»Beyond the Screens«

Das City Digital Skin Art Festival auf der Media Wall der Elbphilharmonie 2025

Internationale Medienkunst für die LED-Wall im Eingangsbereich der Elbphilharmonie

Medienfassade als lebendiges Archiv: Zum zweiten Mal zeigt die Media Wall der Elbphilharmonie die ausgezeichneten Werke des City Digital Skin Art Festivals (CDSA). Unter dem Motto »Memory Coexistence« verhandeln die Arbeiten das immaterielle Kulturerbe unserer Gesellschaften, die unsere Beziehungen zu Natur und Kosmos auf unterschiedliche Weise prägen.

Die Ausstellung zeigt, wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in medialen Kunstwerken miteinander verschmelzen, und stellt die Frage, wie digitale Technologien Archive erweitern können, um kulturell bedeutsame Erinnerungen und Ausdrucksformen auch für kommende Generationen erfahrbar zu machen. Am Ende steht die Vision eines neuen Gleichgewichts – eines Zusammenlebens, das Menschliches, Digitales und Ökologisches miteinander verbindet.

Aus über 200 Einreichungen von Studierenden und jungen Künstler:innen aus aller Welt, wählte eine internationale Jury 50 Arbeiten aus, die nach der feierlichen Eröffnung in Mailand Ende November auch in Hamburg zu sehen sein werden.


Vom 24. bis 30.11.2025, täglich von 10-22 Uhr wird auf der Media Wall ein ausgewähltes Programm von elf künstlerischen Videoarbeiten gezeigt.

  • Über die Media Wall der Elbphilharmonie

    Wer schon einmal über die Tube (Rolltreppe) hoch auf die Plaza gefahren ist, wird sie gesehen haben: die Medienfassade der Elbphilharmonie. Aus 857.472 LEDs zusammengesetzt, zeigt sie auf einer Fläche von 18 mal 5 Metern digitale Kunstwerke und spielt Animationen und hochauflösende Filme ab.

    »Schon von weitem als hell erleuchteter Schlitz sichtbar, ist die LED-Wand als Element in der Gesamtkomposition des Hauses so konzipiert, dass sie die Besucher:innen in die Elbphilharmonie förmlich hineinzieht«, erklärt Jan Christoph Lindert vom Architekturbüro Herzog & de Meuron. »Das stets bewegte Bild und damit immerzu changierende Licht macht neugierig, weckt die Vorfreude und markiert deutlich den Eingangsbereich der Elbphilharmonie.«

    Regelmäßig kreieren Künstler:innen spezielle Kunstwerke für die LED-Fassade der Elbphilharmonie, die so einem Schaufenster für aktuelles Medienkunstschaffen wird. Darüber hinaus hat die Fläche auch einen praktischen Nutzen und kündigt an, was in der Elbphilharmonie zu erleben ist. Die programmatischen Festivals werden durch Motive und farbliche Stimmungen an der LED-Fassade auch nach außen hin sichtbar.

Video-Beiträge

Die ausgewählten Kunstwerke thematisieren Identität und Mythos, Zeitlandschaften und Vergänglichkeit sowie urbane und ökologische Lebensräume.

»Echoes of Her« :Sun Yutong

(Nanyang Technological University, Singapore / Golden Award)

Diese Arbeit ist ein digitales Porträt und beleuchtet die unterschiedlichen Rollen von Frauen als Schöpferinnen, Arbeiterinnen, Heilerinnen und Wegbereiterinnen in verschiedenen Epochen und Kulturen. Es würdigt ihre Beiträge zur gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklung sowie ihre Fähigkeit zur Gestaltung und Erneuerung. Im Mittelpunkt stehen Resilienz, Identität und Emotion als verbindende Aspekte weiblicher Ausdruckskraft.

© CDSA 2025

»Next Nature« :Jeremy Oury

(École Nationale Supérieure des Arts et Techniques du Théâtre / Silver Award)

In diesem Werk verbinden sich post-anthropozäne Zukunftsszenarien mit der Ästhetik romantischer Landschaftsmalerei und dokumentarischen Spuren realer Katastrophen. Malerische, digitale und künstlich-intelligente Bildwelten verschmelzen zu einem nachdenklichen Panorama kollektiver Verantwortung.

