Portrait Thomas Larcher

Emotional und einzigartig: Die fesselnde Musik des Komponisten Thomas Larcher wird in gleich vier Konzerten beleuchtet.

Thomas Larcher
Thomas Larcher © Richard Haughton

»Musik von solcher Dringlichkeit ist rar in unserer Zeit«, schreibt der Musikjournalist Anselm Cybinski über die Werke von Thomas Larcher. Der Komponist bekennt sich zu seiner Intuition: zum emotionalen Rausch von Dur und Moll, zu klassischen Formen wie Sonate und Solokonzert, genauso aber zu »frappierend originellen Klängen«, wie es in der Presse heißt, zum rückhaltlosen Experiment. »Ich möchte einfach so frei und natürlich wie möglich komponieren«, erklärt er. »Wo ist Schönes und Berührendes? Wo sind die Stücke, die den Zuhörer angehen, die mit seinem Leben zu tun haben?«.

Aufgewachsen in Tirol, sog Larcher als heranwachsender Pianist die Klänge von Mozart, Bach und Schubert in sich auf, später faszinierten ihn Freigeister des Jazz wie Ornette Coleman und Gil Evans. In seiner eigenen Musik liegen die Extreme stets nah beieinander: Rasende Läufe, meditative Akkordflächen und experimentelle Spieltechniken sollen den Hörer »in eine andere Umlaufbahn schicken«. In der Elbphilharmonie erklingt nun eine Reihe seiner fesselndsten Werke, von der Premiere seines jüngsten Streichquartetts bis zur deutschen Erstaufführung seines neuen, üppig besetzten Orchesterstücks im Rahmen von »Elbphilharmonie Visions«. Den hohen Stellenwert der Singstimme in Larchers OEuvre demonstriert stellvertretend »The Living Mountain« – ein Versuch, das »gesamte Universum der Musik in einem Vogelruf zu hören«.