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5 Fragen an einen Musiker aus dem Publikum

Im Publikumsorchester der Elbphilharmonie kommen begeisterte Laienmusiker zusammen. Seit Beginn dabei: Kontrafagottist Michael Vitzthum.

In der Elbphilharmonie spielen nur Profis? Stimmt nicht ganz. Beim Publikumsorchester dürfen sich engagierte Laien austoben – und jedes halbe Jahr ein Konzert im Großen Saal geben. Seit Gründung des Orchesters dabei ist der Hamburger Michael Vitzthum, der als Kontrafagottist für die tiefsten Töne zuständig ist. Was ihn am Publikumsorchester so begeistert, hat er uns im Interview verraten.

Ein solcher Klang ist mit der teuersten Hi-Fi-Anlage der Welt nicht zu reproduzieren.

Michael Vitzthum

5 Fragen an Michael Vitzthum

Gerade haben Sie mit dem Publikumsorchester wieder ein Konzert in der Elbphilharmonie vor über 2000 Zuschauern gegeben. Wie fühlt sich das an, auf der Bühne im Großen Saal zu spielen?

Für mich ist der Große Saal die tollste Bühne der Welt. Nirgendwo hat man eine bessere Kontrolle über den Klang und die Intonation des eigenen Instruments. Außerdem hört und spürt man die anderen Musiker sehr intensiv. Mitten im Orchester in so einem Saal zu sitzen, das ist mit der teuersten Hi-Fi-Anlage der Welt nicht zu reproduzieren.

Außerdem habe ich den Eindruck, dass das Orchester durch die tolle Akustik hier auch immer besonders gut spielt. Und der Applaus der Zuschauer hört sich ebenso phänomenal an. Der kommt ja von allen Seiten ...

Michael Vitzthum
Michael Vitzthum © Claudia Höhne

Wie lange sind Sie schon beim Publikumsorchester? Hat sich in dieser Zeit etwas entwickelt oder verändert?

Ich bin seit Beginn dabei, also schon eineinhalb Jahre. Dieses ist mein drittes Konzert in der Elbphilharmonie. Die Aufgeregtheit beim ersten Auftritt ist einer konstanten Konzentration und Begeisterung gewichen. 

Man kann herrlich vom Arbeitsalltag abschalten und sich austoben.

Michael Vitzthum

Normalerweise spielen in der Elbphilharmonie Profis; das Publikumsorchester bildet mit den anderen Mitmach-Ensembles des Hauses die Ausnahme. Wie gut muss man sein Instrument beherrschen, um im Publikumsorchester mitzuspielen?

Das Niveau ist anspruchsvoll, man wird gefordert. Aber die Probenatmosphäre ist immer entspannt und angenehm, es gibt keine verbissenen Besserwisser.

Michael Vitzthum
Michael Vitzthum © Claudia Höhne

Hat sich durch das Orchester etwas in Ihrem Leben verändert?

Durch die intensiven Proben und die Vorbereitung aufs Konzert in der Elbphilharmonie kann man herrlich vom Arbeitsalltag abschalten und sich austoben.

Filmmusik auf dieser Bühne: besser als Kino!

Michael Vitzthum

Das Konzert zum Saisonabschluss am 2. Juli 2018 deckt eine große Palette an Stilen ab, von Felix Mendelssohn-Bartholdys Sommernachtstraum bis hin zu Star Wars. Was gefällt Ihnen am besten?

Beruflich habe ich viel mit Filmen und Werbefilmen zu tun, da ist mein Interesse und die Begeisterung für Filmmusik natürlich riesig. Die Plastizität und Kraft der Kompositionen von John Williams ist fantastisch auf der Bühne. Ein tolles Erlebnis, besser als Kino!

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