Das Wienerlied ist zweifellos eine von Gegensätzen geprägte Gattung: Der Schmerz schmiegt sich ans Liebliche, das Schwere an die Leichtigkeit. So auch bei Soyka & Stirner, deren Musik sich im Urschlamm der Hochromantik bewegt und die Lauschenden dann wieder in die enden wollende Zeit zurückholt.
Es ist eine Reise voller Verspielt- und Klangverliebtheit, die von nur zwei Instrumentalprofis angeleitet wird. Soyka, der auch die Knopfharmonika bei Molden Resetarits Soyka Wirth bedient, ist Komponist, der sich schon früh mit dem Stil der Schrammeln anfreundete und sich seit den Neunzigern im Bereich der Improvisation engagiert. Stirner studierte Zither, Schlagzeug und Komposition. Im Fokus seiner musikalischen Tätigkeit liegt laut eigener Aussagen die Integration der Zither in die Ernste Musik.
Zusammen interpretieren Soyka und Stirner schon seit Anfang der Zweitausenderjahre Landler, Märsche und andere Werke, die in ihrer ursprünglichen Form nur auf über 100 Jahre alten Schellack-Platten zu hören wären.
Das Festival »Ganz Wien« bringt das Wienerlied in sämtlichen Stilrichtungen auf die Bühnen der Elbphilharmonie. Eine Riege der derzeit spannendsten Künstler versprüht original Wiener Flair und demonstriert, was die österreichische Hauptstadt musikalisch zu bieten hat.