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Heard anew: Thomas Larcher

5 questions for the composers featured in the »Elbphilharmonie Visions« New Music festival.

When it comes to classical composers, most people think of old masters such as Beethoven and Mozart. But the »Elbphilharmonie Visions« festival demonstrates that contemporary music can also be »just as rich and diverse as humanity itself« (Alan Gilbert). The festival’s programme features only music by contemporary composers. Not only is that musically very exciting, it also offers an amazing opportunity to ask the composers questions about their works and the process of creating them. How do you go about composing? Do you have a concrete idea of the work before you sit down to write it, or does it emerge only when you start? What role do your surroundings play? And what are your hopes for your music?

How does Thomas Larcher sound?

Listen now!

Thomas Larcher
Thomas Larcher Thomas Larcher © Richard Haughton

Wie ausgeprägt ist Ihre innerliche Vorstellung von einem Werk, ehe Sie sich daran machen, es zu komponieren? 

Das kann ich nicht wirklich sagen. Und wenn ich es doch beantworte, dann entsteht dadurch wenig Mehrwert für einen Hörer. Es kommt einfach auf so vieles an – Umstände, Interpreten, Texte. Das macht mir zu viele Schubladen auf, um es hier zu umschreiben.

Am ehesten könnte ich sagen: Alles beginnt mit einem weißen Blatt, im wörtlichen und im übertragenen Sinne …

Welche Rolle spielt das Außermusikalische für Ihr Schaffen? 

Eine maximale, beziehungsweise überhaupt keine. Musik ist Teil der Welt, insofern agiere ich in und reagiere ich auf die Welt. Bei der Arbeit am Papier ist der Idealzustand der, in Fokussiertheit ganzheitlich in die Arbeit zu versinken.

Beim Festival »Elbphilharmonie Visions« wird zeitgenössische Orchestermusik so kompakt und prominent aufs Programm gesetzt wie wohl in keinem anderen Konzerthaus der Welt – an neun Abenden hintereinander erklingen 18 Werke von 18 Komponist:innen. Finden Sie das sinnvoll, oder halten Sie das für die falsche Strategie? 

Wenn Leute kommen, dann ist es sinnvoll, wenn keine kommen, dann nicht. Aber sie kommen ja, also super.

Was braucht die Neue Musik, um die Liebe des Publikums zu gewinnen?

Eine Nadel, die immer und immer wieder die sich selbst bespiegelnde Blase dieser sogenannten »Neuen Musik« aufsticht. Analog dazu könnte man das über viele Bereiche des Lebens sagen.

Was wäre Ihr Traum vom Konzertleben – heute und in der nahen Zukunft? 

Dass das Beamen endlich möglich wäre, und dass man vom Marketing-Sprech der Superlative ablässt. Dadurch geht jede Ehrlichkeit verloren, und ein Publikum muss zwangsläufig enttäuscht werden. Außerdem bin ich für längere Pausen im Konzert und eine erheblich gesteigerte Kuchenqualität (vor allem in Deutschland).

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