NDR Elbphilharmonie Orchestra/ Christian Tetzlaff / Pablo Heras-Casado

Adámek: Violin Concerto No. 2 »Thin Ice« / Ravel: Boléro

Tickets from €15 15 | 29 | 54 | 79 | 92
Christian Tetzlaff
Christian Tetzlaff © Giorgia Bertazzi
Pablo Heras-Casado
Pablo Heras-Casado © Dario Acosta
NDR Elbphilharmonie Orchestra
NDR Elbphilharmonie Orchestra © Thomas Kierok / NDR
  • Doors open 18:30

  • Pre-concert talk 19:00

  • Start 20:00

Verzehrende Leidenschaften

»Sex, Drugs & Rock ’n’ Roll«, lautet das Motto des Internationalen Musikfestes Hamburg 2027. So hat Pablo Heras-Casado für sein Gastspiel beim NDR Elbphilharmonie Orchester drei Werke rund um verzehrende Leidenschaft – und deren Nachspiel – mitgebracht.

Karnevaleske Ausschweifungen sind ein Thema in Ondrej Adámeks Violinkonzert »Thin Ice« – allerdings denkt der tschechische Komponist die anschließende Katerstimmung gleich mit. In vier Sätzen schlägt er den Bogen von »eruptiver Freude« über die »Stimme der Reue« bis zur »Rückkehr der Wildheit«. Garantiert nichts zu bereuen gibt es bei der Wahl des Solisten: Christian Tetzlaff ist der Geiger der Wahl für Kenner und Genießer.

Gruselig geht es zu in Manuel de Fallas Ballet »El amor brujo«: Die Protagonistin wird vom Geist ihres verstorbenen Mannes heimgesucht. Der hat sie zu Lebzeiten mit ihrer besten Freundin betrogen. Also dreht sie in einem nächtlichen Ritual der Verräterin den gespenstischen Liebhaber an – und ist frei für ihren neuen Lover. Wo Leidenschaften so hochkochen, ist der Flamenco die Sprache der Wahl, und de Falla streute Lieder über Schmerz und »falsches Feuer« in sein Ballett ein.

»Hast Du es schon mal zu Ravels ›Boléro‹ gemacht?«, fragt Bo Derek in dem Film »Zehn – Die Traumfrau«. Kinofans, die 1980 in der Pubertät waren, werden sich erinnern. Tatsächlich hat die Deutung von Ravels Hit-Nummer als getanzter Sex eine lange Tradition: Von der ersten Choreografie von 1928, in der die Primadonna auf einem Kneipen-Tisch tanzte, über den später von der Zensur kassierten Hollywoodfilm »Bolero« von 1934 bis zur Choreografie von Maurice Bejart. Und selbst solide deutsche Musikwissenschaftler wie Hans Heinz Stuckenschmidt inspirierte der »Boléro« zu lyrischen Ergüssen: »Ein Wesensmerkmal der Ravelschen Musik ist ihre Hautsinnlichkeit, ihre Paarungsbesessenheit. Sie ist klanggewordener Eros wie kaum noch eine andere.«

Performers

NDR Elbphilharmonie Orchester

Marina Heredia vocals

Christian Tetzlaff violin

conductor Pablo Heras-Casado

Programme

Ondřej Adámek
Thin Ice. Concerto for violin and orchestra No. 2 / Konzert für Violine und Orchester Nr. 2

Manuel de Falla
El amor brujo (Bewitching Love) / Ballet with Vocals in One Act

Maurice Ravel
Boléro

Pre-Concert Talk

(in German)

19:00 / Elbphilharmonie, Großer Saal

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Promoter: NDR

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