Symphoniker Hamburg & Han-Na Chang, 27.4.2025

Mozart in der Laeiszhalle

Die Symphoniker Hamburg spielen Mozart im schmuckvollen Großen Saal der Laeiszhalle.

Ein klassisches Konzert, wie man es sich vorstellt: Seelenvolle Musik von Mozart im besonderen Ambiente der Laeiszhalle. Unter der Leitung von Han-Na Chang widmen sich die Symphoniker Hamburg mit Mozarts Sinfonie Nr. 25 einem echten Repertoireklassiker. Spätestens seit ihrer Verwendung in dem berühmten Spielfilm »Amadeus« (1984) ist diese dramatische und aufwühlende Sinfonie in g-Moll weltbekannt.

Vor allem bei Orchesterkonzerten schwingt in der Laeiszhalle stets ein Stück der langen Geschichte des schmuckvollen Konzertsaals mit, der seit rund 100 Jahren ein zentraler Punkt des Hamburger Musiklebens ist. Als Residenzorchester präsentieren die Symphoniker Hamburg regelmäßig durchdachte sinfonische Programme im Großen Saal – von Gegenwarts-Musik bis zu klassischen Orchester-Hits.

 

Symphoniker Hamburg & Han-Na Chang, 27.4.2025
Symphoniker Hamburg & Han-Na Chang, 27.4.2025 © Elbphilharmonie Hamburg

Besetzung

Symphoniker Hamburg

Dirigentin Han-Na Chang

Programm

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie g-Moll KV 183

Die Künstler:innen

Han-Na Chang :Dirigentin

Han-Na Chang
Han-Na Chang © Cove Nouveau
  • Über Han-Na Chang

    Die südkoreanische Dirigentin Han-Na Chang ist für ihr umjubeltes Debüt am Pult der Symphoniker Hamburg im Oktober 2021 kurzfristig eingesprungen und ist seit der Spielzeit 2022/2023 Erste Gastdirigentin des Orchesters. Gemeinsam mit Solist:innen wie Mischa Maisky, Benjamin Beilman und Gil Shaham sorgt sie regelmäßig für Begeisterung in der traditionsreichen Laeiszhalle.

    Seit 2017 ist Han-Na Chang zudem Künstlerische Leiterin und Chefdirigentin des Trondheim Symfoniorkester in Norwegen. Darüber hinaus leitet sie das jährliche Musikfestival »Han-Na Chang’s DaejeonGrandFestival«, das vom Daejeon Arts Center organisiert wird und im November 2024 seine Premiere feierte. Ziel des Festivals ist es, herausragende Nachwuchs-Künstler:innen ins Rampenlicht zu rücken und die Freude an der Musik durch abwechslungsreiche und durchdachte Programme rund um die Klassik mit einem breiteren Publikum zu teilen.

    Als Gastdirigentin ist Han-Na Chang weltweit unterwegs und arbeitet regelmäßig mit renommierten Orchestern wie dem Rotterdam Philharmonic, dem Oslo Philharmonic, dem Vancouver Symphony, dem Concertgebouw Orchestra Amsterdam und dem Singapore Symphony.

    Heute vor allem als Dirigentin gefragt, begann Han-Na Chang ihre professionelle Musikkarriere als Cellistin. Internationales Aufsehen erregte sie bereits 1994, als sie im Alter von elf Jahren den Grand Prix de la Ville de Paris und den Contemporary Music Prize bei der fünften Rostropovich Cello Competition in Paris gewann. Als Cellistin hat sie mit namhaften Orchestern zusammengearbeitet, darunter die Berliner Philharmoniker, New York and Los Angeles Philharmonic Orchestra, London Symphony Orchestra, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks und das Orchestre de Paris.

    Han-Na Chang zählt Mischa Maisky, Mstislaw Rostropowitsch und Giuseppe Sinopoli zu ihren einflussreichsten Mentoren und studierte parallel zu ihrer Musikkarriere auch Philosophie an der Harvard University.

Symphoniker Hamburg

Symphoniker Hamburg & Sylvain Cambreling
Symphoniker Hamburg & Sylvain Cambreling © Dan Hammen
  • Über das Orchester

    Die Symphoniker Hamburg sind seit 2017 das Residenzorchester der Laeiszhalle. Sie führen die bedeutende Tradition des Konzerthauses mit musikalischer Exzellenz fort und verbinden die Potenziale eines aktualisierten Rollenbilds moderner Sinfonieorchester mit dem Selbstverständnis einer lebendigen Kulturinstitution zusammen. Damit hat das Orchester nicht nur einen festen Platz in der kulturellen Identität Hamburgs, sondern ist auch weit darüber hinaus ein wichtiger Akteur der internationalen Orchester-Landschaft.

    Neben erstklassigen Orchesterkonzerten gestalten die Symphoniker Hamburg auch Kammermusikreihen, genreübergreifende Fusion-Projekte, Festivals (jährlich das Martha Argerich Festival) und ein ungewöhnlich breit gefächertes Vermittlungs- und Education-Angebot. Ein wichtiger ästhetischer Ansatz zielt dabei auf eine Erweiterung des Konzerterlebnisses durch den Austausch mit anderen Künsten und die Einbindung von Theater, Film-, Video- und Lichtkunst in das Konzertgeschehen.

