Internationales Musikfest Hamburg

Programmatische Höhepunkte zum Saisonfinale: Die großen Hamburger Orchester und hochkarätige Gäste widmen sich bei dieser Ausgabe mehr als fünf Wochen dem Motto »Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll«

Elbphilharmonie
Elbphilharmonie © Thies Rätzke

Beschreibung

»It’s all about sex.« So beschrieb der Dirigent Leonard Bernstein die urwüchsige, geradezu körperlich spürbare Energie von Igor Strawinskys Skandal-Ballett »Le sacre du printemps«. Nur eins von vielen Beispielen, in denen die ach so hehre Klassik ganz unumwunden und selbstbewusst in jenen Zonen wildert, die gemeinhin mit Rock- und Popmusik assoziiert werden. Wenn sich also das Internationale Musikfest Hamburg in dieser Spielzeit anlässlich der Feier des zehnjährigen Elbphilharmonie-Jubiläums das Motto »Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll« auf die Fahne schreibt, ist das nicht nur eine kleine, gut gelaunte Provokation, sondern auch ein Weckruf für diese oft unterschätzte Seite der klassischen Musik.

Denn auch wenn Chuck Berry einst »Roll over Beethoven « sang: Die Wucht seiner Sinfonien kann es locker mit der Power einer Rockband aufnehmen. Mit bewusstseinserweiternden Substanzen wiederum kannte sich beispielsweise Hector Berlioz aus: In seiner »Symphonie fantastique« von 1830 zeichnete er einen Opium-induzierten Trip inklusive Nahtoderfahrung und Hexensabbat nach. Ein eigener Schwerpunkt ist dem New Yorker Komponisten Julius Eastman gewidmet, der seine Identität als schwarzer und homosexueller Künstler in eine höchst individuelle Musiksprache fasste, am Ende aber den Kampf gegen seine Drogenabhängigkeit verlor.

Das Eröffnungskonzert des Musikfests gestaltet das Philharmonische Staatsorchester Hamburg mit einem Oratorium der jüngst verstorbenen Komponistin Sofia Gubaidulina über die Kraft der Liebe. Auch dank solcher Mammut-Produktionen schafft das einmonatige Festival zum Ende der Saison eine nochmalige Steigerung des ohnehin schon hochklassigen Angebots in Elbphilharmonie und Laeiszhalle – und dank Stars wie Anne-Sophie Mutter, Barbara Hannigan, Sir Simon Rattle, dem Orchester der Mailänder Scala und den Berliner Philharmonikern, die gemeinsam mit den großen Hamburger Orchestern das Musikfest zur Party adeln.

Die Veranstaltungen des Festivals