Video on Demand vom 29.1.2021
verfügbar bis 29.1.2022

Rising Stars: Diana Tishchenko

Die talentierte Geigerin präsentiert einen musikalischen Streifzug durch das Paris der 1920er Jahre.

Sie verfüge über »die Fähigkeit, das Publikum mit ihrer starken Persönlichkeit und beeindruckenden Geste zu fesseln«, schwärmte die Fachzeitschrift »The Strad« über die die talentierte Geigerin Diana Tishchenko. Das sahen auch die Musiker des internationalen Gustav Mahler Jugendorchesters so, die sie zur jüngsten Konzertmeisterin aller Zeiten wählten.

Nachdem Tishchenko bereits 2016 mit den Symphonikern Hamburg eine Kostprobe ihres Könnens gab, kehrt sie nun als »Rising Star« zurück – mit Stücken von Claude Debussy und César Franck sowie einer eigens für die junge Geigerin entstandenen Neukomposition des Portugiesen Vasco Mendonça.

Festival Rising Stars 2021

Die Stars von morgen in fünf Konzert-Streams erleben.

Diana Tishchenko
Diana Tishchenko © Anastasia Vodchenko

Die Künstlerin

  • Ukrainische Geigerin (*1990)
  • mit 18 Jahren Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters und später die jüngste Konzertmeisterin in dessen Geschichte
  • 2018: Grand prix Jacques Thibaud beim internationalen Long-Thibaud-Crespin-Wettbewerb
  • 2018: Teilnahme an der renommierten Kammermusik-Biennale der Kronberg Academy
  • 2019: Veröffentlichung des Debütalbums »Strangers in PARadISe«
  • Diana Tishchenko (vollständige Biografie)

    Die ukrainische Geigerin Diana Tishchenko ist eine der aufregendsten Nachwuchskünstlerinnen ihrer Generation. Zu ihren vergangenen und künftigen Verpflichtungen zählen Auftritte mit dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, den Symphonikern Hamburg, dem Münchener Kammerorchester und dem Orchestre national d’Île-de-France; dabei arbeitet sie mit Dirigenten wie Lahav Shani und Joshua Weilerstein.

    Diana Tishchenko gastierte bei bedeutenden Festspielen wie dem Verbier Festival, den Festspielen Mecklenburg-Vorpommern, dem Salzburger Kammermusik Festival sowie 2019 im weltweit übertragenen Abschlusskonzert von La Folle Journée de Nantes.

    Im November 2018 erhielt die Künstlerin beim internationalen Long-Thibaud-Crespin-Wettbewerb den Grand prix Jacques Thibaud. Im Sommer des Jahres wurde sie an die Verbier Festival Academy eingeladen und spielte Mozarts Drittes Violinkonzert mit dem Verbier Festival Chamber Orchestra. Im Mai 2018 wurde sie ausgewählt, bei »Chamber Music Connects the World« mitzuwirken, der renommierten Kammermusik-Biennale der Kronberg Academy, wo sie Kammermusik mit Künstlern wie Gidon Kremer, Steven Isserlis und Christian Tetzlaff spielte.

    Diana Tishchenko wurde 1990 auf der Krim geboren und begann als Sechsjährige mit dem Geigenspiel. Mit 18 wurde sie Mitglied des Gustav Mahler Jugendorchesters und später die jüngste Konzertmeisterin in dessen Geschichte. Musikalische Inspiration erhielt sie in ihrer Studienzeit unter anderem von Steven Isserlis und Sir András Schiff. Ihr Debütalbum »Strangers in PARadISe« wurde im Herbst 2019 veröffentlicht.

  • José Gallardo (Klavier)
    José Gallardo
    José Gallardo © Nikolas Hagele

    Im argentinischen Buenos Aires geboren, begann José Gallardo im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierunterricht. Nach der Ausbildung am Konservatorium seiner Heimatstadt setzte er sein Studium an der Universität Mainz fort und erhielt 1997 sein Diplom. Während dieser Zeit entdeckte er seine Vorliebe für Kammermusik. Musikalische Anregungen verdankt er Künstlern wie Menahem Pressler, Karl-Heinz Kämmerling und Sergiu Celibidache.

