Laeiszhalle Treffpunkt für das Hamburger Musikleben seit 1908: Portrait und Geschichte der Laeiszhalle Hamburg.

Das erste Haus am Platze

Über 100 Jahre lang war die Laeiszhalle in Sachen Musik in Hamburg das erste Haus am Platze. Das Konzerthaus (bis 2004 hieß es schlicht »Musikhalle«) wurde 1908 eröffnet und ist stolz auf Gastspiele von Komponisten wie Richard Strauss, Sergej Prokofjew, Igor Strawinsky oder Paul Hindemith, die hier eigene Werke dirigierten. Nach epochalen Auftritten lag das Publikum angehenden Weltstars wie dem 12-jährigen Yehudi Menuhin oder dem jungen Vladimir Horowitz zu Füßen, später Legenden wie Maria Callas.

Auch nach der Eröffnung der Elbphilharmonie 2017 bleibt der Große Saal der Laeiszhalle einer der besten philharmonischen Konzertsäle Europas. Die Symphoniker Hamburg geben hier als Residenzorchester regelmäßig Konzerte, viele weitere regionale Orchester, Chöre und Veranstalter nutzen das Haus. Auch Pianisten von Weltrang wie Grigory Sokolov und Martha Argerich oder Sänger wie Cecilia Bartoli und Jonas Kaufmann schwören auf den Saal mit seiner exzellenten Akustik.

Seit 2018 finden in den Räumlichkeiten etappenweise Modernisierungsarbeiten statt, um die Laeiszhalle auch technisch fit für die Zukunft zu machen.

Elbphilharmonie und Laeiszhalle werden unter einer gemeinsamen Generalintendanz geführt.

Balthasar-Neumann-Ensemble Balthasar-Neumann-Ensemble © Claudia Höhne
Accademia del Piacere Accademia del Piacere © Daniel Dittus
Workshop zu Orchesterinstrumenten Workshop zu Orchesterinstrumenten © Claudia Höhne
Julia Hülsmann Trio Julia Hülsmann Trio © Daniel Dittus
»ZukunftsMusik« mit David Helbock »ZukunftsMusik« mit David Helbock © Claudia Höhne
Laeiszhalle Foyer Laeiszhalle Foyer © Thies Rätzke
Gastronomie im Brahms-Foyer der Laeiszhalle Gastronomie im Brahms-Foyer der Laeiszhalle © Thies Raetzke
Shai Maestro Trio Shai Maestro Trio © Daniel Dittus

Komplizierte Schreibweise, einfache Aussprache: Laiß

Namensgeber des Hauses ist der Hamburger Reeder Carl Heinrich Laeisz (1828–1901). Er hatte testamentarisch verfügt, dass seine Firma F. Laeisz den Betrag von 1,2 Millionen Mark stiften und damit den Bau »einer würdigen Stätte für die Ausübung und den Genuss edler und ernster Musik« ermöglichen solle.

Seine Witwe Sophie Christine Laeisz stockte die Summe auf zwei Millionen Mark auf und führte als Bauherrin die Verhandlungen mit der Stadt. Entworfen wurde die Laeiszhalle in neobarockem Stil von den Architekten Martin Haller und Emil Meerwein, die sich unter anderem mit dem Bau des Hamburger Rathauses einen hervorragenden Namen gemacht hatten.

Laeiszhalle
Laeiszhalle © Firma Laeisz

Karrierestart für einen Radio-DJ

Wie durch ein Wunder überstand die Laeiszhalle den Zweiten Weltkrieg unversehrt. Die britischen Besatzer nutzten das Gebäude vorübergehend als »Broadcasting House« für ihren Militärsender BFN. Chris Howland – wegen seines Charmes und seines schönen englischen Akzents im Deutschen eine der frühen Moderatorenlegenden des NDR – startete hier als Radio-DJ seine Karriere. Beat, Rock, Pop und Jazz fanden in den folgenden Jahrzehnten in der Musikhalle ebenso ihr Zuhause wie alles, was in der Klassik Rang und Namen hatte.

Große Gefühle im Großen Saal

Louisa Alder und das Chamber Orchestra of Europe unter Robin Ticciati begeistern mit einem Mozart-Abend

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Jazz im Kleinen Saal

Pianist Fred Hersch spielt mit seinem Trio eine »Elbphilharmonie Session«

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Beste Akustik auch für Kammermusik

Das Szymanowski Quartet spielt Mieczysław Weinbergs Klavierquintet Op. 18

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Klassik & Kuchen im Brahms-Foyer

Bei der Reihe »Teatime Classics« sind Essen und Trinken im Konzertsaal ausdrücklich erlaubt!

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Die Säle der Laeiszhalle

Laeiszhalle Großer Saal
Laeiszhalle Großer Saal © Thies Rätzke

Der Große Saal

Der Große Saal der Laeiszhalle mit seiner einzigartigen Glasdecke und seinem prächtigen neobarocken Interieur fasst über 2.000 Besucher. In den oberen Rängen gibt es auch Plätze mit eingeschränkten Sichtbedingungen. An der Rückwand der Bühne befindet sich die 1951 von der Firma Beckerath erbaute Orgel. Der Orgelprospekt, also die äußere Hülle des Instruments, blieb von der 1908 erbauten Originalorgel der Firma Walcker erhalten.

Laeiszhalle Kleiner Saal © Daniel Dittus

Der Kleine Saal

Der Kleine Saal der Laeiszhalle ist der ideale Ort für Kammermusik, Liederabende, Kinderkonzerte und Jazzevents. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente er eine Zeitlang als Tanzsaal, wurde dann neu ausgestattet und im Jahr 2009 liebevoll wieder in den Zustand des Jahres 1954 zurückversetzt. Heute zählt er zu den wenigen authentisch erhaltenen Konzertsälen im 50er-Jahre-Design. Er bietet Platz für 640 Besucher.

Studio E

Das Studio E ist eine charmante kleine Bühne mit direktem Tageslichteinfall sowie leicht ansteigendem Parkett und einer umlaufenden Balustrade. Der Raum ist terrassenförmig angelegt und bietet 150 Zuschauern Platz.

Brahms-Foyer

Das Brahms-Foyer verdankt seinen Namen der symbolistischen Marmorplastik von Johannes Brahms, die der Leipziger Künstler Max Klinger 1909 für die Laeiszhalle schuf. Das festliche Foyer im 1. Rang eignet sich für Kammermusikkonzerte, Empfänge, Film- und Fotoshootings. Zugleich ist es das gastronomische Zentrum der Laeiszhalle.

Die Orgel

Im Großen Saal befindet sich der originale Orgelprospekt, das heißt, die äußere Hülle der ursprünglichen Walcker-Orgel von 1908. In den 50er Jahren wurde diese Orgel durch eine nach den Prinzipien der Barockorgeln erbaute Orgel ersetzt. Sie war das Erstwerk des heute renommierten Orgelbauers Rudolf von Beckerath, der 1949 seine Orgelwerkstatt in Hamburg gegründet hatte.