Kampnagel
Jarrestraße 20
22303 Hamburg
Bus 172, 173: Jarrestraße (Kampnagel)
»Die Stadt ohne Juden«
»Greatest Hits« / Festival für zeitgenössische Musik
Wiederentdeckung einer satirischen Dystopie
»Rausch« ist das Motto von »Greatest Hits«, dem diesjährigen Festival für zeitgenössische Musik in der Elbphilharmonie und auf Kampnagel. Dass sich rauschhafte Ekstase auch in Form einer Massenbewegung manifestieren kann, zeigt der Eröffnungsabend mit der sensationellen Wiederentdeckung von Hans Karl Breslauers Stummfilm »Die Stadt ohne Juden« aus dem Jahr 1924. Er spielt im fiktiven Staat Utopia, in dem die Juden für die wirtschaftliche Misere verantwortlich gemacht werden. Breslauers Film war weltweit der erste, der den damals grassierenden Antisemitismus explizit aufgriff und in eine satirische Dystopie übersetzte.
Der alltägliche Antisemitismus verfestigt sich politisch, die jüdische Bevölkerung wird ausgewiesen. Menschen, die am Bahnhof Abschied nehmen, orthodoxe Juden, die von bewaffneten Polizisten aus der Stadt geleitet werden – mit solchen Szenen macht der Film die Brutalität der Vertreibung deutlich.
Mit der Romanvorlage hatte der Schriftsteller Hugo Bettauer einen Bestseller gelandet. Er war nicht nur einer der erfolgreichsten, sondern auch einer der umstrittensten Autoren seiner Zeit; in der politisch aufgeheizten Stimmung avancierte er zur Reizfigur für christlich-soziale, deutschnationale und nationalsozialistische Kreise – was ihn letztlich das Leben kostete. 1925 wurde er von einem jungen NSDAP-Mitglied erschossen.
Jahrzehntelang lag der Film nur als Fragment vor – bis auf einem Pariser Flohmarkt eine vollständige Kopie auftauchte. Für die nun restaurierte Gesamtfassung hat die Komponistin Olga Neuwirth eine Filmmusik für Ensemble und elektronische Zuspielung geschaffen.
Besetzung
PHACE – Ensemble für neue Musik Ensemble
Dirigent Nacho de Paz
Programm
Film: »Die Stadt ohne Juden« (Regie: H.K. Breslauer, AUT 1924)
Olga Neuwirth
Musik zum Film »Die Stadt ohne Juden«
Veranstalter: HamburgMusik / Kampnagel Internationale Kulturfabrik / NDR
Eine gemeinsame Produktion von Wiener Konzerthaus, Elbphilharmonie Hamburg, Ensemble intercontemporain, Barbican Centre, Sinfonieorchester Basel und ZDF/ARTE in Kooperation mit Wien Modern und Filmarchiv Austria.
Die Kooperation von Nacho de Paz und Phace erfolgt mit freundlicher Unterstützung durch Acción Cultural Española (AC/E) / PICE. Phace wird unterstützt vom SKE-Fonds (Austro Mechana), vom Bundeskanzleramt Österreich (Sektion Kunst und Kultur) und der Kulturabteilung der Stadt Wien.
Spielort
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Kampnagel
K6
Deutschlands größte freie Spiel- und Produktionsstätte. In der ehemaligen Kranfabrik gibt es seit 1984 einen multifunktionalen Bühnenkomplex: sechs Bühnen, ein Kino, neun Probenräume und ein Restaurant.
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Anfahrt
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Parken
Auf dem Kampnagel-Gelände gibt es eine Parkgarage mit Treppenhaus (ca. 50 m). Ein Fahrstuhl steht leider nicht zur Verfügung. Einfahrt in der Barmbeker Straße oder in der Jarrestraße. Das Parkhaus kostet € 2 / Std. Das Gerät zur Rabattierung (pauschal € 5) steht im Ausgangsbereich des Foyers zur Verfügung.
Hinter den Hallen vor dem Verwaltungsgebäude (Jarrestraße 20) befinden sich zwei Parkplätze für Besucher:innen mit sensorischen oder physischen Einschränkungen und entsprechendem Parkausweis. Von dort ist Kampnagel ebenerdig zu erreichen (ca. 100 m). Einfahrt in der Jarrestraße 20, halten Sie sich dann links.
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Barrierefreiheit
Auf dem Kampnagel-Gelände stehen Behindertenparkplätze, Rampen zur Kasse und zum Foyer sowie Aufstützhilfen und Türöffnung per Knopfdruck im WC zur Verfügung. Da die Zuschauertribünen jedoch über Treppen erreichbar sind, wird um Ankündigung gebeten.
Merkliste
Anmeldung erforderlich. Wenn Sie noch kein Elbphilharmonie-Kundenkonto besitzen, können Sie sich schnell und einfach registrieren.

