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»Lieder, die mich packen«

Der Bariton Matthias Goerne singt eine Auswahl von Brahms-Liedern in der Elbphilharmonie.

»Es sind alles Stücke, die ich bis jetzt noch nie aufgeführt habe, nirgendwo.«

Matthias Goerne

»Brahms und Hamburg – das macht irgendwie Sinn«, erklärt Matthias Goerne. Der erfolgreiche Bariton hat mit seinem langjährigen Klavierpartner Alexander Schmalcz fünf Lieder des Hamburger Komponisten in der Elbphilharmonie aufgenommen. Über seine Auswahl erklärt er, dass ihn besonders die melancholischen Lieder von Brahms berühren, »die verbunden sind mit einer dunklen Stimmung«.

Der gebürtige Weimarer gehört zu den vielseitigsten und weltweit gefragtesten Sängern seines Stimmfachs. Mit seinen sensiblen Lied-Interpretationen und seiner außergewöhnlich warmen und flexiblen Stimme zieht er überall sein Publikum in den Bann. »Eine Stimme, die süchtig macht«, heißt es in der Kritik. Mit seinen fünf Brahms-Liedern stellt der ehemalige Residenz-Künstler der Elbphilharmonie das wieder einmal unter Beweis.

Johannes Brahms
Johannes Brahms © Wikimedia Commons

»Für mich sind das alles Premieren.« :Interview mit Matthias Goerne

Brahms: Sonntag op. 47/3

Die dunkle Stimmung bei Brahms – nicht immer heißt das tiefe Verzweiflung. Denn genauso tragisch kann es sein, wenn ein hingebungsvoll verliebter junger Mann die unbekannte Angebetete nur aus der Ferne beobachten kann. »Wollte Gott, wollte Gott, ich wär’ heute bei ihr!« sehnt er sich in Brahms Lied »Sonntag«.

Matthias Goerne singt »Sonntag« von Johannes Brahms

Brahms: Der Gang zum Liebchen op. 48/1

Die innere Unruhe des gehetzten Liebenden in Brahms’Lied »Der Gang zum Liebchen« lässt Goernes flexible Stimme den Zuhörer unmittelbar mitfühlen. Ob der so getriebene Wanderer wirklich unterwegs zu seinem Liebchen ist oder ob er seine letzte Chance schon verpasste, bleibt offen.

Matthias Goerne singt »Der Gang zum Liebchen« von Johannes Brahms

Brahms: Serenade op. 70/3

»Warum einsam und stumm zärtliche Seelen immer sich quälen« – so die schmerzvolle Frage in Brahms’ »Serenade«. Sie erklingt in einer scheinbar erschöpften, ruhigen Melodie, begleitet von einer verspielt eleganten Klavierbegleitung.

Matthias Goerne singt »Serenade« von Johannes Brahms

Brahms: An den Mond op. 71/2

Der Mond – ein zentrales Motiv in vielen Gedichten der Romantik: Er erhellt die Nacht und ist doch selber eigentlich dunkel. In Brahms’ ausdrucksstarkem Lied »An den Mond« wird der Himmelskörper zum Verbündeten eines unglücklich Liebenden.

Matthias Goerne singt »An den Mond« von Johannes Brahms

Brahms: Sommerfäden op. 72/2

»Fetzen goldener Liebesträume«, die sich als Illusionen entpuppen – voller Bitterkeit wird das menschliche Fühlen in Brahms »Sommerfäden« als »Hirngespinst« bezeichnet. Um diese Resignation auszudrücken, zieht Goerne die tiefen Register seiner Stimme und zeigt, wie intensiv »leise« klingen kann.

Matthias Goerne singt »Sommerfäden« von Johannes Brahms

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