Seit ihrer letzten Veröffentlichung »Awase« (ECM 2018) hat die Band ihr Repertoire im eigenen Club »Exile« in Zürich in den wöchentlichen Montags-Konzerten kontinuierlich gepflegt und weiterentwickelt – selbst während der Corona-Zeit. Im Januar 2024 erreichte sie durch diese Konstanz Montags Nr.1000 und feiert im November 20 Jahre Montags-Konzerte. Das neue Album zeigt daher nicht nur die neuesten Entwicklungen und Stücke wie Modul 63 und Modul 66, sondern auch eine Kombination von neuem und altem Material in Modul 70_51 (51 erschien bereits auf dem ECM-Album »Llyría«, 2010) und die beiden Klassiker Modul 14 und Modul 23 in völlig neuen Arrangements und Interpretationen.
»Spin« spiegelt die Phase, in der sich die Band jetzt befindet: zurück in die Zukunft, vorwärts zu den Wurzeln. Ronin’s charakteristische Rhythmus Kultur ist präsent wie immer: ausgefeilte Drum-Beats, Pattern-, Zyklen-und Groove-Entwicklungen sind gepaart mit Spielfreude und bewussten Freiheiten innerhalb klarer Strukturen. Das Gespür der Bandmitglieder für kammermusikalische Details, Sound-Blending, Ghost Notes und Mikrophrasierung erfrischt die Musik live und auf Platte wie zuvor. Neu ist dazu der kompakte und erdige Bandsound, durch den raffinierte Bezüge zu Indie, Post-Rock und Ambient-Pop aufscheinen. Die unmittelbare Groove-Energie in diesem neuen Quartett mit Jeremias Keller ist offensichtlich. Er präsentiert seine Klasse, klangliche Vielfalt und schnörkellose Differenzierung zuletzt auch auf seinem fulminanten Soloalbum »Alloy« (RRR 2023), auf dem er alle Instrumente selbst spielte und das er auch selber produzierte, basierend auf Variationen von Modul-Kompositionen von Bärtsch.
Ronin spielen ständig live in ihrem Club Exile und auf Tourneen in den USA, Europa und Asien. Dieses Album ist daher genährt von der Freude und Energie, welche die Band im Kontakt mit dem engagierten Publikum auf der ganzen Welt entfacht. Das Album wurde von Lars Dölle, dem Tontechniker der Band aufgenommen und selbständig produziert und somit komplett independent geschaffen. Es zeigt den authentischen und ursprünglichen Ronin-Spirit: voller Fokus auf die Musik und deren Gemeinschaft. Die Stücke wurden live zusammen im Studio eingespielt und basieren auf der Idee handwerklich geschaffener Groove-Qualität – das Credo der Band seitihrer Gründung im Jahr 2001.
»Spin« setzt auf die gute alte Idee eines kompletten Albums als Dramaturgie und Programm, auf der jahrelangen Erfahrung der gemeinsamen Auftritte gründend. Es gibt daher keinen Single-Release. Die verschiedenen Stückezeigen unterschiedliche Aspekte der Philosophie und Arbeitsweise von Ronin und des Bandleaders Nik Bärtsch.