Internationales Musikfest Hamburg

»Hoffnung« lautet dieses Mal das übergreifende Motto des Internationalen Musikfests Hamburg, das traditionell zum Saisonende hin für eine programmatische Verdichtung des ohnehin erstklassigen Konzertangebots der Hansestadt sorgt. Wieder steuern sowohl die Hamburger Orchester als auch hochkarätige Gäste dramaturgisch maßgeschneiderte Projekte bei, die überregionale Strahlkraft entfalten.

Mit der Wahl des Leitthemas reagiert das Musikfest einmal mehr auf aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklungen. Denn Hoffnung, der unbeirrbare Glaube an eine bessere Zukunft, ist wohl einer der stärksten menschlichen Wesenszüge. Und gerade angesichts globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel oder der Corona-Pandemie scheint er notwendiger denn je.

Auch die Musikgeschichte ist voller Beispiele für ungebrochenen, kämpferischen Optimismus: Beethoven etwa, dessen Fünfter Sinfonie man anhört, dass er angesichts seiner einsetzenden Taubheit »dem Schicksal in den Rachen greifen« wollte. Oder Händel, der die Befreiung Israels aus der ägyptischen Gefangenschaft samt Zug durchs Rote Meer in opulente Töne kleidete.

Auch die mittelalterliche Sagenfigur Genoveva, die Schumann zur Titelheldin seiner einzigen Oper machte, bleibt angesichts ehrverletzender Vorwürfe standhaft und hofft auf ein Happy End. Immer davon ausgehen sollte man freilich nicht.

Davon können Porgy und Bess ein bluesiges Liedchen singen, die tragischen Helden von Gershwins gleichnamiger Jazz- Oper. Die halbszenische Aufführung unter der Leitung von NDR-Chefdirigent Alan Gilbert tritt die Nachfolge spektakulärer Musikfest-Produktionen wie »Le Grand Macabre« an. Andererseits: Dass die Hoffnung sprichwörtlich zuletzt stirbt, wissen Hamburger ja spätestens seit der Baugeschichte der Elbphilharmonie …

Gefördert durch die Kühne-Stiftung, die Stiftung Elbphilharmonie und den Förderkreis Internationales Musikfest Hamburg