Chor zur Welt

In dem Elbphilharmonie-Ensemble singen Sängerinnen und Sängern aus über 15 Ländern.

Heimat ist nicht zwangsläufig an einen Ort gebunden, Heimat kann auch ein Gefühl sein – da sind sich die Sänger des Chor zur Welt einig. Sie alle wohnen in Hamburg – einige seit ihrer Geburt, andere erst, seit sie das Land, in dem sie groß geworden sind, verlassen mussten.

Die erste Probe

»Und plötzlich standen da 60 Teilnehmer«

Ilka Berger

Der Chor zur Welt der Elbphilharmonie wurde im Herbst 2016, wenige Monate vor der Eröffnung des neuen Konzerthauses, mit Blick auf das Elbphilharmonie-­Festival »Salām Syria« gegründet. Entsprechend richtete er sich zunächst primär an Menschen aus Syrien und Deutschland. »Wir wussten überhaupt nicht, wer da kommen würde«, erzählt Ilka Berger, die das Projekt koordiniert. »Und plötzlich standen da 60 Teilnehmer.« Eigens für dieses erste Treffen war die syrische Sängerin Dima Orsho nach Hamburg gekommen. Sie stimmte gleich einmal ein syrisches Volkslied an – und sofort sang die eine Hälfte des neuen Chors leidenschaftlich mit. Für Nidal Osman, der aus Damaskus nach Hamburg kam und hier als Informatiker arbeitet, war das ein sehr emotionaler Moment: »Als Dima anfing zu singen, bekam ich Gänsehaut. Viele hatten Tränen in den Augen. Spätestens da stand für mich fest: Hier mache ich definitiv mit.«

Bundespräsident ist begeistert

Seitdem hat der Chor fleißig im Wochenrhythmus geprobt und ist nicht nur beim Festival Salām Syria im März 2017 aufgetreten, sondern auch bei der Körber-Stiftung, bei der Langen Nacht des Singens in der Elbphilharmonie und sogar vor Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

Arabisch in Lautschrift

Das Repertoire des Ensembles hat sich ebenso erweitert wie die Zusammensetzung: Der Chor vereint derzeit etwa 60 Laien­sängerinnen und -sänger aus 15 Ländern. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von Jörg Mall; sein Assistent Rami Olsen kümmert sich mithilfe der Muttersprachler um die Details der Aussprache. Beides ist wichtig, denn der Chor singt sowohl Lieder aus dem türkisch-arabischen Raum als auch aus Europa. Die arabischen Texte werden für die deutschen Chormitglieder in Lautschrift notiert. »Für die Syrer ist das natürlich ein Heimspiel«, lacht Ilka Berger. Andersrum war für viele syrische Teilnehmer der mehrstimmige Chorgesang anfangs eine neue Erfahrung, sie sind einstimmiges Singen gewohnt.

Die Mitmach-Ensembles der Elbphilharmonie

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