Sie ist eine der gefragtesten Bassistinnen der internationalen Jazzszene: Linda May Han Oh. Besonders bekannt ist sie als Bassistin der Pat Metheny Group bekannt und aus einem Trio, das sie mit dem Pianisten Vijay Iyer und dem Schlagzeuger Tyshawn Sorey bildet. Zum Auftakt der Reihe »Jazz Bass« ist sie im Kleinen Saal der Elbphilharmonie nun mit ihrer eigenen Band zu hören gewesen – einem muskulös aufspielenden Quintett, für das sie selbst die Musik schreibt und zu der sie neben extrem anspruchsvollen Parts für ihren Kontrabass auch kaum weniger komplizierte Gesangsmelodien beisteuert.
Im Gespräch am Morgen danach geht es um ihren Arbeitsethos und seine Auswirkungen auf ihre Musik, um den Einfluss, den die Mutterschaft auf ihr Spiel und ihr Schreiben hat und um ihre reichhaltigen Erfahrungen als Musikerin fast von Kindesbeinen an.
Als Kind chinesischer Einwanderer in Malaysia geboren, die Familie siedelte bald nach Australien über, scheint Linda May Han Oh von einem Arbeitsethos beseelt, das sie dazu anhält, stets und in jeder Beziehung das Maximum aus sich herauszuholen. Gleichzeitig macht sie ungemein wenig Aufhebens von sich. Im Gespräch geht es um Auswirkungen dieser Arbeitshaltung auf ihre Musik, um den Einfluss, den die Mutterschaft auf ihr Spiel und ihr Schreiben hat und um ihre reichhaltigen Erfahrungen als Musikerin fast von Kindesbeinen an.
Premiere beim Elbphilharmonie Talk: Ein Gespräch mit Musikerin und ihrem vierjährigen Sohn. Na gut, Nilo, so heißt er, war jetzt nicht direkt am Gespräch beteiligt. Aber er saß dabei, guckte ein Video und wandte sich zwischendurch, wenn die Technik hakte oder als die spannendste Stelle seines Animes kam, an seine Mutter. Die seelenruhige Art, in der Linda May han Oh Nilos Bedürfnissen Aufmerksamkeit schenkte, ohne den Gesprächsfaden zu verlieren und ihn nach einer kleinen mütterlichen Intervention unverzüglich fortspann, sagt einiges über Charakter und Temperament dieser außergewöhnlichen Musikerin.

