Laeiszhalle Treffpunkt für das Hamburger Musikleben seit 1908: Portrait und Geschichte der Laeiszhalle Hamburg.

Das erste Haus am Platze

Über 100 Jahre lang war die Laeiszhalle in Sachen Musik in Hamburg das erste Haus am Platze. Das Konzerthaus wurde 1908 eröffnet und konnte bald schon Komponisten wie Richard Strauss, Sergej Prokofjew, Igor Strawinsky oder Paul Hindemith begrüßen, die hier eigene Werke dirigierten. In epochalen Konzerten erlebte das Publikum angehende Weltstars wie den 12-jährigen Yehudi Menuhin oder den jungen Vladimir Horowitz sowie Legenden wie Maria Callas.

Auch nach der Eröffnung der Elbphilharmonie 2017 bleibt der Große Saal der Laeiszhalle einer der besten philharmonischen Konzertsäle Europas. Die Symphoniker Hamburg geben hier als Residenzorchester regelmäßig Konzerte, viele weitere Orchester, Chöre und Veranstalter sorgen für ein vielseitiges Programm. Auch Pianisten von Weltrang wie Grigory Sokolov und Martha Argerich oder Sänger wie Cecilia Bartoli und Jonas Kaufmann schwören auf den Saal mit seiner exzellenten Akustik und seinem besonderen Ambiente.

Elbphilharmonie und Laeiszhalle werden unter einer gemeinsamen Generalintendanz geführt.

Wer die spannendsten Ecken der Laeiszhalle kennenlernen will, kann das Haus online selbst entdecken.

None
Jordi Savall Jordi Savall © Daniel Dittus
Balthasar-Neumann-Ensemble Balthasar-Neumann-Ensemble © Claudia Höhne
Laeiszhalle Laeiszhalle © Thies Rätzke
Laeiszhalle Großer Saal Laeiszhalle Großer Saal © Gilda Fernandez
Workshop zu Orchesterinstrumenten Workshop zu Orchesterinstrumenten © Claudia Höhne
Laeiszhalle Studio E Laeiszhalle Studio E © Gilda Fernandez
»ZukunftsMusik« mit David Helbock »ZukunftsMusik« mit David Helbock © Claudia Höhne
None © Thies Rätzke
Laeiszhalle Brahms Foyer Laeiszhalle Brahms Foyer © Thies Rätzke
Uri Caine Trio Uri Caine Trio © Sebastian Madej

Komplizierte Schreibweise, einfache Aussprache: Laiß

Namensgeber des Hauses ist der Hamburger Reeder Carl Heinrich Laeisz (1828–1901). Er hatte testamentarisch verfügt, dass seine Firma F. Laeisz den Betrag von 1,2 Millionen Mark stiften und damit den Bau »einer würdigen Stätte für die Ausübung und den Genuss edler und ernster Musik« ermöglichen solle.

Seine Witwe Sophie Christine Laeisz stockte die Summe auf zwei Millionen Mark auf und führte als Bauherrin die Verhandlungen mit der Stadt. Entworfen wurde die Laeiszhalle in neobarockem Stil von den Architekten Martin Haller und Emil Meerwein, die sich unter anderem mit dem Bau des Hamburger Rathauses einen hervorragenden Namen gemacht hatten.

Laeiszhalle
Laeiszhalle © Firma Laeisz

Karrierestart für einen Radio-DJ

Wie durch ein Wunder überstand die Laeiszhalle den Zweiten Weltkrieg unversehrt. Die britischen Besatzer nutzten das Gebäude vorübergehend als »Broadcasting House« für ihren Militärsender BFN. Chris Howland – wegen seines Charmes und seines schönen englischen Akzents im Deutschen eine der frühen Moderatorenlegenden des NDR – startete hier als Radio-DJ seine Karriere. Beat, Rock, Pop und Jazz fanden in den folgenden Jahrzehnten in der Musikhalle ebenso ihr Zuhause wie alles, was in der Klassik Rang und Namen hatte.