    Chefdirigent der Symphoniker Hamburg ist seit 2018 Sylvain Cambreling – einer der renommiertesten Dirigent:innen unserer Zeit, der seit Jahrzehnten größte Anerkennung für seine mitreißenden, ideen- und farbenreichen Aufführungen erfährt. Sein präziser und unaffektierter musikalischer Stil ist untrennbar mit vielen der bedeutendsten Uraufführungen zeitgenössischer Musik und zeitgenössischen Musiktheaters verbunden. Die Zusammenarbeit mit Sylvain Cambreling eröffnet dem Orchester neue Perspektiven: Seine künstlerische Integrität baut auf schönste Weise eine Brücke zur Ära des früheren Chefdirigenten Sir Jeffrey Tate, der den warmen und holzbetonten Klang des Laeiszhalle Orchesters entscheidend geprägt hat.

Über die Musik

Gerade einmal 17 Jahre alt war Wolfgang Amadeus Mozart, als er mit seiner Sinfonie Nr. 25 die Gattung der Sinfonie für sich neu definierte. Während eine Sinfonie bis in die 1770er-Jahre oft noch als Auftakt für eine Oper oder eine größere Konzert-Suite daherkam, hob sie der junge Komponist nun aus ihrer dienenden Rolle heraus und machte sie selbst zum Schauplatz innerer Bewegung: kein höfischer Glanz, kein gefälliger Schwung – stattdessen: nervöse Energie, dunkler Klang, ein Aufbegehren in Tönen. Zum ersten Mal überhaupt wählte Mozart dabei für eine Sinfonie eine Molltonart – und sie blieb, neben der berühmten g-Moll-Symphonie Nr. 40, die einzige. Schon das ist ein Signal: Statt leuchtender Farben und höfischer Leichtigkeit herrschen hier Spannung, Dramatik und innere Unruhe.

Der eindringliche Tonfall hat immer wieder Spekulationen über eine persönliche Krise Mozarts ausgelöst. Spätestens seit der berühmten Eingangsszene von Miloš Formans Film »Amadeus« (1984) wurde das Werk zu einem festen Bestandteil der Mozart-Rezeption – etwa als musikalisches Sinnbild innerer Zerrissenheit. Doch Hinweise auf eine biografische Ausnahmesituation gibt es nicht. Viel näher liegt der Eindruck, den die Wienreise des damals noch in Salzburg lebenden Komponisten kurz zuvor hinterlassen haben dürfte: Dort begegnete er Sinfonien von Joseph Haydn und anderen, die in ihrer Dramatik, ihren schroffen Kontrasten und expressiven Gesten deutlich über das hinausgingen, was ihm bis dahin vertraut war.

Wolfgang Amadeus Mozart, Portrait von Joseph Lange
Wolfgang Amadeus Mozart, Portrait von Joseph Lange © Mozarteum

Was Mozarts Sinfonie Nr. 25 so besonders macht, ist nicht nur ihr leidenschaftlicher Gestus, sondern auch ihr innerer Zusammenhalt. Die vier Sätze sind klar gebaut, aufeinander bezogen, dramatisch gespannt. Ein Wechsel von düsterer Dringlichkeit, melancholischer Ruhe, herbem Tanz und einem ungestümen Finale, das nichts auflöst, sondern alles noch einmal bündelt. Auch der Klang überrascht. Die damals seltene Besetzung mit vier Hörnern färbt das Orchester dunkel.

Die gelegentlich verwendete Bezeichnung als kleine g-Moll-Sinfonie« (in Abgrenzung von der späteren »großen g-Moll-Sinfonie«) wird ihr kaum gerecht. Weder in Ausdruck noch Anlage wirkt sie kleiner als ihre berühmtere Schwester – eher wie ihr vorausgeworfener Schatten.


Text: Johann Layer
(Aus dem Programmheft zum Konzert am 27. April 2025)

Laeiszhalle

Seit ihrer feierlichen Eröffnung 1908 ist Laeiszhalle ein Fixpunkt der Musikstadt Hamburg: Regelmäßig geben sich internationale Stars hier die Klinke in die Hand. Ein traditionsreiches Konzerthaus mit mehreren Bühnen, schmuckvollen Foyers – und jeder Menge Geschichten.

Symphoniker Hamburg & Han-Na Chang, 27.4.2025 Symphoniker Hamburg & Han-Na Chang, 27.4.2025 © Elbphilharmonie Hamburg
Symphoniker Hamburg & Han-Na Chang, 27.4.2025 Symphoniker Hamburg & Han-Na Chang, 27.4.2025 © Elbphilharmonie Hamburg
Symphoniker Hamburg & Han-Na Chang, 27.4.2025 Symphoniker Hamburg & Han-Na Chang, 27.4.2025 © Elbphilharmonie Hamburg

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