    José Gallardo hat zahlreiche nationale und internationale Preise errungen. Einladungen zu zahlreichen Tourneen und Festivals folgten, etwa zum Kammermusikfestival Lockenhaus, zum Verbier Festival, zum Lucerne Festival und zum Schleswig-Holstein Musik Festival.

    Eine rege kammermusikalische Zusammenarbeit verbindet José Gallardo mit Vilde Frang, Gidon Kremer, Linus Roth, Nils Mönkemeyer, Andreas Ottensamer und Nicolas Altstaedt. Er ist auf zahlreichen Aufnahmen zu hören und wirkte an Fernseh- und Rundfunkproduktionen etwa für BR, SWR, MDR und BBC mit.

    Von 1998 bis 2008 war José Gallardo Dozent am Fachbereich Musik der Universität Mainz, seit Herbst 2008 lehrt er am Leopold Mozart Zentrum der Universität Augsburg. Seit 2013 ist er, zusammen mit Andreas Ottensamer, Künstlerischer Leiter des Kammermusikfestivals Bürgenstock Festival in Luzern.

Nominiert von Philharmonie de Paris und Casa da Música Porto

Philharmonie de Paris Philharmonie de Paris © William Beaucardet / Philharmonie de Paris
Casa da Música Porto Casa da Música Porto © Alexandre Delmar

Programm

Claude Debussy (1862–1918)
Sonate g-Moll für Violine und Klavier

Vasco Mendonça (*1977)
A Box of Darkness with a Bird in its Heart für Violine solo / Kompositionsauftrag von Casa da Música Porto, Cité de la Musique - Philharmonie de Paris und European Concert Hall Organisation (ECHO)

César Franck (1822–1890)
Sonate für Violine und Klavier A-Dur M 8

 

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Backstage-Eindrücke

Diana Tishchenko Diana Tishchenko © Sophie Wolter
Diana Tishchenko Diana Tishchenko © Sophie Wolter
Diana Tishchenko Diana Tishchenko © Sophie Wolter
Diana Tishchenko Diana Tishchenko © Sophie Wolter
Diana Tishchenko Diana Tishchenko © Sophie Wolter
Diana Tishchenko / Probe in der Elbphilharmonie Diana Tishchenko / Probe in der Elbphilharmonie © Sophie Wolter
Diana Tishchenko und José Gallardo Diana Tishchenko und José Gallardo © Sophie Wolter

Konzertbesuch mit Diana Tishchenko :Aus der Reihe »Konzert für Einsteiger«

In 5 Schritten vom Wohnzimmer in den Konzertsaal: Diana Tishchenko zeigt, wie ein Konzertbesuch abläuft.

Diana Tishchenko
Diana Tishchenko © Aussenborder Filmproduktion GmbH

Zur Musik

Claude Debussy :Sonate g-Moll für Violine und Klavier

»Six Sonates pour divers instruments composées par Claude Debussy, Musicien Français.« – diese Worte kann man auf dem Titelblatt der Erstausgabe von Claude Debussys Violinsonate lesen. Seine Ankündigung, insgesamt sechs Sonaten für verschiedene Instrumente zu schreiben, konnte er jedoch nicht mehr erfüllen. Denn die Uraufführung der Sonate für Violine und Klavier – sein letztes vollendetes Werk – am 5. Mai 1917 durch den Geiger Gaston Poulet und Debussy selbst am Klavier sollte das letzte öffentliche Konzert des Komponisten bleiben. Ein Jahr später erlag er seinem Krebsleiden.

Mit der Idee eines Sechserpacks knüpfte Debussy an das 18. Jahrhundert an, in dem Kammermusikwerke fast immer in Sechser-Serien veröffentlicht wurden – siehe Mozart und Haydn. Debussy bezog sich allerdings lieber auf seinen Landsmann, den Barock-Komponisten Jean-Philippe Rameau, dessen schlichte Eleganz er bewunderte. Er vermied daher typische Merkmale der klassischen Sonate: Sein erster Satz hat zwar zwei Themen, aber keine Durchführung. Er kommt leicht und unbeschwert daher. Im folgenden Intermède erinnert der fast durchgehende Sechzehntel-Rhythmus an barocke Modelle, und auch der Schlusssatz ist von gleichförmiger Bewegung geprägt.

