Seither tourte sie ausgiebig durch Brasilien und die Welt und veröffentlichte in gleicher Besetzung die Alben »Remonta« und »Goela Abaixo«, wobei letzteres eine Latin-Grammy-Nominierung für das beste Rock-oder Alternative-Album in portugiesischer Sprache erhielt. Außerdem spielte sie die Rolle der Cassandra in der Amazon Prime Serie »Manhãs de Setembro«, was das Glamour Magazin dazu veranlasste, sie in der Kategorie Schauspielerin ihrer Geração Glamour Awards als »Game-Changer« auszuzeichnen. Im selben Jahr veröffentlichte Liniker ihr erstes Soloalbum, »Indigo Borboleta Anil«, auf dem sie mit Milton Nascimento, Tássia Reis, DJ Nyack, Tulipa Ruiz, Orquestra Jazz Sinfônica, Letieres Leite und dem Orkestra Rumpilezz zusammenarbeitete. Das Album wurde 2022 für drei Latin Grammys nominiert und gewann den Preis für das beste populäre Musikalbum in portugiesischer Sprache. Damit war Liniker die meistnominierte brasilianische Künstlerin dieses Jahres und die erste Transgender-Künstlerin, die jemals einen Latin Grammy gewann.
Mit ihrer ersten Solo-Tournee reiste Liniker durch Brasilien und lieferte gefeierte Auftritte bei großen Festivals, unter anderem auf der Sunset Stage beim Rock in Rio 2022 und beim ersten Primavera Sound São Paulo. 2023 gab sie dann auch ihr Solo-Debüt in Europa mit ausverkauften Konzerten in Spanien, Portugal, Großbritannien, Frankreich, den Niederlanden und Deutschland. Im selben Jahr wurde sie von der Brasilianischen Akademie für Kultur (ABC) als »Immortal« geehrt. Liniker ist eine der wenigen brasilianischen Künstlerinnen, die bei NPR Tiny Desk, Colors Studio und großen Festivals wie Glastonbury, Roskilde und Rock in Rio aufgetreten sind. Zuletzt veröffentlichte Liniker das Album »CAJU«, das sie gemeinsam mit Fejuca und
Gustavo Ruiz produziert hat – dem gleichen Trio, das auch hinter der Produktion von »ndigo Borboleta Anil« steht.
»CAJU« ist ein sehr persönliches Album, das eine eklektische Mischung aus verschiedenen Stilen vereint, darunter Pop, Samba, Jazz und House bis hin zu Pagode, Arrocha, Disco und Reggae. Das Album enthält Kollaborationen mit Lulu Santos, BaianaSystem, ANAVITÓRIA, Pabllo Vittar, Priscila Senna. »CAJU« sollte der endgültige Durchbruch für Liniker werden: Nur zehn Tage nach seiner Veröffentlichung wurde ihr zweites Soloalbum zu einem Meilenstein in ihrer Karriere und erzielte über 200 Millionen Streams auf allen Plattformen – davon allein 6 Millionen in den ersten 24 Stunden. Das Album erreichte Platz 6 der Spotify Global Top Album Debut Charts, während 13 der 14 Titel in die Top 100 von Apple Music Brasilien kamen. Sowohl das Album als auch der Titelsong schossen innerhalb von nur drei Tagen nach der Veröffentlichung auf Platz 1 der iTunes-Charts in Brasilien. Nun also kommt Liniker erstmals endlich auch nach Hamburg – und welchen schöneren Ort könnte man sich wünschen, als den Großen Saal der Elbphilharmonie?