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Mehr Orgel geht nicht

Eindrücke aus der »Langen Nacht der Orgel« und Empfehlungen zum Nachhören.

Hamburg ist eine Orgelstadt. Zur Zeit des Barock kamen die wichtigsten Orgelbauer hier zusammen und entwickelten die »Königin der Instrumente« entscheidend weiter. Diese frühen Pioniere prägen die Orgellandschaft der Stadt bis heute. In ihrer ganzen Pracht sind die großen Hamburger Orgeln alljährlich beim großen Orgelsommer zu erleben – in diesem Jahr nehmen sie zudem mit der Elbphilharmonie-Orgel ein neues Mitglied in ihren Kreis auf.

Daniel Kaiser / Eberhard Lauer / Cornelia Monske / Die Lange Nacht der Orgel
Daniel Kaiser / Eberhard Lauer / Cornelia Monske / Die Lange Nacht der Orgel © Claudia Höhne

AUFTAKT ZUM ORGELSOMMER

Der Hamburger Orgelsommer ist eine Veranstaltungsreihe der fünf Hamburger Hauptkirchen und des katholischen Marien-Doms. Den Auftakt des 50 Konzerte umfassenden Programms bildete am 17. Juni die »Lange Nacht der Orgel« im Großen Saal der Elbphilharmonie. Bis weit nach Mitternacht nahmen die Organisten der Hamburger Hauptkirchen sowie der Musikhochschule abwechselnd an der neuen Konzerthausorgel Platz, um sie in all ihren Facetten zu präsentieren.

DAS ERÖFFNUNGSKONZERT

Die Lange Nacht der Orgel
Die Lange Nacht der Orgel © Claudia Höhne

Das rund sechsstündige Programm bot einen spannenden Querschnitt durch die gesamte Repertoiregeschichte des Instruments – von Bachs berühmter d-Moll-Toccata bis zu einem Werk des klangsinnlichen französischen Komponisten Olivier Messiaen. Hier drei Werk-Empfehlungen zum Nachhören:

DER KLASSIKER

Johann Sebastian Bach: Toccata und Fuge d-Moll

J.S. Bach

Der Orgel-Hit schlechthin. Johann Sebastian Bach, größter Orgelkomponist aller Zeiten, schrieb das Werk vor mehr als 300 Jahren, vermutlich noch vor seinem 20. Geburtstag. Davor wanderte er als Schuljunge mehrfach aus Lüneburg nach Hamburg, um die Orgel in St. Katharinen zu hören. Die Anfangsmelodie erklingt in unzähligen Filmen und gehört zu den wohl bekanntesten Melodien der Klassik.

FEIERLICH-VIRTUOS

Charles-Marie Widor: Adagio und Toccata / aus: Sinfonie Nr. 5 f-Moll op. 42/1

Charles-Marie Widor

Ein weiteres Werk eines großen Pariser Organisten: Charles-Marie Widor war 64 Jahre lang als Titularorganist der Kirche Saint-Sulpice im 6. Pariser Arrondissement tätig. Der letzte Satz seiner 5. Orgelsinfonie gehört neben Bachs Toccata zu den berühmtesten Werken der Orgelmusik. Die virtuose Schlusssatz zeigt die technischen Innovationen jener Zeit: Nur durch die neuen Entwicklungen im Orgelbau konnten solch schnelle Motive überhaupt gespielt werden.

TRANSKRIBIERTER VOGELGESANG

Olivier Messiaen: Communion, Les oiseaux et les sources / aus: Messe de la Pentecôte

Olivier Messiaen

Neben dem Orgelspiel hatte Olivier Messiaen noch eine zweite große Leidenschaft: Vögel. Rund 700 Arten konnte der Pariser Komponist und Organist an ihrem Ruf unterscheiden. Er nannte sie »die größten Künstler unter den Lebewesen« und nutzte sie immer wieder als Inspiration für seine Werke – so auch in seiner 1950 komponierten Messe, in der den Vogelgesang als Symbol für göttliche Größe darstellt.

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