Hell und lebensbejahend kommt Beethovens Streichquartett A-Dur daher. Es zählt es zu den frühen Werken des Komponisten, die noch ganz im Zeichen der Wiener Klassik stehen. In Aufbau und Struktur folgt Beethoven fast auf die Note genau seinem großen Vorbild Mozart: Dessen Streichquartett KV 464 steht ebenfalls in A-Dur und hat zahlreiche stilistische, harmonische und rhythmische Gemeinsamkeiten mit Beethovens Werk.
Vollständig von Haydn und Mozart emanzipiert hat sich Beethoven hingegen bei seiner letzten je zu Papier gebrachten Komposition, dem Streichquartett F-Dur. 1827 vollendet, hat Beethoven die Uraufführung 1828 nicht mehr miterlebt. Im Gegensatz zum Streichquartett A-Dur klingt es dunkler, dramatischer, und ist ein Sinnbild des beethoven’schen Spätstils, zu dem auch seine berühmte Neunte Sinfonie gehört. Die Gegenüberstellung von Beethovens Früh- und Spätwerk bildet den Mantel für eines der komplexesten Werke für Quartettbesetzung: Brahms Streichquartett c-Moll.
Dem hohen Anspruch der Gattung des Streichquartetts fühlte sich Brahms erst nach mehrjähriger Vorarbeit gewachsen. Nach eigenen Angaben hat er etwa zwanzig frühe Streichquartette zerstört, bevor er 1873 das Streichquartett c-Moll publizierte. Es ist ein eindrucksvolles Beispiel für den komplexen und vielschichtigen Stil des tief melancholischen Brahms, und zählt zu den kompositorischen Höhepunkten für Streichquartett.