Thilo Thomas Krigar verwob dafür Texte von Homer, Ovid, Shakespeare, Schiller und Nikos Kazantzakis gekonnt mit seiner eigenen Musik. Literarische Inseln im Meer von verführerischen Klängen, die von einer selten sinnlichen Schönheit sind. Seine Musik ist fein durchdacht, sie besinnt sich auf antike Vorstellungen von Sphärenharmonik und Zahlenproportionen. Auch ohne diese filigranen Kenntnisse kann man in Krigars Musik schwelgen. Seine Vision war es, dieses Epos auf die großen Bühnen zu bringen. Für die Hamburger Aufführung in der Elbphilharmonie konnte er herausragende Musiker:innen und Schauspieler:innen gewinnen, die sich für dieses einzigartige Stück Musiktheater begeistern ließen.
Das Werk wurde in Thessaloniki uraufgeführt. Damals mit den Schauspieler:innen Angela Winkler und Otto Sander als Sprecher. In Hamburg stehen Corinna Harfouch in der Rolle der Penelope und Stefan Wilkening als Odysseus auf der Bühne. Zwischen beiden sprühen die Funken. Mit Mitgliedern der Berliner Philharmoniker steht den Schauspieler:innen ein hochkarätiges Kammerensemble zur Seite. In Krigars Musiktheater entfaltet das exquisite Streichquartett die musikalische Erzählung, die zwei Schlagwerker bilden den klanglichen Kontext für sie. Als Leiter des Ensembles wirkt ihr philharmonischer Kollege Raphael Haeger, der schon in vielen mit Philharmonikern besetzten besonderen Ensembles als Dirigent hervortrat.
Das Werk wurde nun speziell für die Premiere in Hamburg um Chorstücke erweitert. Der Chor – im antiken Griechenland wichtiger Akteur im Theater und immer männlich besetzt – ist vielfältig gefragt: Als innere Stimme oder als das Gegenüber der Protagonisten, als Kommentator oder beim Wettstreit im Bogenschießen auch als Publikum. Eine wichtige und herausfordernde Aufgabe für die jungen Sänger des Neuen Knabenchor Hamburg unter Leitung von Jens Bauditz.
Der bekannte Berliner Maler André Krigar und Bruder des Komponisten hat in Anlehnung an die antike Bühnenmalerei Ölbilder geschaffen, welche die Situationen der Reise darstellen und als optische Begleitung fungieren. Werke von ihm sind auch in Hamburger Museen und Sammlungen zu sehen.