Zum Inhalt springen

Worldwide

Wie sieht Heimat für dich aus?

Ein Fotoalbum zum Festival »Salām Syria«.

Immer wenn ich an meine große Familie denke, habe ich Bilder vor Augen, wie wir alle gemeinsam lachen.

Nidal aus Damaskus

»Heimat« – ein großes, wichtiges Wort wohl für jeden Menschen. Was aber bedeutet Heimat konkret? Das eigene Elternhaus, die Stadt, die Landschaft? Familie, Freunde, Nachbarn? Und was geschieht, wenn man seine Heimat verlässt und in die Ferne zieht?

Fragen, die vor allem all jene betreffen, die gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen, weil Krieg, Gewalt und Verfolgung das Leben dort unmöglich machen; für die Heimat nurmehr in der Erinnerung existiert und die nun in Ländern wie Deutschland eine neue Heimat finden möchten.

Für Salām Syria ist nun ein Fotoalbum entstanden, das insgesamt 40 Bilder und Texte zum Thema Heimat versammelt.

ABDULRAHMAN

17 Jahre alt, aus Aleppo in Syrien, seit einem Jahr in Hamburg

Mein Lieblingsort ist die Zitadelle in Aleppo, die es zum Glück noch gibt. Bei jedem meiner Besuche gab es Eis und Pommes und früher hat man dort auch viele Touristen gesehen. Anschließend besuchte ich meinen Vater in der Schneiderei und trank mit ihm zusammen einen Tee.

Nidal

30 Jahre alt, aus Damaskus in Syrien, seit 2010 in Hamburg

Mein Lieblingsort ist der Ort, an dem sich die Ferienwohnung unserer Familie befindet. Genauer gesagt der Berg, den es dort gibt. Er liegt in Bassemeh. Dieser Ort ist so wichtig für mich, weil ich dort mit meiner großen Familie die schönsten Zeiten verbracht habe. Als Kind habe ich mit meinen Verwandten gespielt und zusammen sind wir auf den Berg gestiegen.

Immer wenn ich an meine große Familie denke, habe ich Bilder vor Augen, wie wir alle gemeinsam lachen. Bassemeh ist nach mehreren Kämpfen zwischen der freien syrischen Armee und dem syrischen Regime mittlerweile fast zerstört. Das Foto zeigt das Dorf im Jahr 2010, kurz bevor ich endgültig nach Deutschland ausgereist bin.

Sherin

39 Jahre alt, aus dem Irak, seit 2009 in Hamburg

Wenn ich an Heimat denke, kommen warme Gefühle hoch. Ich denke dann an bestimmte Personen, kann die Geschichten fühlen, riechen und schmecken. Heimat ist ein Ort, an dem ich verstanden werde und nicht besonders auffalle. Ich habe mehrere Heimatorte auf der Welt und der schönste davon ist für mich der Kölner Dom. Er gibt mir ein Heimatgefühl, obwohl ich  Muslimin bin. Mein Vater hat mal zu mir gesagt, dass er dort begraben werden möchte, wo es  nach seiner Heimat riecht, nach Erdöl.

Das Projekt »Heimatbilder« wird ermöglicht durch die Körber-Stiftung.

Alle Heimatbilder durchblättern
Mehr zum Festival »Salām Syria«

Weitere Blog-Artikel