Britain Calling

Das City of Birmingham Symphony Orchestra feiert 100. Geburtstag

»This is London calling.« Mit diesem ikonischen Satz begann der BBC World Service einst seine Radiosendungen – gerade während des Zweiten Weltkriegs ein Symbol der Hoffnung für viele Menschen in besetzten oder umkämpften Gebieten auf der ganzen Welt. Heute spielt sich das große politische Drama auf britischem Boden ab. Und angesichts des bislang chaotisch verlaufenden Brexits drängt sich die Lesart der Punkband The Clash auf, deren apokalyptischer Hit »London Calling« weniger Ruf als vielmehr Hilferuf ist.

Das Elbphilharmonie-Festival »Britain Calling« wird beiden Positionen gerecht. Vor allem aber weitet es die Perspektive über die englische Hauptstadt hinaus. Ziemlich genau im Zentrum des Landes, 180 km nordwestlich von London, liegt Birmingham. Längst hat sich die Millionenstadt als Kulturmetropole etabliert – nicht zuletzt dank des hier ansässigen City of Birmingham Symphony Orchestra (CBSO). Der Klangkörper brachte Pultstars wie Sir Simon Rattle und Andris Nelsons hervor, wird heute von der umjubelten litauischen Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla geleitet und feiert 2020 sein 100. Jubiläum. Gemeinsam kommt man für gleich vier Konzerte nach Hamburg.

Den Auftakt bestreitet die Birmingham Contemporary Music Group, die sich mit Blick auf die Musik der Gegenwart aus dem Orchester heraus gründete. Im Gepäck hat sie ein Werk von Rebecca Saunders, die eben erst mit dem renommierten Ernst von Siemens Musikpreis ausgezeichnet wurde. Auch die Konzerte des CBSO rücken englische Komponisten des 20. Jahrhunderts in den Fokus – und zwar solche, die schon selbst am Pult des Orchesters standen oder ihm Uraufführungen anvertrauten. So etwa Edward Elgar, der das Gründungskonzert leitete, oder Benjamin Britten. Ruth Gipps, deren Zweite Sinfonie erklingt, war sogar selbst Oboistin im Orchester.

Gefördert durch den Freundeskreis Elbphilharmonie + Laeiszhalle e.V.