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Neu gehört: Thomas Larcher

5 Fragen an die Komponist:innen des Neue-Musik-Festivals »Elbphilharmonie Visions«.

Geht es um Komponist:innen klassischer Musik, denken viele an alte Meister wie Beethoven oder Mozart. Dass auch die Gegenwartsmusik »so reich und vielfältig wie die Menschheit selbst« (Alan Gilbert) sein kann, beweist das Festival »Elbphilharmonie Visions«. Dort steht ausschließlich die Musik zeitgenössischer Komponist:innen auf dem Programm. Das ist nicht nur musikalisch spannend, sondern bietet auch die großartige Chance, den Schöpfern Fragen zu ihren Werken und zum Komponieren selbst zu stellen. Wie funktioniert Komponieren überhaupt? Haben sie vorher schon eine konkrete Vorstellung von dem Werk oder entsteht es erst beim Schreiben? Was für eine Rolle spielt die Umgebung? Und was wünschen sie sich für ihre Musik?

Davon berichten die Komponist:innen des Festivals in Kurzinterviews. In dieser Ausgabe mit dem Österreicher Thomas Larcher, dem die Elbphilharmonie in der Saison 2022/23 einen besonderen Schwerpunkt widmet.

Wie klingt Thomas Larcher?

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Thomas Larcher
Thomas Larcher Thomas Larcher © Richard Haughton

Wie ausgeprägt ist Ihre innerliche Vorstellung von einem Werk, ehe Sie sich daran machen, es zu komponieren? 

Das kann ich nicht wirklich sagen. Und wenn ich es doch beantworte, dann entsteht dadurch wenig Mehrwert für einen Hörer. Es kommt einfach auf so vieles an – Umstände, Interpreten, Texte. Das macht mir zu viele Schubladen auf, um es hier zu umschreiben.

Am ehesten könnte ich sagen: Alles beginnt mit einem weißen Blatt, im wörtlichen und im übertragenen Sinne …

Welche Rolle spielt das Außermusikalische für Ihr Schaffen? 

Eine maximale, beziehungsweise überhaupt keine. Musik ist Teil der Welt, insofern agiere ich in und reagiere ich auf die Welt. Bei der Arbeit am Papier ist der Idealzustand der, in Fokussiertheit ganzheitlich in die Arbeit zu versinken.

Beim Festival »Elbphilharmonie Visions« wird zeitgenössische Orchestermusik so kompakt und prominent aufs Programm gesetzt wie wohl in keinem anderen Konzerthaus der Welt – an neun Abenden hintereinander erklingen 18 Werke von 18 Komponist:innen. Finden Sie das sinnvoll, oder halten Sie das für die falsche Strategie? 

Wenn Leute kommen, dann ist es sinnvoll, wenn keine kommen, dann nicht. Aber sie kommen ja, also super.

Was braucht die Neue Musik, um die Liebe des Publikums zu gewinnen?

Eine Nadel, die immer und immer wieder die sich selbst bespiegelnde Blase dieser sogenannten »Neuen Musik« aufsticht. Analog dazu könnte man das über viele Bereiche des Lebens sagen.

Was wäre Ihr Traum vom Konzertleben – heute und in der nahen Zukunft? 

Dass das Beamen endlich möglich wäre, und dass man vom Marketing-Sprech der Superlative ablässt. Dadurch geht jede Ehrlichkeit verloren, und ein Publikum muss zwangsläufig enttäuscht werden. Außerdem bin ich für längere Pausen im Konzert und eine erheblich gesteigerte Kuchenqualität (vor allem in Deutschland).

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