© CDSA 2025

»Shadings of Memory« :Milkorva

(Nicolas Michel, Paris 1 Panthéon-Sorbonne University / Silver Award)

In »Shadings of Memory« entstehen aus digitalen 3D-Scans Landschaften, die sich beständig verschieben und ineinanderfließen. Die visuellen Transformationen veranschaulichen die Fragilität und Wandelbarkeit von Erinnerung. Die Arbeit verbindet technologische Präzision mit poetischer Reflexion über das Verhältnis von Raum, Zeit und Gedächtnis.

© CDSA 2025

»Eternal Flux« :Tan Yu Yan Cheerie

(NTU Singapore / Silver Award)

Die Arbeit versteht chinesische Landschaftsästhetik als kontemplative Reflexion über Wandel und Zeit. Aus der zweidimensionalen Bildwelt der Schriftrolle erwachsen architektonische Formen, in denen sich traditionelle und moderne Elemente begegnen. So entsteht ein fließender Übergang zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Imagination und gebauter Realität.

© CDSA 2025

»Mumbai Miniatures« :Pranjal Shah

(NTU Singapore / Bronze Award)

In »Mumbai Miniatures« Mumbai erscheint die größte Stadt Indiens als detailreiche Miniaturwelt, in der surreale Elemente den Blick auf das Alltägliche verfremden und vertiefen. Die Arbeit versteht sich als Liebeserklärung an die pulsierende, widersprüchliche Energie der Metropole. Zwischen Realität und Imagination entfaltet sich ein vielschichtiges Porträt urbaner Intensität.

© CDSA 2025

»Medit Realms« :Suqi & Koi

(China Academy of Art / Bronze Award)

In dieser Arbeit entstehen hybride Ökosysteme, in denen menschliches und nicht-menschliches Leben mit Virtualität und algorithmischen Strukturen verschmilzt. Sie erkundet neue, nicht-anthropozentrische Formen des Zusammenlebens und hinterfragt etablierte Vorstellungen von Natur und Technologie. So öffnet sich ein spekulativer Raum, in dem ökologische und digitale Prozesse ineinandergreifen.

© CDSA 2025

»Self-Indulgent City« :Ying Xiaoliang Ni Chen

(Bronze Award)

Diese Arbeit untersucht die Stadt als kollektiven Speicher. Mithilfe generativer Algorithmen und 3D-Technologien werden Gebäude zu Trägern von Erinnerungen, die sich in virtuellen Schichten materialisieren.

© CDSA 2025

»IVY« :Riccardo Giovinetto

(Experimental Award)

Dieses Werk transformiert Ghirlandaios Renaissance-Porträt in einen pulsierenden Datenstrom, in dem historische Bildtradition und digitale Prozesse ineinandergreifen. Zwischen malerischer Oberfläche und algorithmischer Struktur entfaltet sich ein dialogisches Spiel von Geschichte und Gegenwart. So entsteht eine visuelle Reflexion über die Instabilität von Identität im Zeichen technologischer Transformation.

© CDSA 2025

»Caravans of Memory« :Leah Teresa Chakola

(NTU Singapore / Creative Award)

In Anlehnung an die historische Seidenstraße entfaltet sich in »Caravans of Memory« ein Netz aus Erzählungen, Symbolen und Gesten, das sich zu einem lebendigen Archiv verdichtet und zu einem fortwährenden Prozess des Erinnerns und Neuformens einlädt. 

© CDSA 2025

»Nuwa« :Ong Sze Ching

(NTU Singapore / Business Award)

Ausgangspunkt dieser Arbeit ist der mythologische Kosmos der chinesischen Göttin Nuwa, deren Erzählung sich in unterschiedlichen kulturellen Kontexten wandelt. Die Künstlerin überträgt die überlieferten Narrative in digitale Formen der Imagination, die zwischen Tradition und zeitgenössischer Neuschöpfung vermitteln. So entsteht ein visueller und konzeptueller Raum, in dem mythologische Ursprünge, Transkulturalität und digitale Ästhetik miteinander in Dialog treten.

© CDSA 2025

»Mycelium Lamp« :Zork Art

(Zheng Haiyu / Business Award)

Das Werk zeigt eine Leuchte aus lebenden Pilzstrukturen, in der organisches Wachstum Teil des gestalterischen Prozesses wird. Der sichtbare Lebenszyklus offenbart Formen von Vergänglichkeit und Regeneration. Zugleich verweist die Installation auf verborgene Netzwerke, die Natur und Objekt zu einem symbiotischen Ganzen verbinden.

© CDSA 2025

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