Video on Demand vom 24.4.2020
verfügbar bis 24.4.2025

Elbphilharmonie Sessions: William Youn

Der südkoreanische Pianist spielt Philipp Maintz’ »Étude Nr. 3«.

Der Künstler

Er sei ein »echter Poet«, ein »Tastenphilosoph« mit einem »Gespür für die subtilen Zwischentöne«, schreibt die Presse über William Youn. Für seinen Traum, Pianist zu werden, ging der Südkoreaner einen weiten Weg: Vom Kindergarten in Seoul, wo er zum ersten Mal den Klängen eines Klaviers lauschte, über Boston, Hannover und Como bis in die heutige Wahlheimat München, von wo aus er seine Reisen in Konzertsäle auf der ganzen Welt antritt. Ein Poet ist er geblieben: »Es kommt für mich darauf an, etwas Menschliches aus den Noten zu machen. So verstehe ich meinen Beruf.«

William Youn
William Youn
William Youn
William Youn
William Youn
William Youn
William Youn
William Youn
William Youn
Philipp Maintz / Session William Youn
Philipp Maintz / Session William Youn

Die Musik :Philipp Maintz: Étude Nr. 3

»Mit 16 bis 18 Jahren habe ich mich gefragt: Will ich lieber Komponist oder Maler werden?«, erzählt der gebürtige Aachener Philipp Maintz. »Ich hab’ mich dann für das Komponieren entschieden, weil das weniger Dreck macht – was nicht stimmt, wenn man die Radierkrümel bedenkt.« Augenscheinlich war es die richtige Wahl: Der Komponist schreibt Werke für wichtige Interpreten, Konzert- und Opernhäuser. Erst 2019 wurde seine Kammeroper »Thérèse« beim Internationalen Musikfest in Hamburg gespielt; für die Elbphilharmonie und William Youn entstand nun die fantasievolle »Étude Nr. 3«.

Beim Komponieren erfindet Maintz stets seine eigenen Regeln – um das Ergebnis dann in einem zweiten Schritt frei und intuitiv abzuändern. Das gilt auch für die »Étude Nr. 3«, die um das Thema Tanz kreist. Anders als der Titel annehmen lässt, reihen sich hier keine trockenen Klavierübungen aneinander. Stattdessen steckt Philipp Maintz alte Barocktänze und -harmonien in ein neues Gewand. Immer wieder scheinen tanzende, sich drehende Gestalten auf und verblassen sofort wieder. So spielerisch das Ergebnis in Youns Händen klingt, so schwer empfand Philipp Maintz den Weg bis dorthin: »Mit der Étude Nr. 3 hab’ ich eine ganze Weile im Clinch gelegen, bis das endlich gesessen hat«, erzählt der Komponist. »Für ein Instrument allein zu schreiben – besonders für ein Klavier –, ist ganz und gar nicht leicht. Man kann sich nicht verstecken, alles liegt offen zutage.«

»Es kommt für mich darauf an, etwas Menschliches aus den Noten zu machen. So verstehe ich meinen Beruf.«

William Youn

Der Ort

Die dunkle Holzvertäfelung aus französische Eiche macht das Foyer des Kleinen Saales zu einem behaglichen Ort, der auf die kleinen, intimen Konzertformate und die warme Akustik im Innern des Saales einstimmt.

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Zur Reihe

Für die Elbphilharmonie Sessions nehmen Künstler exklusive Musikvideos in Elbphilharmonie und Laeiszhalle auf – manchmal auch abseits der Bühnen, an ungewöhnlichen Orten. So sehen die Konzerthäuser von innen aus. Und so klingen sie.

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Text: Laura Etspüler (Stand 24.04.2020)

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