Frank Peter Zimmermann
Frank Peter Zimmermann / NDR Elbphilharmonie Orchester

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am 8.10.2026 um 20 Uhr

Wenn Frank Peter Zimmermann ein Violinkonzert spielt, steht nicht allein die Virtuosität im Mittelpunkt, sondern vor allem die Intensität des musikalischen Ausdrucks. Mit William Waltons Violinkonzert widmet sich der Ausnahmegeiger einem Werk, das zwischen lyrischer Innigkeit, tänzerischer Leichtigkeit und großer orchestraler Farbigkeit changiert. 

Den Auftakt bildet Missy Mazzolis »Orpheus Undone«, in dem die NDR Residenzkünstlerin den antiken Orpheus-Mythos zum Ausgangspunkt für eine musikalische Reflexion über Verlust, Schock und den vergeblichen Wunsch, einen entscheidenden Augenblick zurückdrehen zu können, nimmt.

Nach der Pause führt Alan Gilbert das NDR Elbphilharmonie Orchester schließlich zu Mozarts »Jupiter«-Sinfonie. Ihre kunstvoll verwobenen Stimmen, die tänzerische Energie und die geradezu schwerelose Klarheit des Finales bilden einen faszinierenden Kontrast zur modernen Klangsprache Mazzolis und zu Waltons farbenreichem Violinkonzert.

Besetzung

NDR Elbphilharmonie Orchester

Frank Peter Zimmermann Violine

Dirigent Alan Gilbert

Programm

Missy Mazzoli
Orpheus Undone

William Walton
Konzert für Violine und Orchester

– Pause –

Wolfgang Amadeus Mozart
Sinfonie C-Dur KV 551 »Jupiter«

Über das Programm

Das Schicksal im Mythos ist unwiderruflich: Orpheus hatte eine letzte Gelegenheit, seine Geliebte Eurydike aus der Unterwelt zu befreien, und scheiterte, weil er sich nach ihr umsah. Umso schwerer, sich nach der verpatzten Chance mit dem Schicksal abzufinden. In ihrem 2022 uraufgeführten Werk »Orpheus Undone« beschäftigt sich die NDR Residenzkünstlerin Missy Mazzoli mit genau diesem seelischen Dilemma: Sie schrieb die Musik aus der Erfahrung heraus, dass sich in Momenten von Schock oder Trauma verschiedene Zeitgeschwindigkeiten übereinander legen – und dass man solche Momente am liebsten eben rückgängig (»undone«) machen würde...

Etwas gelassener nahm der britische Komponist William Walton seinen persönlichen Schockmoment während eines Aufenthalts im italienischen Ravello 1938: Als der arme Mann dort von einer Tarantel gestochen wurde, war ihm die unangenehme Erfahrung eine willkommene Anregung für sein Violinkonzert. In das hochvirtuose Scherzo des Stücks schob er prompt eine »regelrecht verrückte« Tarantella-Passage ein... Ansonsten ist das hierzulande selten gespielte Werk aber völlig seriös, ja, »eines der besten Violinkonzerte, die je geschrieben wurden«, wie der Dirigent der Uraufführung durch den Widmungsträger Jascha Heifetz schwärmte. Nun nimmt sich der »Heifetz unserer Zeit«, Ausnahmegeiger Frank Peter Zimmermann, dieser großartigen Entdeckung an.

Zum Abschluss des Programms dirigiert Chefdirigent Alan Gilbert Wohlbekanntes: Als »Appell an die Ewigkeit« seien die drei letzten Sinfonien Mozarts entstanden, schrieb einmal der Mozart-Forscher Alfred Einstein. Warum der Komponist diese anspruchsvollen Werke drei Jahre vor seinem Tod in Angriff nahm, ist ungeklärt. Einem konkreten Auftrag folgte er jedenfalls nicht. Vermutlich also wollte er der Nachwelt einfach ein Denkmal seines Könnens setzen – und was für eines! Das Finale der C-Dur-Sinfonie Nr. 41 erklärte man nicht lange nach Mozarts Tod zum »Triumph der neuen Tonkunst«. Wie selbstverständlich war es Mozart hier gelungen, eine Art »Kunst der Fuge« zu schreiben, die auf unnachahmliche Weise das Schwere leicht macht.

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