Libanon

Experimenteller Rock trifft auf arabische Poesie, der traditionelle Dabke-Tanz auf die größten Stimmen des Landes: Für ein Wochenende zeigt die lebendige und vielseitige Kultur des Libanon, wie sie heute klingt und pulsiert

Libanon
Libanon © Maurice Brand / Alamy

Beschreibung

Die reiche Historie des Libanon kennt unzählige Kapitel. Geschichte und Gegenwart greifen hier auf vielschichtige und oft scheinbar widersprüchliche Weise ineinander. Neben römischen Ruinen erheben sich moderne Wolkenkratzer; Moscheen, maronitische und armenische Kirchen bilden ein dichtes Geflecht religiöser Vielfalt. Der Kultur kommt dabei eine besondere Rolle zu, gerade in kriegerischen Zeiten: als Anker ins Leben, als Ausdruck der eigenen Identität ebenso wie als Plattform für Austausch und Ausgleich. Sobald der Weltlauf es zulässt, wehen aus den Cafés wieder die französischen Chansons, aus den Teehäusern arabische Maqams, während in den Clubs von Mar Mikhael elektronische Beats durch die Nacht pulsieren.

Einen Eindruck davon gibt das viertägige Libanon-Festival der Elbphilharmonie. Gleich zur Eröffnung entführt die sechsköpfige Band Sanam das Publikum in das Herz von Beiruts Musikszene, wenn experimenteller Rock auf ägyptische Klänge und arabische Poesie trifft. Getanzt wird dann bei Rayess Bek, der Aufnahmen vom traditionellen Linedance Dabke elektronisch bearbeitet und mit Projektionen zu einem audiovisuellen Erlebnis macht. Klassisch-arabische Instrumente wie die Langhalslaute Buzuq und Oud werden von Farah Kaddour und Charbel Rouhana neu gedacht und in ungehörte Klangwelten überführt. Und die Sängerinnen Abeer Nehme und Tania Saleh, zwei der ganz großen Stimmen des Libanon, erzählen mit persönlichen Geschichten von der Vielfalt ihrer Heimat.

Die Veranstaltungen des Festivals