Video on Demand vom 9.4.2021
verfügbar bis 9.4.2022

Ivy Flindt

Made in Hamburg: Die Indie-Pop-Band im Livestream.

»Popsongs wie in Silber gegossen«, schreibt das Musikmagazin Rolling Stone über die Band Ivy Flindt, die sich mit elegischem Indie-Pop international einen Namen erspielt hat. Seit 2016 besteht das Hamburger Duo der Sängerin Cate Martin und Gitarrist Micha Holland. Ihr Konzert in der Elbphilharmonie präsentieren die Musiker nun im Livestream aus dem Kleinen Saal.

»Vor allem in Moll getüncht geht es hier mit leisen und leisesten Schritten mit Bass, Gitarre, Klavier, Rhodes und zweistimmigem Gesang auf die weite Reise ins tiefste Innere der Einsamkeit. Und ebenso behutsam wieder auf den anderen zu.«

taz

Besetzung

Ivy Flindt
Cate Martin
vocals
Micha Holland guitar

Chris Haertel organ, vibraphone
Lars Plogschties drums, synthesizer

Interview :mit Cate Martin und Micha Holland

»Seelenvolle Stücke, an denen kleine Gewichte hängen«, so hat Die Zeit eure Songs beschrieben. Was treibt euch an in eurer Musik?

Cate Martin: Das ist eine große Frage. Für mich geht es immer um die innere Notwendigkeit. Der folge ich.

Micha Holland: Ich habe mich nie wirklich für etwas anderes interessiert als für Musik. Sie ist mein Lebensinhalt. Ich bin auf der Suche nach Stimmigkeit, und manchmal stellt sie sich ein, wenn sich eine Musik zusammenfügt.

Im März 2020 hättet ihr auf dem Musexpo-Festival in Hollywood spielen sollen, auf dem besten Weg zur internationalen Pop-Karriere. Dort spielten schon Stars wie Katy Perry oder Raemonn. Ein paar Tage vor eurem Abflug machte Corona uns allen einen Strich durch die Rechnung. Wie habt ihr die Zeit überstanden?

Cate Martin: Zunächst folgte auf die große Anspannung, die dann ja ins Nichts lief, eine große Müdigkeit. Wie ein Pendel, das erst zur einen, dann zur anderen Seite ausschlägt. Ich habe der Frustration schlafend Ausdruck verliehen. Im Laufe der immer neuen Lockdowns haben wir noch einmal neu darüber nachgedacht, was einen Bühnenkünstler zu einem Bühnenkünstler macht. Was ist man oder was kann man sein, wenn es keine Bühne mehr gibt? Für mich ist klar: Musik bricht sich immer Bahn oder eben nicht. Unabhängig von äußeren Umständen.

Micha Holland: Die Zeit seit dem ersten Lockdown kann auch ich in mehrere Phasen einteilen. Einem anfänglichen »Rückbau« der Tourpläne, also einem Geschäftig-Sein in einer destruktiven Art, folgte eine Phase der Hoffnungslosigkeit. Was bleibt, wenn die gewohnte Ordnung zusammenfällt? Für mich war das eine Chance, sich neu zu ordnen. Im Privaten, im Künstlerischen. Was möchte ich künstlerisch ausdrücken und warum? Wie möchte ich leben? Ich hatte im letzten Jahr im Außen so wenig zu tun wie vielleicht noch nie und habe eine Menge im Innen bewegt.

Welche Projekte bewegen euch aktuell in der Hamburger Kulturszene?

Micha Holland: Ich befinde mich in Zeiten der Coronakrise so sehr im Innen, dass ich fast nichts vom Außen mitbekomme. Ich hoffe aber sehr, dass wir die lebhafte Kulturszene in Hamburg, wie wir sie kennen, bald wieder erleben können.

Was ist euer Hamburger Lieblingsort?

Cate Martin: Ich mag das Literaturhauscafé. Auch im Stadtpark mit seinen Baum-Exoten verbringe ich gern Zeit. Überhaupt mag ich das viele Wasser in dieser schönen Stadt.

Micha Holland: Ich mag Hamburgs Gegensätze. Ich mag gute Restaurants genauso wie Wilhelmsburg. Und ich liebe den Hafen und die Elbe, ich bin an der Nordsee aufgewachsen und kann mir nicht vorstellen, ohne Gewässerzugang zu sein.

Wie viel Hamburg steckt in eurer Musik?

Cate Martin: Ich sehe mein Wirken nicht ortsbezogen. Der Ausblick auf etwas Neues ist mir immer näher als das Sich-Einrichten-im-Gegebenen.

Micha Holland: Ich stimme Cate prinzipiell zu, andererseits würde ich sagen: Man kann sich den Einflüssen eines Ortes, an dem man sich bewegt, nie ganz entziehen – »das Sein bestimmt das Bewusstsein«.

Wenn ihr euch einen Ort wünschen dürftet für euer erstes Konzert vor Publikum nach der Pandemie – wo wäre das?

Cate Martin: Jedes Konzert mit Publikum, egal wo.

 

Interview vom April 2021

Made in Hamburg:
Die Elbphilharmonie-Reihe holt lokale Rock-Pop-Künstler aus den Clubs in den Kleinen Saal.

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