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Elphi at Home: NDR Elbphilharmonie Orchester & Frank Peter Zimmermann

Wiedersehensfreude! Der Ausnahmegeiger und das Orchester mit Werken von Bach bis Pärt.

Video verfügbar bis 26.05.2021

Das NDR Elbphilharmonie Orchester ist zurück! Nach über zwei Monaten Corona-Pause spielte das Orchester erstmals wieder ein Konzert im Großen Saal der Elbphilharmonie – wenn auch noch ohne Publikum und mit Sicherheitsabstand. Unter der Leitung von Antonello Manacorda und zusammen mit dem weltberühmten Geiger Frank Peter Zimmermann erklangen Werke, die sich auch in reduzierter Ensemblegröße gut realisieren lassen.

Besetzung

NDR Elbphilharmonie Orchester
Frank Peter Zimmermann Violine
Stefan Wagner Violine
Dirigent Antonello Manacorda

Programm

Johann Sebastian Bach (1685–1750)
Contrapunctus 1 / aus: Die Kunst der Fuge BWV 1080

Arvo Pärt (*1935)
Darf ich ...

Wolfgang Amadeus Mozart (1756–1791)
Violinkonzert G-Dur KV 216

Franz Schubert (1797–1828)
Sinfonie Nr. 5 B-Dur D 485

Probe des NDR Elbphilharmonie Orchesters für das Konzert
Probe des NDR Elbphilharmonie Orchesters für das Konzert © Adrian Diaz Martinez

Die Künstler

Dirigent des Abends war der Italiener Antonello Manacorda, der als Chef der Kammerakademie Potsdam für seine interpretatorische Detailfreude und stilistische Flexibilität bekannt ist.

Als Solist kehrte der Ausnahmegeiger Frank Peter Zimmermann zurück – ein guter Freund des NDR Elbphilharmonie Orchesters, der hier zuletzt Ende Februar gastierte und so mit den Musikerinnen und Musikern unter Chefdirigent Alan Gilbert auch das letzte Konzert vor der Corona-Pause gestaltete – was damals natürlich noch niemand ahnen konnte.

Antonello Manacorda
Antonello Manacorda © Nikolaj Lund

Die Musik

Von Entbehrungen, ungewissen Entwicklungen und Hoffnungen erzählt auch die Musik, die auf dem Programm steht. Eine Fuge zum Beispiel, wie Johann Sebastian Bach sie in seiner Sammlung »Die Kunst der Fuge« archetypisch komponierte, verläuft unter ganz ähnlichen Bedingungen wie das Leben in der Corona-Zeit: Jeder ist auf sich allein gestellt und völlig unabhängig. Alle tun zwar dasselbe, aber zeitversetzt – sie dürfen sich auf keinen Fall dabei treffen. Ok, außer beim Schlussakkord. Das Prinzip lautet, einander nach festen Regeln auszuweichen: Das Wort »fuga« bedeutet auf Latein »Flucht«.

Die Unsicherheit, was nun im alltäglichen Leben erlaubt ist und was nicht, läuft vor allem auf eine Frage hinaus: »Darf ich?« Diese Frage hat der estnische Komponist Arvo Pärt im Jahr 1995 in seinem gleichnamigen Stück für Solo-Violine, Streicher und Glocke musikalisch verpackt. Natürlich völlig ohne Bezug zu Corona – eher allgemein formuliert, mit Blick auf Menschlichkeit und soziale Interaktion.

Diese zart formulierte Frage, die Arvo Pärt in behutsam sich vorantastende Klänge kleidet, beantworten die Musiker auf der Bühne der Elbphilharmonie im nächsten Stück mit einem klaren »Ja!« – in Wolfgang Amadeus Mozarts Violinkonzert. Der Komponist schrieb es mit nur 19 Jahren (!) für sich selbst. Er war damals als Konzertmeister des Salzburger Hoforchesters angestellt. Das Stück kam damals gut an – »es ging wie Öl« schrieb Mozart an seinen Vater – und ist heute eines der beliebtesten Violinkonzerte überhaupt.

Auch die Fünfte Sinfonie von Franz Schubert, die das Konzert beschließt, darf als Werk wahrer Erleichterung verstanden werden. Mit Spielfreude und harmonischem Miteinander erfüllt sie all das, was wir in Corona-Zeiten vermissen und hoffentlich schon bald wieder erleben können.

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