Jörg Widmann

Neu gehört: Jörg Widmann

5 Fragen an die Komponist:innen des Neue-Musik-Festivals »Elbphilharmonie Visions«.

Geht es um Komponist:innen klassischer Musik, denken viele an alte Meister wie Beethoven oder Mozart. Dass auch die Gegenwartsmusik »so reich und vielfältig wie die Menschheit selbst« (Alan Gilbert) sein kann, beweist das Festival »Elbphilharmonie Visions«. Dort steht ausschließlich die Musik zeitgenössischer Komponist:innen auf dem Programm. Das ist nicht nur musikalisch spannend, sondern bietet auch die großartige Chance, den Schöpfern Fragen zu ihren Werken und zum Komponieren selbst zu stellen. Wie funktioniert Komponieren überhaupt? Haben sie vorher schon eine konkrete Vorstellung von dem Werk oder entsteht es erst beim Schreiben? Was für eine Rolle spielt die Umgebung? Und was wünschen sie sich für ihre Musik?

Davon berichten die Komponist:innen des Festivals in Kurzinterviews. In dieser Ausgabe mit Jörg Widmann, einer der schillerndsten Doppelbegabungen unserer Zeit. Denn der produktive Komponist ist auch ein virtuoser Klarinettist.

Wie klingt Jörg Widmann?

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Wie ausgeprägt ist Ihre innerliche Vorstellung von einem Werk, ehe Sie sich daran machen, es zu komponieren?

Gerade im Fall meiner »Labyrinth«-Kompositionen gilt für mich mehr denn je: Der Weg entsteht im Gehen.

Welche Rolle spielt das Außermusikalische für Ihr Schaffen?

Im Falle von »Towards Paradise« spielte sicherlich die Tatsache der durch die Corona-Pandemie  erzwungenen Lockdowns und die Nicht-Begegnungsmöglichkeiten von Menschen eine große Rolle.

Ich wollte dieser ernüchternden Realität etwas Utopisches entgegensetzen.

Beim Festival »Elbphilharmonie Visions« wird zeitgenössische Orchestermusik so kompakt und prominent aufs Programm gesetzt wie wohl in keinem anderen Konzerthaus der Welt – an neun Abenden erklingen 18 Werke von 18 Komponist:innen. Finden Sie das sinnvoll, oder halten Sie das für die falsche Strategie?

Es ist phantastisch! Dennoch bleibt es genauso wichtig, die zeitgenössische Musik weiterhin mit den großen Werken der Vergangenheit zu konfrontieren.

Was braucht die Neue Musik, um die Liebe des Publikums zu gewinnen?

Die Liebe der Musiker:innen zur Musik. Dem kann man sich als Publikum nicht entziehen. Und was die komponierte Musik selbst anbelangt, gilt nach wie vor der Satz Ludwig van Beethovens: »Von Herzen – möge es wieder zu Herzen gehen!«

Was wäre Ihr Traum vom Konzertleben – heute und in der nahen Zukunft?

Damit es auch in Zukunft ein interessiertes Publikum gibt, würde dringend eine Verbesserung der Bildung und des Stellenwerts der Kunst in der Gesellschaft Not tun.

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