Geboren in eine Familie, die keine materiellen Sorgen kannte, aber den Hunger nach Kunst und Bildung über alles andere stellte: Gefördert und gefordert wuchs das erstaunlichste Geschwisterpaar der Musikgeschichte heran: Fanny & Felix Mendelssohn. Sie war vier Jahre älter und das erste Kind der Familie, bei dem eine musikalische Hochbegabung festgestellt wurde. Vielleicht war sie zunächst sogar die talentiertere, feurigere, entschlossenere der beiden gewesen.
Ruhm und Ehre in der Welt aber durfte nur Felix sammeln, Fanny verblieben in einer zutiefst patriarchalischen Gesellschaft als wichtigste Aufgabe Ehe und Mutterschaft. Das innig gewebte Band persönlicher, fast symbiotischer Nähe blieb – wie auch die künstlerisch gegenseitige Inspiration – zeitlebens erhalten. Ein Sein ohne die Schwester, ohne den Bruder war undenkbar. Der Tod ereilte beide früh und unerwartet im gleichen Jahr 1847, also genau vor 175 Jahren.
Aus diesem Grund und zu Ehren der beiden Geschwister findet das »Fest für Fanny & Felix« statt. An zwei Tagen und in drei verschiedenen Konzertprogrammen huldigen das casalQuartet, die Pianistin Ragna Schirmer, das Kuss Quartett, der Bass-Bariton Christian Immler und die beiden Schauspieler und Sprecher Regula Grauwiller und Ulrich Noethen dem Geschwisterpaar Fanny & Felix in der Hamburger Laeiszhalle.