Elbphilharmonie erklärt: Der Zink

Die Quintessenz aus Flöte, Trompete und Mensch: der Zink.

Ein leicht gebogenes Holzrohr mit Löchern wie eine Blockflöte – den Zinken sieht und hört man heute nur noch selten. Dabei zählte er vom 15. bis weit ins 17. Jahrhundert zu den beliebtesten Instrumenten. Quer durch alle Gesellschaftsschichten kam er zum Einsatz, ganz gleich ob Kirche, Hof- oder Kammermusik, Turnier, Tanz oder Turmmusik. Dies verdankt der Zink seinem einzigartigen Klang, der nach damaliger Auffassung der menschlichen Stimme so nahe kommt wie kein anderes Instrument.

Elbphilharmonie erklärt: Der Zink

Mit Cathérine Dörücü

Obwohl Zinken in der Regel aus Holz gefertigt sind, gehören sie zu den Blechblasinstrumenten. Denn geblasen werden sie ähnlich wie eine Trompete, über ein sogenanntes Kesselmundstück. Beim Zink fällt dieses jedoch deutlich kleiner aus, wodurch es – in Kombination mit seiner simplen Griffloch-Bauweise – als außerordentlich schwer zu spielen gilt. Zink-Virtuosen genossen seinerzeit also ein hohes Ansehen, häufig wurden sie sogar besser bezahlt als die leitenden Kapellmeister.

»Nichts kommt einer vortrefflichen Stimme so nahe wie ein Zink.«

Roger North (1653–1734)

Während Melodie-Instrumente wie die Violine einen Aufschwung erlebten, verlor der Zink im 17. Jahrhundert an Popularität, bis er im 19. Jahrhundert ganz aus der Musiklandschaft verschwand. Erst nach dem Ersten Weltkrieg erlebte das Instrument seine Renaissance: Im Zuge der sogenannten historischen Aufführungspraxis begannen Musiker, Repertoire aus Renaissance und Barock wieder vermehrt mit Originalinstrumenten aufzuführen. Heute gibt es glücklicherweise wieder beides: Instrumentenbauer, die Zinken nach historischen Standards fertigen, und professionelle Zinkenistinnen und Zinkenisten, die an Musikhochschulen ausgebildet werden.

Text: Laura Etspüler, Stand: 19.2.2020

Das Alte Werk

Musik und Instrumente aus den Schatztruhen längst vergangener Jahrhunderte – die Konzertreihe in der Laeiszhalle.

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