Imker, die auf dem Dach der Laeiszhalle herumklettern, und ein Sänger, der mit einer vollgetankten Harley Davidson auf die Bühne brettert: das altehrwürdige Konzerthaus hat noch viele weitere kuriose Geschichten zu bieten.

»Es passiert etwas Magisches«

Eine Begegnung mit Lea Desandre, Thomas Dunford und seinem Alte-Musik-Ensemble Jupiter

Lea Desandre / Ensemble Jupiter Lea Desandre / Ensemble Jupiter © Daniel Dittus
Jazz im Kleinen Saal

Pianist Fred Hersch spielt mit seinem Trio eine »Elbphilharmonie Session«

None
»La Callas« in Hamburg

Schatz aus dem NDR-Archiv: Die legendäre Sopranistin Maria Callas singt Rossini und Verdi

Maria Callas Maria Callas
Beste Akustik auch für Kammermusik

Das Szymanowski Quartet spielt Mieczysław Weinbergs Klavierquintet Op. 18

Szymanowski Quartet Szymanowski Quartet © Daniel Dittus
Klassik & Kuchen im Brahms-Foyer

Bei der Reihe »Teatime Classics« sind Essen und Trinken im Konzertsaal ausdrücklich erlaubt!

None

Die Säle der Laeiszhalle

Laeiszhalle Großer Saal
Laeiszhalle Großer Saal © Thies Rätzke

Der Große Saal

Der Große Saal der Laeiszhalle umfasst über 2000 Besucher. Mit seiner einzigartigen Glasdecke und seinem prächtigen neobarocken Interieur ist er nicht nur für seine ausgezeichnete Akustik bekannt, sondern zieht seine Gäste schon durch Architektur und Ambiente in den Bann. An der Rückwand der Bühne befindet sich die 1951 von der Firma Beckerath erbaute Orgel, die 2021 verkauft wurde und 2023 durch eine neue, klangvollere Rekonstruktion der 1908 erbauten Originalorgel der Firma Walcker ersetzt wird.

Laeiszhalle Kleiner Saal © Daniel Dittus

Der Kleine Saal

Der Kleine Saal der Laeiszhalle ist der ideale Ort für Kammermusik, Liederabende, Kinderkonzerte und Jazzevents. Nach dem Zweiten Weltkrieg diente er eine Zeitlang als Tanzsaal, wurde dann neu ausgestattet und im Jahr 2009 liebevoll wieder in den Zustand des Jahres 1954 zurückversetzt. Heute zählt er zu den wenigen authentisch erhaltenen Konzertsälen im 50er-Jahre-Design. Er bietet Platz für 640 Besucher.

© Thies Rätzke

Studio E

Das Studio E ist eine charmante kleine Bühne mit direktem Tageslichteinfall sowie leicht ansteigendem Parkett und einer umlaufenden Balustrade. Der Raum ist terrassenförmig angelegt und bietet 150 Zuschauern Platz.

© Thies Rätzke

Brahms-Foyer

Das Brahms-Foyer verdankt seinen Namen der symbolistischen Marmorplastik von Johannes Brahms, die der Leipziger Künstler Max Klinger 1909 für die Laeiszhalle schuf. Das festliche Foyer im 1. Rang ist ein beleibter Ort für Kammermusikkonzerte, Empfänge, Film- und Fotoshootings. Zugleich ist es das gastronomische Zentrum der Laeiszhalle.

© Gilda Fernandez

Die Orgel

Im Großen Saal befindet sich der originale Orgelprospekt, das heißt, die äußere Hülle der Walcker-Orgel von 1908. In den 50er Jahren wurde diese Orgel von einem Instrument renommierten Orgelbauers Rudolf von Beckerath abgelöst. 2021 wurde seine Orgel nun an eine bayerische Kirchengemeinde verkauft und wird 2023 durch eine Rekonstruktion der Originalorgel von 1908 ersetzt. Der denkmalgeschützte Orgelprospekt bleibt dabei erhalten.