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Elbphilharmonie Talk mit Roman Bunka

Epitaph auf Roman Bunka, einen der Großen der World Music.

Wir hätten das Gespräch am liebsten aus Anlass eines weiteren Konzerts mit ihm in der Elbphilharmonie veröffentlicht. Nun ist es unversehens zum Epitaph auf einen der Großen der World Music deutscher Provenienz geworden. Am Sonntag, den 12. Juni 2022, ist Roman Bunka in seiner Wahlheimatstadt München an einer erst kurz zuvor entdeckten Erkrankung gestorben.

Im »Elbphilharmonie Talk« mit ihm wird die bunte, intensive Kunst- und Musikszene der 70er, 80er, 90er-Jahre lebendig, der unbändige Abenteuerergeist im Hinblick auf Musik, auf Freundschaften über viele Ländergrenzen und andere Kulturen hinweg, der Menschen wie Roman Bunka und ihre Einstellung zum Leben geprägt hat. Mit Offenheit und Neugier hat er bis zuletzt die Welt bereist. Sie hat seinen Klang und seine Persönlichkeit bereichert, so wie er sie.

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Einmal nur hat Roman Bunka in der Elbphilharmonie gespielt, im September 2021, mit dem Trio Orientación. Das war bei Harbour Front Sounds, der konzertanten Abteilung des alljährlichen großen Literaturfestivals in Hamburg. Daniel Speck las aus seinem Roman »Jaffa Road«, und Roman Bunka saß still und bescheiden mit seinen beiden musikalischen Partnern hinten links im Eck auf der Bühne des Kleinen Saals, hörte dem Literaten zu, und wenn es ans Spielen ging, versank er augenblicklich im Klang seiner Oud und dem seiner Mitspieler.

Aber Hamburg kannte er natürlich von vielen Auftritten über die Jahrzehnte hinweg. So spielte er etwa Mitte der 70er-Jahre mit der legendären Münchner Weltmusik-Band Embryo, zu deren wichtigsten Protagonisten er lange zählte, im Malersaal des Schauspielhauses. Später immer mal wieder auch in der Fabrik, mal als Gitarrist, immer häufiger aber auf der Oud, der arabischen Laute, der Urmutter aller Lauten und Gitarren (al’oud ist die etymologische Wurzel für das Wort Laute). Als einer der ganz wenigen westlichen Musiker brachte er es auf der Oud zu wahrer Meisterschaft.

Roman Bunka erinnerte von seinem Äußeren her etwas an den Mystiker Krishnamurti: Hagere Gestalt, vergeistigter Blick, klare Gesichtszüge, das kräftige, graue Haar aufgetürmt zu einer eigenwilligen Frisur. Kein Zweifel, der Mann hatte viel gesehen von der Welt und vom Leben. Ein ruhiger, bescheidener, sehr gelassener Typ. Mit seinen damals knapp 70 Jahren war er cool genug, uns nach dem Soundcheck, eine Stunde vor dem Konzert, noch ein ausführliches Interview zu geben.

Text: Tom R. Schulz, Stand: 15.06.2022

Foto: Thomas J. Krebs

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