NDR Elbphilharmonie Orchester / Bertrand Chamayou / Barbara Hannigan

Werke von Claude Debussy, Jean Sibelius, Alexander Skrjabin, Claude Vivier und Franz Schrecker

Ticketvorverkauf ab 19.5.2026 um 11 Uhr Tickets ab € 15 15 | 29 | 58 | 84 | 98
Ticketvorverkauf ab 19.5.2026 um 11 Uhr Tickets ab € 15 15 | 29 | 58 | 84 | 98
Barbara Hannigan
Barbara Hannigan © Marco Borggreve
Bertrand Chamayou
Bertrand Chamayou © Marco Borggreve
NDR Elbphilharmonie Orchester
NDR Elbphilharmonie Orchester © Nikolaj Lund
  • Foyereinlass 19 Uhr

  • Beginn 20 Uhr

  • Pause

Klang und Begehren

»Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll«, lautet das Motto des Internationalen Musikfestes Hamburg 2027. Barbara Hannigan hat für ihren Auftritt in Doppelrolle beim NDR Elbphilharmonie Orchester dazu ein hochoriginelles Programm zusammengestellt, das der Verbindung von Musik und Begehren nachspürt. Dabei leitet die kanadische Powerfrau nicht nur das NDR Elbphilharmonie Orchester, sondern singt auch den Sopran-Part in Sibelius’ »Luonnotar«.

Vom Flöten-Solo bis zum orgiastischen Klanggedicht für Orchester spannt sich der Bogen der ersten Konzerthälfte. Im Zentrum steht dabei die Verwandlung von Begehren in Klang. Die nach ihm benannte Pan-Flöte schuf der lüsterne Gott, als sich die Nymphe Syrinx ihm verweigerte und von einem gnädigen Schicksal in Schilfrohr verwandelt wurde. In »Luonnotar« fand Jean Sibelius suggestive Töne für die Sehnsucht der finnischen Naturgöttin, die Äonen lang alleine lebte und schließlich nach 730 Jahren Schwangerschaft den Sänger Väinämöinen zur Welt brachte. Und Alexander Skrjabins Musik schließlich ist Sinnlichkeit pur: »Es war wie ein Eisbad. Kokain und Regenbögen. Wochenlang ging ich umher wie in Trance«, schwärmte etwa der »Grand old man of Sex«, Henry Miller, über das Vorgängerwerk des »Prométhée«. In seinem mit riesenhaftem Orchester samt Solo-Klavier besetzten »Gedicht des Feuers« über den Lichtbringer Prometheus heizte der russische Symbolist noch stärker ein.

In der zweiten Konzerthälfte geht es wesentlich keuscher zu; hier steht vor allem die Sehnsucht nach dem, was nicht ist, im Zentrum: Der Planet Orion war für den kanadischen Komponisten Claude Vivier ein Sehnsuchtsort. Als Adoptivkind und Einzelgänger schuf Vivier sich seine eigene Welt: Orion, so fantasierte der junge Claude, war der Ort, an dem seine leiblichen Eltern leben. Als Komponist kleidete er diese Vision später in funkelnde Orchesterklänge. Und auch die Hauptfigur von Franz Schrekers (autobiografischer) Oper »Der ferne Klang« ist voll von Träumen und unerfüllter Sehnsucht. Das Orchesterzwischenspiel namens »Nachtstück« ist die Klang gewordene Vision »jener einen Nacht, die er mit ihr (seiner Geliebten) hätte verbringen können«. Tat er aber nicht, stattdessen jagt er dem falschen Traum vom »Fernen Klang« hinterher – und hinterließ uns berauschende Musik.

Besetzung

NDR Elbphilharmonie Orchester

Bertrand Chamayou Klavier

Barbara Hannigan Sopran und Dirigentin

Programm

Claude Debussy
Syrinx

Jean Sibelius
Luonnotar / Tondichtung für Sopran und Orchester op. 70

Alexander Skrjabin
Prométhée ou Le poème du feu op. 60

– Pause –

Claude Vivier
Orion

Franz Schreker
Nachtstück / aus: Der ferne Klang

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Veranstalter: NDR / HamburgMusik

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