Piotr Tschaikowskys 1890 geschriebenes Opus 70, Souvenir de Florence, gehört zu den glanzvollsten Werken der romantischen Kammermusik. In Florenz entwickelte Tschaikowsky erste Ideen zu seinem Sextett. Leidenschaftlich, gesanglich, farbenreich und von großer emotionaler Intensität kommt das technisch anspruchsvolle Werk teils geradezu sinfonisch daher. Die Besetzung mit zwei Violinen, zwei Violen und zwei Violoncelli eröffnet Tschaikowsky besonders volle und warme Klangmöglichkeiten. Ein russisch geprägtes, herrliches akustisches Italienbild? Das möge jede und jeder für sich selbst hören und empfinden.
Und noch einmal volle Streicherklänge: Johannes Brahms komponierte sein erstes Streichsextett in den Jahren um 1860. Die Komposition des jungen Brahms zeigt bereits Eigenschaften, die seine Musik später so unverwechselbar machen sollten: formale Ausgewogenheit, motivische Dichte, klangliche Wärme und eine tiefe, nie aufdringliche Expressivität. Mit führendem Part im ersten Violoncello strotzt Brahms’ erstes Sextett geradezu vor herrlichen melodischen Einfällen.
Das Mandelring Quartett, hier verstärkt durch Roland Glassl und Sebastian Klinger, zählt zu den internationalen Spitzenquartetten und ist immer wieder bei den Hamburger Kammermusikfreunden zu Gast.