Sufi Festival

Zwischen Askese und Extase: Mit tanzenden Derwischen, persischen Liebesliedern und klassischer Musik aus Afghanistans portraitiert dieses Festival den faszinierenden Sufismus von Pakistan über die Türkei bis nach Marokko

Derwische
Derwische © Hulki Okan Tabak / Unsplash
Dschelaleddin Rumi
Dschelaleddin Rumi © Alamy

Als mystisch-spirituelle Strömung des Islam erfreut sich der Sufismus ungebrochener Faszination. Trance und Transzendenz liegen hier besonders nah beieinander, denn ein Sufi sucht die Präsenz Gottes in der körperlichen Entgrenzung, wahlweise in der Askese oder in der Ekstase, in der Meditation oder im Tanz. Der nach innen gerichtete, persönliche Zugang steht im Vordergrund, der »Tarīqa« genannte spirituelle Pfad des Islam. Durch diesen Ansatz hat sich der Sufismus eine liberale Grundhaltung bewahrt, die ihn von orthodoxen Richtungen abhebt. Das aktuelle Elbphilharmonie-Festival portraitiert den Sufismus an drei Tagen auf künstlerische Art und Weise. Das ist nur naheliegend, denn Musik spielte in dieser Bewegung schon immer eine zentrale Rolle.

Wer tiefere Einblicke in die Musik der Sufis gewinnen will, sollte sich den Vortrag des Sufi-Experten Jürgen Wasim Frembgen am 26. November nicht entgehen lassen. Bei Vorlage eines Tickets für ein Konzert des Sufi Festivals ist der Eintritt frei.

Dazu versammelt es prominente Vertreter unterschiedlicher Sufi-Strömungen, die gleichzeitig einen stilistisch wie politisch grenzüberschreitenden Querschnitt durch den islamischen Kulturbereich von Pakistan über die Türkei bis nach Marokko abbilden.

Hierzulande am bekanntesten sind sicher die »drehenden Derwische«, die sich bei ihrem »Sema«-Ritual in Trance tanzen. Zuvor spielt das ANIM Ensemble (Ensemble Safar) die klassische Musik Afghanistans. Am zweiten Tag beweist das Ensemble Naghma-E-Israfil, dass auch Frauen im Sufismus eine tragende Rolle zukommt. Abends zelebriert Mehdi Qamoum ein mehrstündiges »Lila«-Ritual mit mitreißender Musik und Teepausen, mit dem sich die Gnawa-Minderheit im Maghreb ihrer kulturellen Wurzeln besinnt.

Zum Finale erklingen zunächst persische Liebeslieder aus den Federn der großen Sufi-Dichter Rumi und Hafis. Die Söhne des Großmeisters Ustad Saami bringen dann dessen ekstatischen Qawwali-Gesangsstil mit viel Power in die Gegenwart.

Gefördert durch die Stiftung Elbphilharmonie

Das Begleitprogramm des Festivals