Laeiszhalle Hamburg / Kleiner Saal

»Mehr Zeit für Bach«

Das Konzert entfällt!

Diese Veranstaltung liegt in der Vergangenheit! € 25,00 | 15,00
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Wenn von Bach überliefert ist, dass »...er so viele Mannigfaltigkeit in seinen Vortrag zu bringen wusste, dass jedes Stück unter seiner Hand gleichsam wie eine Rede sprach... «, so ist dies alles andere als ein Plädoyer für einen »veloziferischen« Bach-Stil. Im Gegenteil: Eine deutlich vernehmbare Darstellung der komplexen Bach’schen Klangrede braucht eine angemessene Zeit, damit sie wirklich nachvoll¬zogen werden kann. Schon zu Bachs Zeiten versuchte man, das angemessene Tempo mit Hilfe des menschlichen Pulsschlages oder mit mechanischen Hilfsmitteln anzugeben. 1815 erfand schließlich Johann Nepomuk Mälzel eine Taktschlag-Maschine, das Pendel-Metronom. Die frühesten metronomischen Tempoangaben zu Bachs Violin-Cembalo-Sonaten und zur »Kunst der Fuge« stammen von Carl Czerny. Ob diese annäherungsweise einen Eindruck historischer Bach-Tempi vermitteln, hängt sehr davon ab, wie sie gelesen werden. Neuere Forschungen haben ergeben, dass bei historischen Metronom-Angaben sowohl mit dem Einzelschlag als auch mit dem Doppelschlag zu rechnen ist. Der bedeutende Leipziger Thomaskantor Moritz Hauptmann (1792–1868) hat in seinem Buch »Die Natur der Harmonik und der Metrik« diese »Zwei-Einheit« eingehend dargestellt. Alleine schon die Grenzen der Repetitions-Geschwindigkeit aller historischen Klaviermechaniken zeigen in diesem Zusammenhang, dass die heutige Einzelschlag-Hypothese bei historischen Metronom-Angaben unhaltbar ist. Bezieht man nun Czernys Angaben in seine Bach-Studien ein, so führt deren sachgemäßes Lesen also in vielen Fällen zu sehr ruhigen Tempi.

Besetzung

Gudrun Schaumann Violine

Johann Sonnleitner Cembalo

Programm

Johann Sebastian Bach
Sonate Nr. 5 f-Moll BWV 1018 für Violine und Cembalo

Sonate Nr. 6 G-Dur BWV 1019 für Violine und Cembalo

Partita Nr. 3 E-Dur BWV 1006 für Violine solo

Contrapunctus XIV / Die Kunst der Fuge BWV 1080

Veranstalter: Brinkermedia Henry C. Brinker