Happy Birthday, Beethoven!

Ein musikalischer Gruß zum 250. Geburtstag: Tabea Zimmermann, Daniel Sepec und Jean-Guihen Queyras spielen ein frühes Trio des Komponisten.

»Es ist immer wieder spannend, Beethovens Werke nochmal neu anzuschauen. Sie geben einem so viele Impulse!«, schwärmt die Bratschistin Tabea Zimmermann über den Komponisten, der 2020 seine große Jubiläums-Saison feierte. Gemeinsam mit ihren langjährigen Kammermusik-Partnern Daniel Sepec und Jean-Guihen Queyras hat sie zur Feier dieses Geburtstags Beethovens erstes Streichtrio im Kleinen Saal der Elbphilharmonie aufgenommen.

Tabea Zimmermann, Daniel Sepec und Jean-Guihen Queyras mit Beethovens Streichtrio Nr. 1

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© Philipp Seliger

Die Künstler

Die Wunder-Bratschistin Tabea Zimmermann erhält weltweit größte Anerkennung für ihren unermüdlichen Enthusiasmus, mit dem sie ihrem Publikum ihr Verständnis der Werke und ihre Liebe zur Musik vermittelt. Sie gehört zu den renommiertesten Interpreten unserer Zeit und wurde im Januar 2020 mit dem prestigeträchtigen Ernst von Siemens Musikpreis ausgezeichnet. Mit Beethoven hatte die gebürtige Schwarzwälderin in den letzten Jahren besonders viel zu tun, denn von 2013 bis 2020 war sie die Präsidentin des Vereins vom Beethoven-Hauses Bonn und damit auch Künstlerische Leiterin der Beethoven-Woche. Mit ihren Erfolgen in Bonn erregte sie große internationale Aufmerksamkeit und wurde zum Ende ihrer Amtszeit als Ehrenmitglied des Vereins gerühmt. Einen besonderen Höhepunkt ihrer Auseinandersetzung mit Beethoven waren ihre Einspielungen auf Beethovens Bratsche. Nach mehr als 100 Jahren hat Zimmermann sie mit Werken von Beethoven und zwei seiner Zeitgenossen für die Ohren und Augen der Gegenwart »wachgeküsst«.

»Beethovens Streichtrios begleiten mich schon lange: Ich habe 15 Jahre Trio mit meinen Schwestern gespielt, da gab es die frühen Beethoven-Trios rauf und runter.«

Tabea Zimmermann

Zimmermanns musikalische Partner Daniel Sepec und Jean-Guihen Queyras sind beide selbst Musiker von Weltrang, die international auf den wichtigsten Bühnen zuhause sind. Als Trio treten sie seit vielen Jahren regelmäßig gemeinsam auf, mit Beethovens Streichtrios zuletzt in der Londoner Wigmore Hall, in Essen und bei den Schwetzinger Festspielen. Die drei Ausnahmemusiker sind seit Jahrzehnten eng verbunden und gründeten 2002 gemeinsam mit der Geigerin Antje Weithaas das erfolgreiche Arcanto Quartett.

Die drei Künstler im Podcast-Gespräch mit unserem Pressesprecher Tom R. Schulz

»Wir spielen alle auch gemeinsam Quartett. Mit Tabea war ich sogar schon im Bundesjugendorchester, in den 80er Jahren! Wir sind eine Mischung aus Musikern und guten Freunden – eigentlich eine musikalische Lebensfreundschaft.«

Daniel Sepec

Das Programm

Ludwig van Beethoven (1770–1827)
Streichtrio Es-Dur op. 3 (1794/1795)

Allegro con Brio
Andante
Menuetto. Allegretto – Trio
Adagio
Menuetto. Allegretto – Minore
Finale. Allegro

 

»Man merkt, wie er bastelt. Er kombiniert und dreht die Instrumente immer wieder anders – wie drei Legosteine. Und dabei entwickelt er etwas ganz Neues.«

Jean-Guihen Queyras

Gespräch mit den Künstlern

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Zur Musik

»Ich habe mich zu den größten Verehrern Mozarts gerechnet und werde es auch bleiben bis zum letzten Lebenshauch.«

Beethoven, 1827

Aller guten Dinge sind drei – Geige, Bratsche, Cello. Das dachte sich Mozart wohl, als er 1788 das erste wegweisende Streichtrio (Divertimento in Es-Dur KV 563) komponierte. Auch wenn diese Besetzung nie so prominent wie das Streichquartett werden sollte, bereitete Mozart damit einer neuen Gattung den Weg, die auch seine berühmten Nachfolger wie Beethoven und Schubert weiter beschäftigte. Denn der junge Beethoven war ein großer Mozart-Fan und hat sich wohl vor allem von dessen Streichtrio zu einer eigenen Komposition für diese Besetzung inspirieren lassen. Beethovens Trio in Es-Dur ist wahrscheinlich das erste Stück, dass er nach seinem Umzug von Bonn nach Wien komponierte – ein vielversprechender erster Schritt auf dem Weg seiner beispiellosen Karriere in der österreichischen Hauptstadt.

Die Gattung des Streichtrios blieb für Beethoven eine Art Jugendliebe. Insgesamt komponierte er fünf Werke für das Dreiergespann, sämtlich in den 1790er Jahren. Die Trios sind also alle noch vor der Ersten Sinfonie entstanden. Das heißt allerdings nicht, dass sie nur ein Trainingslager für die ganz große Liga der sinfonischen Werke sind. Im Gegenteil: Auch wenn in seinem ersten Trio einiges noch ein bisschen nach Mozart klingt (auch die Tonart und die vielen Sätze übernahm er von dessen Trio), tritt doch an vielen Stellen schon der eigenständige und innovative Beethoven-Stil ans Licht. Der erste Satz beginnt mit einem kurzen und prägnanten Motiv, das zu einer Art Motto für den ganzen Satz wird – eine kompositorische Idee, die spätestens in der Fünften Sinfonie mit dem berühmten Klopfmotiv zur vollen Entfaltung kommt. Der sparsame zweite Satz hingegen klingt wie ein Entwurf für den langsamen Satz seiner Ersten Sinfonie oder das Adagio seines Streichquartetts Nr. 6.

Weihnachten bei den Beethovens
Natürlich feierte Beethoven nicht nur Geburtstag, sondern auch Weihnachten. Wie der berühmte Komponist als Kind Heiligabend verbrachte, berichtet sein Nachbar und Kindheitsfreund Gottfried Fischer.

None © Philipp Seliger
Tabea Zimmermann Tabea Zimmermann © Philipp Seliger
Daniel Sepec Daniel Sepec © Philipp Seliger
Jean-Guihen Queyras Jean-Guihen Queyras © Philipp Seliger
None © Philipp Seliger

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