicht beansprucht wird, sind diese mit einer speziell angefertigten Schutzschicht versehen.

Der Klang einer Orgel wird durch Wind erzeugt, der durch Pfeifen strömt. Der Organist kann vom Spieltisch aus einzelne Pfeifenreihen – die Register – »ziehen«, also ein- oder ausschalten, und damit unterschiedliche Klangfarben erzeugen. Zum Spielen stehen ihm mehrere Manuale – die Klaviaturen der Orgel – und Pedale, die mit den Füßen gespielt werden, zur Verfügung.

Die Orgel der Elbphilharmonie wurde von der renommierten Orgelbaufirma Klais in Bonn gebaut und hat 69 Register. Vier Register sind zudem im Reflektor über der Bühne eingebaut.

Nicht nur vom mechanischen Spieltisch direkt am Instrument, sondern auch von einem mobilen Spieltisch auf der Bühne aus kann die Orgel der Elbphilharmonie gespielt werden.

Aus fast 5.000 Pfeifen von 11 Millimetern bis über 10 Metern klingende Länge besteht die Elbphilharmonie Orgel. Der Großteil ist aus Zinn, knapp 400 sind aus Holz, das teilweise über 180 Jahre alt ist und eine besonders langlebige und gute Qualität garantiert.

Von »sägend, rauchig« bis »glockenartig, schillernd«: Die Klangfarben der Elbphilharmonie Orgel sind mannigfaltig und erzeugen einen warmen und Raum füllenden Klang. Diese Orgel ist besonders auf Musik ab dem 19. Jahrhundert und die Bedürfnisse zeitgenössischer Musik abgestimmt. Titularorganistin der Elbphilharmonie ist die lettische Star-Organistin Iveta Apkalna.

Die Orgel der Elbphilharmonie
Die Orgel der Elbphilharmonie © Claudia Höhne

Eine Orgel - viele Gewerke

  • 1 Windversorgung und 2 Spieltisch

    Die Windversorgung – die Lunge der Orgel: Die Orgel ist vergleichbar mit einem riesigen Blasorchester. Da kein Organist der Welt ausreichend Puste hat, um ihre vielen Pfeifen zu blasen, übernehmen das vier große Gebläse mit Elektromotoren. In der Windversorgung wird die Luft auf den exakt benötigten Druck reguliert und von hier durch hölzerne Kanäle zu den Pfeifen geführt.

    Der Spieltisch – die Schaltzentrale der Orgel: Von hier aus kann der Organist jede Pfeife einzeln oder in Kombination mit anderen Pfeifen ansteuern. Jeder Klaviatur im Spieltisch (vier für die Hände und eine für die Füße) sind bestimmte Pfeifenreihen zugeordnet. Jede Pfeifenreihe bildet ein Register mit einer individuellen Klangfarbe, Gruppen von Pfeifenreihen werden »Werke« genannt.

  • 3 Chorwerk und 4 Hauptwerk

    Das Chorwerk: Die Pfeifen des Chorwerks werden von der untersten der Klaviaturen gespielt. Sie stehen in einem großen Kasten mit Türen davor. Die Türen werden über die Tritte oberhalb der Pedaltasten geöffnet und geschlossen. Damit wird die Lautstärke variiert, der Klang schwillt an und ab. Chorwerk heißt es, weil es sich besonders für die Begleitung eines Chores eignet.

    Das Hauptwerk: Wie der Name vermuten lässt, entstehen hier die Haupt-Klangfarben der Orgel. Das Hauptwerk ist das klangliche Rückgrat der Orgel. Gespielt wird es von der zweiten Klaviatur von unten.

  • 5 Schwellwerk und 6 Solowerk

    Das Schwellwerk: Wie das Chorwerk, ist auch dieses Werk »schwellbar«. Gespielt wird es von der dritten Klaviatur von unten. Hier stehen viele Register, die einen sinfonischen Klang erzeugen. Anzahl und Klangfarben der Pfeifen in diesem Werk sind so gewählt, dass man das Schwellwerk ziemlich laut und auch ganz leise spielen kann.