 

Text: Jürgen Ostmann

Claude Debussy
Claude Debussy © Félix Nadar

Vasco Mendonça :A Box of Darkness with a Bird in its Heart für Violine solo / Kompositionsauftrag von Casa da Música Porto, Cité de la Musique - Philharmonie de Paris und European Concert Hall Organisation (ECHO)

Der Ausgang der amerikanischen Wahl 2016 war für den afroamerikanischen Dichter Terrance Hayes ein tiefer Einschnitt. Als Antwort darauf schrieb er die Sammlung »American Sonnets for My Past and Future Assassin« (Amerikanische Sonette für meinen früheren und zukünftigen Attentäter). In den mehr als 70 Sonetten behandelt Hayes Themen wie Rassismus, Männlichkeit und Politik, aktuelle Fragen der amerikanischen Gesellschaft und ihrer Politik also. Auch Donald Trump kommt vor – als »Mister Trumpet«.

Vasco Mendonca
Vasco Mendonça © Hugo Glendinning

Die erste Zeile eines der Sonette inspirierte nun Vasco Mendonça zu seinem Auftragswerk für Diana Tishchenko. Vollständig heißt sie: »I make you a box of darkness with a bird in its heart« (Ich mache dir eine Schachtel Dunkelheit mit einem Vogel im Herzen).

Über sein Stück, mit dem er – wenn auch ohne Worte – die Stimmung der Sonette einzufangen versuchte, schreibt Mendonça: »Die Sonettserie von Terrance Hayes ist eine bemerkenswerte Sammlung von Gedichten: Sie fängt das sich wandelnde soziale und politische Chaos in Amerika (und der Welt) auf eine Weise ein, wie es kein Zeitungsartikel oder wissenschaftlicher Aufsatz konnte. Den ersten Abschnitt durchzieht ein ungleichmäßiger, organischer Puls – ähnlich wie wir unter körperlicher oder emotionaler Belastung atmen.

Der zweite ist ein leises, zartes Vogelgezwitscher; seine sehr hohe Melodie, fast ein Geheimnis, das unfreiwillig geteilt wird, gefolgt von einer ausdrucksstarken Klage. Mir kam das Bild einer Viola da Gamba in den Sinn, die draußen in einer warmen Sommernacht gespielt wird – eine traurige Geschichte von Gewalt und Verlust. Im letzten Satz schließlich nimmt die Energie unerbittlich und unversöhnlich zu.«

César Franck :Sonate für Violine und Klavier A-Dur M 8

César Franck schrieb seine einzige Violinsonate im Jahr 1886 als Hochzeitsgeschenk für den Geigenvirtuosen Eugène Ysaÿe (der sie angeblich auch sogleich an Ort und Stelle ausprobierte). Der französische Komponist belgisch-deutscher Herkunft fand in ihr zu einer ganz eigenen Interpretation der Sonatengestalt, die als »zyklische Form« bezeichnet wird und dazu führte, dass er oft mit Johannes Brahms verglichen wurde. Denn wie bei vielen Kompositionen von Brahms sind auch die vier Sätze von Francks Sonate durch eine gemeinsame musikalische Keimzelle miteinander verbunden. Sie besteht aus einem schlichten auf- und abwärts geführten Dreiklang und wird von der Violine nach den tastenden Eingangstakten des Klaviers vorgestellt. Der Rhythmus ist fast noch simpler: auf eine kurze unbetonte Note folgt jeweils eine lange, betonte.

César Franck

In dieser Gestalt, oft jedoch stark verändert, finden sich die einzelnen Elemente der Melodie an zahlreichen Stellen im Stück wieder, zum Beispiel besonders deutlich am Ende des dritten Satzes oder in den Zwischenteilen des Rondo-Finales. Dabei durchläuft sie eine emotionale Spannbreite von ursprünglich lieblich-sanft und fragend bis hin zu leidenschaftlich-drängend oder gar dramatisch. Und genau in diesen Details liegt der Reiz dieser hochromantischen, melodischen Komposition.

Text: Simon Chlosta, Stand: 25.1.2021

Das Konzert wurde am 21. Januar 2021 aufgezeichnet.

 

Veranstalter: HamburgMusik

In Kooperation mit ECHO - European Concert Hall Organisation

Mit Unterstützung der M.M.Warburg & CO.

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