Die Windversorgung – die Lunge der Orgel: Die Orgel ist vergleichbar mit einem riesigen Blasorchester. Da kein Organist der Welt ausreichend Puste hat, um ihre vielen Pfeifen zu blasen, übernehmen das vier große Gebläse mit Elektromotoren. In der Windversorgung wird die Luft auf den exakt benötigten Druck reguliert und von hier durch hölzerne Kanäle zu den Pfeifen geführt.
Die Elbphilharmonie
Die Elbphilharmonie ist ein Gesamtkunstwerk aus atemberaubender Architektur, exzellenter Akustik und einzigartiger Lage, entworfen vom Architekturbüro Herzog & de Meuron und 2017 fertiggestellt.
Eine funkelnde Glaswelle auf einem soliden Backsteinspeicher aus den 1960ern – dieser Anblick ist aus Hamburg nicht mehr wegzudenken. Zwischen Backstein und Glas liegt die Plaza, eine öffentlich zugängliche Aussichtsplattform als Treffpunkt und Startrampe zur Erkundung der verschiedenen Bereiche des Hauses: Großer und Kleiner Saal, Räume im Kaispeicher aber auch Hotel, Café und Souvenirshop.
Ein Elbphilharmonie-Besuch ist ein Erlebnis für alle Sinne – im Mittelpunkt steht dabei natürlich die Musik. Und das im Großen Saal gleich im doppelten Sinne: Rund um die Bühne wachsen die Zuschauerränge terrassenförmig empor. Auch das Ertasten des Gebäudes ist ausdrücklich erwünscht – besonders die akustischen Wandverkleidungen im Großen und Kleinen Saal laden dazu ein. Und schließlich gibt es auf dem Weg durch das Gebäude durch die Rundum-Glasfassade überall spannende Ausblicke auf die ganze Stadt zu entdecken.
Jubiläum! In der Konzertsaison 2026/27 feiert die Elbphilharmonie ihren 10. Geburtstag.
Architektur
Über die Tube zur Plaza, von dort über die Foyers in die Säle und schließlich aufs Dach: In der Elbphilharmonie gibt es, verteilt auf 110 Metern in der Höhe, auf jeder Ebene faszinierende Räume.
Architektur und Musik – in der Elbphilharmonie unzertrennlich
Vielfalt, beste Qualität und das Aufbrechen von Genregrenzen ‒ dafür steht das Programm von Elbphilharmonie und Laeiszhalle. Lebendige Interpretationen der Meisterwerke der Klassik spielen eine ebenso große Rolle wie das Entdecken zeitgenössischer Musik unterschiedlicher Kulturen – dargeboten von den weltbesten Künstlerinnen und -künstlern und den Residenzorchestern und -ensembles der beiden Häuser: NDR Elbphilharmonie Orchester, Ensemble Resonanz und Symphoniker Hamburg.
Die großen Stars des Jazz gehen ein und aus und bereiten den aufsteigenden Sternen der Szene den Weg. Ein besonderes Erlebnis sind die intensiven Kurzfestivals »Reflektor«, bei denen spannende Künstlerpersönlichkeiten selbst die Planung des Programms übernehmen und ihre liebsten Freund:innen und Kolleg:innen in die Elbphilharmonie einladen.
Die einzigartige Akustik
Von vielen Künstler:innen und vom Publikum geliebt, hat die Akustik der Konzertsäle in der Elbphilharmonie zahlreiche Besonderheiten. Wichtigstes Merkmal: Auf allen Plätzen hört man fantastisch, kein Ton geht verloren.
»Wenn man es als Akustiker schafft, dass das Publikum die große Distanz zur Musik nicht mehr wahrnimmt, hat man gute Arbeit geleistet.«
Yasuhisa Toyota, Akustiker der Elbphilharmonie
Eine Orgel zum Anfassen
Die Orgel im großen Konzertsaal löst die Idee der Elbphilharmonie als »Haus für alle« ein: Sie schwebt nicht irgendwo hoch oben und unerreichbar, sondern ist in die Publikumsränge hinein gebaut und fügt sich auf elegante Weise in die Architektur ein. Anfassen und Erfühlen ausdrücklich erlaubt! Damit die Oberfläche der Pfeifen dadurch nicht beansprucht wird, sind diese mit einer speziell angefertigten Schutzschicht versehen.
