Thomas Ospital

Elbphilharmonie Innerview: Thomas Ospital

»Wir erfinden uns immer wieder neu« – der Organist Thomas Ospital über die Besonderheiten seines Instrumentes und über die Kunst des Zuhörens.

Die Reihe: Innerviews

Nach innen – in den »Elbphilharmonie Innerviews« sind Künstler auf ihren ganz eigenen Wegen in der Elbphilharmonie unterwegs und lassen dabei ihren Gedanken freien Lauf. Das Ergebnis: Besondere Einblicke in die Räume des Konzerthauses und ein außergewöhnlich persönliches Kennenlernen der Künstler außerhalb der Bühne.

»Wir Organisten sind eigentlich die Abenteurer unter den Musikern«, sagt Thomas Ospital. Im Elbphilharmonie Innerview spricht er über die Individualität jeder Orgel, über die Kunst des Zuhörens und darüber, warum sich Organisten immer wieder neu erfinden.

Elbphilharmonie Innerview mit Thomas Ospital

Im Dialog :Begegnungen mit neuen Instrumenten

»Jedes Mal, wenn ich an einen neuen Ort komme, um dort ein Konzert zu geben, spüre ich eine Art Unruhe und Aufregung«, erzählt Thomas Ospital. Denn er lernt eben immer wieder nicht nur einen neuen Ort oder einen neuen Konzertsaal kennen, sondern setzt sich jedes Mal auch an ein neues, noch fremdes Instrument.

Oft hat er dabei nur wenige Stunden Zeit, sich mit der Orgel und ihren Besonderheiten vertraut zu machen. »Daher müssen wir uns ständig neu erfinden und unser Spiel anpassen«, erklärt der junge Franzose. Die Kunst: Zuhören – »Wir müssen sehr genau auf das hören, was die Orgel uns sagt, um nicht mit ihr zu kämpfen, sondern vielmehr eine Art Dialog zu schaffen.«

Thomas Ospital Thomas Ospital © Daniel Dittus

»Einer Orgel kann man nie etwas aufzwingen.«

Thomas Ospital

Eine Orgel der Gegenwart

Im Rahmen des Internationalen Musikfests Hamburg feierte der im Baskenland geborene Musiker am 8. Mai 2022 sein Debüt an der Elbphilharmonie Orgel: Knapp 5000 Pfeifen, 15 mal 15 Meter groß, rund 25 Tonnen schwer – »und schließlich eine Orgel des 21. Jahrhunderts«, freut sich Thomas Ospital, der sich ausführlich mit den modernen Möglichkeiten der Orgel im Großen Saal beschäftigte. »Sie hat nahezu unendliche Möglichkeiten für zeitgenössische Musik und Improvisation«, meint er.

 

»Diese enorme Flexibilität eines so modernen Instrumentes lässt einen manchmal fast vergessen, dass es sich um eine Orgel handelt.«

Thomas Ospital

 

Seine virtuose Technik lernte Thomas Ospital am renommierten Pariser Konservatorium bei Orgelgrößen wie Olivier Latry und Thierry Escaich. In die Herzen des Hamburger Publikums spielte er sich schon mit seinen ersten Tönen. In Frankreich gehört er längst zu den Stars seines Fachs – wo immer der junge Tastenvirtuose auftritt, sorgt er für Begeisterungsstürme. Denn so, wie er jeder Orgel neu zuhört, feinsinnig und bedacht in die Tasten greift, so lässt er auch sein Publikum jede Orgel mit neuen Ohren hören.


Text: Julika von Werder; Stand: 12.05.2022

Thomas Ospital Thomas Ospital © Daniel Dittus
Thomas Ospital Thomas Ospital © Daniel Dittus
Thomas Ospital Thomas Ospital © Daniel Dittus
Thomas Ospital Thomas Ospital © Daniel Dittus

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