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Zu Gast: Die Berliner Philharmoniker

Berühmter Besuch aus der Hauptstadt: Die Berliner Philharmoniker begeistern in der Elbphilharmonie.

Kristallklarer Orchester-Surround-Sound, ein Energiebündel am Pult und freudestrahlende Gesichter im Publikum: Die Berliner Philharmoniker, Deutschlands Klassik-Botschafter Nr. 1, gaben mit ihrem Gastdirigenten Yannick Nézet-Seguin am 17. Februar ein fulminantes Konzert im Großen Saal der Elbphilharmonie.

Der Klang in der Elbphilharmonie ist unglaublich ehrlich und klar.

Yannick Nézet-Séguin

Doppeltes Vergnügen

Die Berliner Philharmoniker befinden sich nach dem Ende der Ära Sir Simon Rattle zur Zeit in einer Zwischenphase, bevor im Sommer Kirill Petrenko das Amt des Chefdirigenten übernimmt.

Eine gute Gelegenheit, hochkarätige Gastdirigenten aus aller Welt ans Pult zu holen: Den Frankokanadier Yannick Nézet-Séguin, Überflieger der jungen Dirigentengeneration, luden die Musiker gleich zu einer ganzen Europa-Tournee ein, in deren Rahmen sie nun auch in der Elbphilharmonie Station machten.

Die Berliner Philharmoniker: Backstage in der Elbphilharmonie

Programm: Meereswogen ...

Großartig, wie die Holzbläser sangen, wie satt und sanft zugleich das Blech aus der Tiefe des Raums losdonnerte, wie raffiniert das Tutti Mitdenken demonstrierte.

Joachim Mischke (Hamburger Abendblatt)

Man hört hier die Stecknadel fallen.

Martin Heinze, Kontrabass

Die akustischen Möglichkeiten des Großen Saals lotete das Spitzenorchester mit zwei gänzlich verschiedenen Werken aus: Auf Claude Debussys von der Natur der See inspiriertes Werk »La Mer« (Das Meer) folgte Sergej Prokofjews klanggewaltige Fünfte Sinfonie.

»Meine Musik ist keine direkte Nachahmung der Natur«, schrieb Debussy einst, »sondern seelische Übertragung dessen, was in der Natur nicht sichtbar ist« Und so tauchten die Musiker den Großen Saal in »La Mer« in ein rauschendes Bad aus Klangfarben, in dem flüchtige Schemen in den Einzelstimmen sich wie Lichtreflexionen zu einem konturlosen Fluss der Musik verbanden. Joachim Mischke vom Hamburger Abendblatt befand: »Großartig, wie die Holzbläser sangen, wie satt und sanft zugleich das Blech aus der Tiefe des Raums losdonnerte, wie raffiniert das Tutti Mitdenken demonstrierte.«

Yannick Nézet-Seguin und die Berliner Philharmoniker
Yannick Nézet-Seguin und die Berliner Philharmoniker © Michael Trippel

... und Faustschläge

Ganz anders die zweite Hälfte, in der die Berliner den Saal unter Nézet-Seguins Händen zum Beben brachten. Mit der Fünften Sinfonie von Sergej Prokofjew hatten sie sich einen sinfonischen Kracher vorgenommen, der – in der Sowjetunion als Manifest des Triumphes über die deutsche Wehrmacht gefeiert – die gesamte Bandbreite zwischen Militärgetöse, zarter Gefühlsregung und schockhaften Ausbrüchen, zwischen Totenklage und Tanz aufbietet. Die Gäste aus Berlin zollten dem Tribut: virtuos, scharfkantig, mit brillanten Einzelleistungen und einem bombastischen Schlussspurt. Das Publikum quittierte mit stürmischem Applaus. In Hamburg freut man sich schon jetzt auf ein Wiedersehen.

Ich liebe den Saal!

Albrecht Mayer, Solo-Oboist

Proben über den Dächern Hamburgs

Wer so spielen kann, hat sich gut vorbereitet. Mor Biron, Fagottist der Berliner Philharmoniker, suchte sich für seine Einspielübungen einen ganz besonderen Ort aus: das Dach der Elbphilharmonie.

Auf’s Dach gestiegen: Berliner Fagottist in der Elbphilharmonie

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