Elbphilharmonie Talk mit Paavo Järvi

Der Dirigent über seine tränenreichen Anfänge in der Ausbildung und die Unterschiede in der Akustik zwischen Tonhalle Zürich und Elbphilharmonie.

Endlos breite Straßen, endlos viele Autos, endlose Weite, bebaut und unbebaut: Hier erschien plötzlich alles »larger than life«. Es war schon ein gehöriger Kulturschock, als Paavo Järvi mit 17 Jahren und keinem Wort Englisch auf der Zunge von seiner beschaulichen Heimatstadt Tallinn in Estland mit der Familie nach New Jersey in die USA übersiedelte. Das war 1980 und scheint mehr als ein Menschenleben lang her zu sein. Paavo Järvis Vater Neeme Järvi ist eine estnische Dirigentenlegende mit Wohnsitz in den USA, der neun Jahre jüngere Bruder Kristjan Järvi mischt ebenfalls von den USA aus die Klassik-Szene auf. Und Paavo Järvi wählte nach einer rigorosen Dirigentenausbildung am Curtis Institute of Music in Philadelphia dann doch Europa zu seinem Lebens- und Arbeitsmittelpunkt – ungeachtet einer langjährigen Chefdirigenten-Position in Cincinnati.

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Paavo Järvi dürfte der Dirigent von internationaler Strahlkraft sein, der abseits der Chefs der lokalen Orchester am häufigsten in Elbphilharmonie und Laeiszhalle zu erleben ist. Vor allem mit der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, aber auch mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester, dem Orchestre de Paris, dem Philharmonia Orchestra, dem Estonian Festival Orchestra oder, wie im November 2022 gleich für drei Abende en suite, mit dem Tonhalle-Orchester Zürich, dessen Musical Director Paavo Järvi seit ein paar Jahren ist.

Im »Elbphilharmonie Talk« spricht Paavo Järvi über seine tränenreichen Anfänge in der Dirigentenausbildung in den USA, die spannenden Unterschiede in der Akustik zwischen der Tonhalle und der Elbphilharmonie und worin für ihn die Gemeinsamkeit zwischen Bruckner, Messiaen und Pärt besteht.  Er erklärt, warum die Hälfte aller Dirigenten nicht dirigieren kann und welchen unschätzbaren Vorteil einer hat, bei dem der Mentor für die eigene Pult-Karriere in der Familie liegt. Außerdem bekennt er sich zum Hedonismus und findet, dass er sich mit seinen beinahe 60 Jahren viel besser fühlt als 2012, als er 50 wurde. Und Järvi räumt das Vorurteil aus dem Weg, kein Dirigent könne gleich gut Mahler und Bruckner dirigieren. Zumindest probiert er es.

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