    Das Solowerk: Gespielt von der obersten Klaviatur, enthält das Solowerk außergewöhnliche Klangfarben und einige sehr laute Register. Sie eignen sich besonders als Begleitung für Solostimmen in der Musik.

  • 7 Großpedal und Fernwerk

    Das Großpedal: Pfeifen dieses Werkes erklingen, wenn man die Orgel über die Pedale mit den Füßen spielt. Da hier die tiefsten Töne produziert werden, stehen hier auch die längsten und dicksten Pfeifen, darunter die größte Pfeife der Orgel. Sie ist über zehn Meter lang. Da die großen Pfeifen so viel Platz brauchen, sind sie in dieser Orgel auf mehrere Standorte verteilt. Register mit kürzeren Pfeifen stehen in der Abteilung des Kleinpedals hinter dem Solowerk.

    Das Fernwerk: Nicht sichtbar ist das Fernwerk. Es steht in dem runden Klangreflektor, der mittig über der Orchesterbühne hängt. Das Fernwerk kann von jeder der Klaviaturen im Spieltisch gespielt werden. Es ist keiner Klaviatur fest zugeordnet.

© bloomimages

Ein Wahrzeichen entsteht :Meilensteine der Entstehungsgeschichte der Elbphilharmonie

1875 Der Kaiserspeicher

Ein alter Hafenspeicher aus dem Jahr 1875 ist Ausgangsbasis für die heutige Elbphilharmonie. Mit 19.000 Quadratmetern Lagerfläche ist der Kaiserspeicher der größte Speicher im Hamburger Hafen.

Kaiserspeicher / Hafen
1966 Kakao, Tabak, Tee

Im zweiten Weltkrieg zerstört wird der Kaiserspeicher 1963 gesprengt. An seine Stelle tritt 1966 der neue Kaispeicher. Er ist für die Lagerung von Stückgut wie Kakao, Tabak und Tee ausgerichtet.

Kaispeicher (1967)
2003 Am Zeichenbrett

Ab den 1990er-Jahren steht der Speicher leer. 2003 beauftragt der Hamburger Alexander Gérard die Schweizer Architekten Herzog & de Meuron mit einer Projektskizze für ein neues Konzerthaus auf dem Dach des alten Speichers. 2007 wird der Grundstein gelegt.

Skizze
2008 Platz für Neues

Für den Bau der Elbphilharmonie wird der Speicher komplett entkernt. 1.111 Stahlbetonpfähle verankern den Speicher in der Elbe. Das Fundament für die Elbphilharmonie ist gelegt.

Entkernung (2007)
2010 Hoch hinaus

Auf dem entkernten Kaispeicher wächst die Elbphilharmonie um weitere 17 Stockwerke an. 2010 steht bereits das letzte Stockwerk, der 25. Stock. Die Montage der charakteristischen Glasfassade beginnt.

Baustelle Kaispeicher (2010)
2013 Neu geordnet

2013 erfährt das Projekt Elbphilharmonie nach vielen Monaten Baustopp eine Neuordnung. Der Innenausbau schreitet voran. Im Großen Saal werden die ersten Elemente der Weißen Haut montiert.

Weiße Haut
2014 Das letzte Puzzleteil

Fünf Monteure befestigen am 31. Januar das letzte von 1.100 Glaselementen am Rand des geschwungenen Gebäudedachs. Die Elbphilharmonie ist äußerlich fertig gestellt.

Fassadenmontage (2009)
2016 Die Plaza

Zwei Monate vor der Eröffnung des Konzertbereichs öffnet am 4. November 2016 die Plaza: eine weitläufige Terrasse und ein neuer öffentlicher Platz für Hamburg.

Plaza
2017 Die große Eröffnung

Am 11. Januar 2017 wird die Elbphilharmonie feierlich eröffnet. Unter den Gästen ist die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel und weitere hochrangige Gäste aus Politik und Kultur.

New York Philharmonic