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Der Tag der Orgel in der Elbphilharmonie

Am 11. Februar 2018 bekommt die Königin der Instrumente noch einmal ihre ganz eigene Bühne.

Ich glaube, diese Orgel kann alles.

Organistin Iveta Apkalna

Mozart nannte sie die »Königin der Instrumente« – In der Elbphilharmonie ist sie 15 mal 15 Meter groß, wiegt 25 Tonnen und wurde von 45 Orgelbauern in 25.000 Arbeitsstunden hergestellt. Eine Majestät, geboren in der Werkstatt von Orgelbauer Philipp Klais in Bonn, die beim Tag der Orgel in Präsentationen und einem moderierten Konzert im Mittelpunkt steht. 

Iveta Apkalna

Die Stimmung der Orgel

Wie jedes Instrument muss auch die Orgel vor dem Spielen erst gestimmt werden. Doch wo Gitarristen an ihren sechs Schrauben drehen und Trompeter kurz am Stimmzug ruckeln, muss hier ein ganzes Team ran. Denn die neue Orgel der Elbphilharmonie besteht aus 4.765 Pfeifen; und damit am Ende jede einzelne im Großen Saal genau so klingt wie Orgelbauer Philipp Klais es sich vorstellt, braucht es tausende Handgriffe – und viel Ausdauer.

Drei Monate dauerte der Aufbau der Orgel im Großen Saal und als sämtliche Pfeifen am rechten Platz standen und funktionierten, war die Arbeit der Orgelbauer immer noch nicht abgeschlossen: Jede einzelne Pfeife musste noch einmal überprüft und ihr Klang in Millimeterarbeit exakt auf den Raum eingestellt werden.

Philipp C.A. Klais

Eine Abstimmungsarbeit die sich nach Ansicht von Titularorganistin Iveta Apkalna gelohnt hat: »Ich glaube, diese Orgel kann alles! Sie ist warm und rund, mit ganz vielen schönen Grundtönen, die von überall und aus der Tiefe kommen. Dieser Klang umarmt die Leute«.

Ein aufregender Saal braucht eine ebenso aufregende Orgel!

Orgelbauer Philipp Klais

Man spürt diese Orgel. Schon wenn man das Instrument anschaltet, merkt man, wie es atmet und die Muskeln anspannt und sich bereit macht, den Saal mit Musik zu erfüllen.

Thomas Cornelius, Organist und Komponist

Die Grundtöne verteilen sich im Saal wie Schaum und wärmen die Ohren.

Iveta Apkalna

Das kleine Orgellexikon

Abstrakte: Schmale Holzleiste, die den Tastendruck zu den Ventilen der Orgel überträgt
Fernwerk: Pfeifen, die sich fern von der eigentlichen Orgel befinden – im Falle der Elbphilharmonie-Orgel im Reflektor über der Bühne – und für besondere Klangeffekte sorgen
Manuale: Die „Klaviaturen“ der Orgel; meist versetzt übereinander angeordnet
Pedale: Mit den Füßen zu spielende Tastatur; historisch meist für Basstöne genutzt
Prinzipale: Die wichtigsten Orgelregister, die den Kernbestand jeder Orgel bilden
Prospekt: Sichtbare Frontseite der Orgel
Register: Pfeifen gleicher Klangfarbe, vom Organisten gezielt wählbar
Schwellwerk: Teilwerk der Orgel; traditionell ein Holzkasten, dessen Vorderseite sich öffnen und schließen lässt, um die Lautstärke zu regulieren
Traktur: Gesamtes Übertragungssystem vom Spieltisch bis zu den Ventilen der Pfeifen; mechanisch, pneumatisch oder elektrisch
Werke: Verschiedene Baugruppen der Orgel, meist gegliedert nach Pfeifentyp
Wind: Luft, die beim Spielen durch die Orgel strömt
Windlade: Verteilt den Wind auf Pfeifen gleicher Tonhöhe

Übrigens: Die deutsche Orgelkultur gehört nun zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO, mehr dazu im ARD-Beitrag vom 7.12.2017.

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