Hanns Eisler

Eisler-Experte Matthias Goerne und weitere hochkarätige Gäste geben Einblick in Eislers Schaffen – zum Auftakt mit einem seiner wichtigsten Werke, der »Deutschen Sinfonie«

Zwölftontechnik und Arbeiterlied, Kommunismus und Hollywood: Im Leben und Schaffen Hanns Eislers vereint sich das scheinbar Unvereinbare. Der Schönberg-Schüler entdeckte früh, dass es ihm nicht reichte, Musik um ihrer selbst willen zu schreiben. So vertonte er von 1930 bis zu dessen Tod Gedichte und Theaterstücke von Bertolt Brecht, im Exil in den USA schrieb er Filmmusik, zurück in Europa wurde er zum Vorzeigetonkünstler der DDR. Dass sich der hochspannende und vielseitige Komponist jedoch in keine Schublade stecken lässt, zeigt der dreitägige Eisler-Schwerpunkt der Elbphilharmonie.

Ergänzt wird der Eisler-Schwerpunkt in der Elbphilharmonie durch das szenisch-musikalische Portrait »Exil in Hollywood« im Nachtasyl des Thalia Theaters: Zur Veranstaltung

Einer der engagiertesten Botschafter für Eislers Musik heute ist Matthias Goerne. Der Bariton mit der samtig dunklen Stimme widmete dem Komponisten, dessen Meisterschaft er auf einer Höhe mit der Franz Schuberts sieht, bereits zahlreiche Konzerte und CD-Einspielungen. Und so lässt er es sich auch nicht nehmen, die Hommage an Eisler maßgeblich mitzugestalten.

Mit der »Deutschen Sinfonie« und dem »Hollywooder Liederbuch« stehen zwei der wichtigsten Werke aus Eislers Zeit im Exil auf dem Programm. Gerade die bereits in den 1930er Jahren begonnene, aber erst 1959 uraufgeführte »Deutsche Sinfonie« war für den Komponisten dabei ein »Werk des Widerstandes«: ein Zeichen, dass Deutschland nicht gleich Nazi-Deutschland war, dass es auch noch andere politische und kulturelle Stimmen gab, die für Deutschland sprachen – aus dem Untergrund, aus den Konzentrationslagern, aus dem Exil.

Mit Texten von Bertolt Brecht und Ignazio Silone lässt Eisler diese Stimmen in seiner elfsätzigen Sinfonie durch Orchester, Chor und Solisten klingend, singend und sprechend zu Wort kommen und setzt ein machtvolles musikalisches Zeichen gegen Faschismus und Krieg.

Von einer ganz anderen Seite zeigt sich der Komponist hingegen in den »Ernsten Gesängen«, seiner letzten vollendeten Komposition, tief berührend in ihrer Schlichtheit und Menschlichkeit.