Tradition neu erzählen – und ihr eine eigene Stimme geben: Das ist das künstlerische Prinzip von Sona Jobarteh. Im Alleingang hat die gambisch-britische Musikerin das Spiel auf der traditionellen westafrikanischen Stegharfe Kora, lange eine reine Männerdomäne, für die Frauen erobert. Mit der Kora im Gepäck reiste sie für ihr Konzert am 12. April 2026 in der Elbphilharmonie auch nach Hamburg – gemeinsam mit ihrer Band und ihrem Sohn Sidiki. Im Podcast geht es unter anderem um Mutterschaft, das Weitergeben von Werten, die Suche nach dem eigenen Weg und um die Frage, wie aus Tradition Zukunft entsteht.
Sona Jobarteh, 1983 in London geboren, entstammt einer Griot-Familie mit über 700-jähriger Geschichte. Griots waren einst Erzähler, Musiker und kulturelle Chronisten an westafrikanischen Höfen – hoch angesehen, weil sie Identität stifteten und Werte vermittelten. Mit Gesang und der Kora, einer westafrikanischen Langhalsharfe, führt Jobarteh diese Tradition fort – und entwickelt sie zugleich weiter.
Ausgebildet an der Royal Academy of Music, der Purcell School und mit einem Studium der Afrikanistik verbindet sie westliche und afrikanische Einflüsse auf einzigartige Weise. Trotz früher Zweifel an der internationalen Erfolgschance eines traditionellen Instruments hat sie sich weltweit etabliert – als Musikerin, Komponistin und Stimme einer neuen westafrikanischen Selbstverortung.
Ihr Engagement geht weit über die Bühne hinaus: In Gambia gründete sie eine Schule, die westliche Bildung mit afrikanischer Geschichte, Kultur und Handwerk verbindet. Ihr Ziel ist es, junge Menschen zu eigenständigem Denken zu befähigen und Verantwortung für die Zukunft ihres Landes zu übernehmen. Auch ihr Sohn Sidiki, selbst Musiker, ist Teil dieses Weges.

