Alan Gilbert

So klingt Amerika: Korngold & Copland

Beim Festival »Age of Anxiety« widmen sich das NDR Elbphilharmonie Orchester und Alan Gilbert der spannenden Musikkultur Amerikas. Verfügbar bis zum 12.3.2022

Hinweis: Dieser Stream ist bis zum 12.3.2022 verfügbar.

 

Die USA im 20. Jahrhundert – eine Nation im Aufbruch und Umbruch, auf der Suche nach kultureller Identität. Diese Phase der Selbstfindung ließ eine reiche und faszinierende Musikkultur entstehen. Unter der Ägide von Alan Gilbert widmen sich die NDR-Ensembles den vielseitigen Klängen dieser Zeit nun in dem Festival »Age of Anxiety«. Zum Auftakt präsentieren das NDR Elbphilharmonie Orchester und sein Chefdirigent Werke von Aaron Copland und Samuel Barber. Auf dem Programm stehen neben Barbers spannendem »Essay for Orchestra« Coplands Dritte Sinfonie und sein brisantes »Lincoln Portrait«. Als Stargast kehrt der Geiger Leonidas Kavakos mit Korngolds melodieseligem Violinkonzert an die Elbe zurück.

 

Festkonzert mit amerikanischer Musik

Auch den fünften Geburtstag der Elbphilharmonie feierten das Orchester und Alan Gilbert am 11. Januar 2022 mit grandioser amerikanischer Musik: Mit John Adams fetzigem »Short Ride in a Fast Machine« ging es schwungvoll in die Festwoche.

Besetzung

NDR Elbphilharmonie Orchester

Leonidas Kavakos Violine

Dirigent Alan Gilbert

Morris Robinson Sprecher

Programm

Aaron Copland
Lincoln Portrait für Sprechstimme und Orchester

Samuel Barber
Essay for Orchestra op. 12

Erich Wolfgang Korngold
Konzert für Violine und Orchester D-Dur op. 35

- Pause -

Aaron Copland
Sinfonie Nr. 3

 

Livestream am 19.2.2022: »Age of Anxiety«

Noch zwei weitere Konzerte des Festivals »Age of Anxiety« werden live übertragen: Am 13. Februar widmet sich die NDR Bigband den Größen des American Cool Jazz, Miles Davis und Chet Baker. Und am 19. Februar spielt das NDR Elbphilharmonie Orchester Werke von Samuel Barber, John Adams und Leonard Bernstein.

Alan Gilbert Alan Gilbert © Peter Hundert
Leonidas Kavakos Leonidas Kavakos © Marco Borggreve
NDR Elbphilharmonie Orchester NDR Elbphilharmonie Orchester © Nikolaj Lund

Zur Musik

Impulse aus der Ferne

Die Musikkultur Amerikas wurde von Anfang an durch die fruchtbaren Impulse geprägt, die die vielen Einwanderer ins Land brachten. Immerhin schuf ein Europäer namens Antonín Dvořák überhaupt erst die Voraussetzungen für die Entstehung einer klassischen »Nationalmusik«.

Ein weiterer Komponist, der den transatlantischen Austausch fortsetzte: Erich Wolfgang Korngold. Er schrieb in und für Amerika einige seiner größten Werke. 1947 feierte das Violinkonzert des Exil-Österreichers Premiere. Der geniale Komponist, der seine Wurzeln in der üppigen Spätromantik der Richard-Strauss-Ära hatte, verwendete darin einige Themen seiner Filmmusiken wieder, mit denen er den »Hollywood-Sound« bis heute prägt.

Ein Lincoln-Porträt von Aaron Copland

Ein anderer Amerikaner holte einen der größten Staatsmänner seiner Nation auf die Konzertbühne – zumindest in Gedanken: In seinem »Lincoln Portrait« ließ Aaron Copland im Jahr 1942 Reden und Briefe des legendären US-Präsidenten Abraham Lincoln rezitieren. Das barg viel politischen Zündstoff – genug, um das Werk während der McCarthy-Ära wegen angeblich allzu linker Züge zu verbieten, und genug, um bei einer Aufführung in Venezuela gar eine Revolution gegen das diktatorische Regime anzuzetteln.

Song of America: A Celebration of Black Music

Leah Hawkins
Leah Hawkins © Sophie Wolter

Der gefeierte Bariton Thomas Hampson veranstaltete 2021 ein Festival in der Elbphilharmonie, das die Musik, Poesie und Geschichten afroamerikanischer Künstler feiert. Die Konzerte sind noch bis Juni 2022 als Streams verfügbar.

Samuel Barber: Mehr als das »Adagio for Strings«

Das Konzert wird flankiert mit Musik des Wunderkinds Samuel Barber: Es war kein Geringerer als der italienische Maestro Arturo Toscanini, der sich seinerzeit für Barber einsetzte. Unter Toscaninis Leitung erklang so im Jahr 1938 auch erstmals dessen »Essay for Orchestra« – zusammen mit dem ungleich berühmter gewordenen »Adagio for Strings«, das so viele lohnende Werke Samuel Barbers in den Schatten gestellt hat.

Coplands »amerikanisches Monument«

Und Copland komponierte auch ein absolutes Schlüsselwerk der US-Orchestermusik: Mit seiner Dritten Sinfonie schuf er – um die Worte Leonard Bernsteins zu benutzen – ein »amerikanisches Monument, ähnlich dem Washington Monument oder dem Lincoln Memorial«. Das brillante Werk aus dem Jahr 1946 wird von einem pompösen Finale gekrönt, in dem Copland seine populäre »Fanfare for the Common Man« zitierte.

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