Der Klang einer Orgel wird durch Wind erzeugt, der durch Pfeifen strömt. Der Organist kann vom Spieltisch aus einzelne Pfeifenreihen – die Register – »ziehen«, also ein- oder ausschalten, und damit unterschiedliche Klangfarben erzeugen. Zum Spielen stehen ihm mehrere Manuale – die Klaviaturen der Orgel – und Pedale, die mit den Füßen gespielt werden, zur Verfügung.
Die Orgel der Elbphilharmonie wurde von der renommierten Orgelbaufirma Klais in Bonn gebaut und hat 69 Register. Vier Register sind zudem im Reflektor über der Bühne eingebaut.
Nicht nur vom mechanischen Spieltisch direkt am Instrument, sondern auch von einem mobilen Spieltisch auf der Bühne aus kann die Orgel der Elbphilharmonie gespielt werden.
Aus fast 5.000 Pfeifen von 11 Millimetern bis über 10 Metern klingende Länge besteht die Elbphilharmonie Orgel. Der Großteil ist aus Zinn, knapp 400 sind aus Holz, das teilweise über 180 Jahre alt ist und eine besonders langlebige und gute Qualität garantiert.
Von »sägend, rauchig« bis »glockenartig, schillernd«: Die Klangfarben der Elbphilharmonie Orgel sind mannigfaltig und erzeugen einen warmen und Raum füllenden Klang. Diese Orgel ist besonders auf Musik ab dem 19. Jahrhundert und die Bedürfnisse zeitgenössischer Musik abgestimmt. Titularorganistin der Elbphilharmonie ist die lettische Star-Organistin Iveta Apkalna.
Eine Orgel - viele Gewerke
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1 Windversorgung
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2 Spieltisch
Der Spieltisch – die Schaltzentrale der Orgel: Von hier aus kann der Organist jede Pfeife einzeln oder in Kombination mit anderen Pfeifen ansteuern. Jeder Klaviatur im Spieltisch (vier für die Hände und eine für die Füße) sind bestimmte Pfeifenreihen zugeordnet. Jede Pfeifenreihe bildet ein Register mit einer individuellen Klangfarbe, Gruppen von Pfeifenreihen werden »Werke« genannt.
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3 Chorwerk
Die Pfeifen des Chorwerks werden von der untersten der Klaviaturen gespielt. Sie stehen in einem großen Kasten mit Türen davor. Die Türen werden über die Tritte oberhalb der Pedaltasten geöffnet und geschlossen. Damit wird die Lautstärke variiert, der Klang schwillt an und ab. Chorwerk heißt es, weil es sich besonders für die Begleitung eines Chores eignet.
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4 Hauptwerk
Wie der Name vermuten lässt, entstehen hier die Haupt-Klangfarben der Orgel. Das Hauptwerk ist das klangliche Rückgrat der Orgel. Gespielt wird es von der zweiten Klaviatur von unten.
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5 Schwellwerk
Wie das Chorwerk, ist auch dieses Werk »schwellbar«. Gespielt wird es von der dritten Klaviatur von unten. Hier stehen viele Register, die einen sinfonischen Klang erzeugen. Anzahl und Klangfarben der Pfeifen in diesem Werk sind so gewählt, dass man das Schwellwerk ziemlich laut und auch ganz leise spielen kann.
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6 Solowerk
Gespielt von der obersten Klaviatur, enthält das Solowerk außergewöhnliche Klangfarben und einige sehr laute Register. Sie eignen sich besonders als Begleitung für Solostimmen in der Musik.
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7 Großpedal
Pfeifen dieses Werkes erklingen, wenn man die Orgel über die Pedale mit den Füßen spielt. Da hier die tiefsten Töne produziert werden, stehen hier auch die längsten und dicksten Pfeifen, darunter die größte Pfeife der Orgel. Sie ist über zehn Meter lang. Da die großen Pfeifen so viel Platz brauchen, sind sie in dieser Orgel auf mehrere Standorte verteilt. Register mit kürzeren Pfeifen stehen in der Abteilung des Kleinpedals hinter dem Solowerk.
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8 Fernwerk
Es steht in dem runden Klangreflektor, der mittig über der Orchesterbühne hängt. Das Fernwerk kann von jeder der Klaviaturen im Spieltisch gespielt werden. Es ist keiner Klaviatur fest zugeordnet.
Ein Wahrzeichen entsteht :Meilensteine der Entstehungsgeschichte der Elbphilharmonie
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