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What's On

Laeiszhalle Hamburg / Kleiner Saal
Fri, 18 Sep 2009   20:00

Cello vorm Wind

Bläserserenade mit blue note

Mit einer besonderen Note und mit viel »frischem Wind« präsentiert die norddeutsche sinfonietta ihr aktuelles Programm. Im Vordergrund steht dabei ein Bläserensemble (engl: winds). Ein romantisch - jazziger Kontrapunkt schlägt eine Klang-Brücke aus dem verträumten Böhmen des 19. Jahrhunderts über die »goldenen« wie wilden Zwanziger Jahre in Berlin bis ins sprühend weltoffene Wien unserer Tage. Mit dabei ein furioses Cello als Kontrast zum vielfarbigen Bläserapparat – der hinten im Sinfonieorchester allzu leicht im Schatten der großen Streicherfamilie steht... In Antonín Dvořáks Serenade gesellen sich zu den neun Bläsern zwei tiefe Streichinstrumente. Das verleiht diesem durch und durch musikantischen Werk, das von volkstümlichen Tanzrhythmen und melancholischer Melodik durchdrungenen ist, einen zusätzlichen Charme. Der etwa zu gleichen Teilen Mozart wie dem Jazz zugewandte Pianist Friedrich Gulda schrieb sein Cellokonzert dem befreundeten Cellisten Heinrich Schiff direkt auf den Leib. Heraus kam folgerichtig ein Crossover-Stück par excellence, dessen Klangspektrum irgendwo zwischen Big-Band-Sound, Salzkammergut-Melodik, Avantgarde-Klängen und mittelalterlichem Reigen changiert. 28-jährig schuf Kurt Weill die Musik zu Brechts Dreigroschenoper, die zum größten Theatererfolg der Weimarer Republik wurde. Verantwortlich für diesen Erfolg waren nicht zuletzt die schmissigen Songs, die aus der »Oper« viel mehr eine Revue machten. Einer Suite gab Weill den Titel Kleine Dreigroschenmusik. Unser Arrangement vereint darin neben Ouverture und Tango-Serenade u.a. auch den Kanonen-Song, der der Uraufführung den Durchbruch brachte, sowie – selbstverständlich – die Moritat von Mackie Messer. Jugendliche Schauspieler aus einem Theaterprojekt erinnern zwischen den Sätzen in kleinen Reminiszenzen an das Geschehen in Londons Skandalstadtteil Soho... In der norddeutschen sinfonietta spielen professionelle Musiker jeweils pultweise gemeinsam mit besonders qualifizierten Schülern und Studenten. Beide Seiten profitieren durch den Austausch von Erfahrungen bzw. neuen Impulsen. Ein junges Orchester präsentiert auf quasi professionellem Niveau spannende Programme, deren Konzeption gewöhnlich weit über das rein Musikalische hinausreicht und deren Schwerpunkt bewusst Musik des 20. und 21. Jahrhunderts ausmacht.

Performers

Norddeutsche Sinfonietta orchestra

Christian Gayed conductor

David Shamban violoncello

Programme

Antonín Dvořák
Serenade d-Moll op. 44 für Bläser, Violoncello und Kontrabass

Friedrich Gulda
Konzert für Violoncello und Blasorchester

Kurt Weill
Kleine Dreigroschenmusik für Blasorchester / Suite aus der »Dreigroschenoper«

Promoter: Norddeutsche Sinfonietta e.V.