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Saison 2019/20 – Die Highlights

Viele Highlights, wenig Zeit – wir haben da mal einen kleinen Teil der Elbphilharmonie Saison für euch zusammengefasst!

Mit über 2 Millionen Konzertgästen und rund 10 Millionen Besuchern auf der Plaza seit der Eröffnung im Januar 2017 geht die Elbphilharmonie mit einem äußerst reichhaltigen und vielfältigen Programm in die Konzertsaison 2019/20.

SAISON 2019/20
SAISON 2019/20

Die Elbphilharmonie präsentiert in ihrer vierten Saison Musik aus Großbritannien, rückt die Komponisten Weinberg, Xenakis, Chin, Reiter und Gubaidulina ins Zentrum, spielt Händel satt, gratuliert Beethoven zum Geburtstag und hat noch sehr viel mehr zu bieten.

Noch mehr zur Elbphilharmonie Saison 2019/20 findet sich auch hier:

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Erneut sind rund 380 Konzerte (von insgesamt rund 1.250 Veranstaltungen in Elbphilharmonie und Laeiszhalle) im Großen Saal der Elbphilharmonie geplant, dessen Auslastung nach wie vor bei praktisch 100 Prozent liegt.

Aus gegebenem Anlass: »Britain Calling«

Während die Welt weiterhin von der scheinbar unendlichen Brexit-Saga in Atem gehalten wird, widmet die Elbphilharmonie unter dem Titel »Britain Calling« der neueren klassischen Musik von der Insel ein mehrtägiges Festival. Kristallisationspunkt dabei ist das City of Birmingham Symphony Orchestra, das im Jahr 2020 seine dann 100 Jahre zurückliegende Gründung feiert. Seit Februar 2016 ist die Litauerin Mirga Gražinytė-Tyla Chefdirigentin. Ihr umjubeltes Elbphilharmonie-Debüt im Dezember 2017 war der Anlass für die Einladung zu dieser umfassenden Residenz.

Das Orchester, dessen erstes Konzert 1920 von Sir Edward Elgar dirigiert wurde, katapultierte sich vor bald 40 Jahren unter der Leitung von Simon Rattle an die vorderste Liga der internationalen Orchester. Seitdem hält das CBSO, zuletzt mit Andris Nelsons als Chefdirigent, seinen Rang als bedeutendstes Orchester Großbritanniens außerhalb von London.

Mirga Gražinytė-Tyla leitet in der Elbphilharmonie drei Konzerte des CBSO im Großen Saal (7.-9.10.) sowie am Eröffnungsabend die Birmingham Contemporary Music Group im Kleinen Saal (6.10.). Auf dem Programm stehen durchweg in den letzten 100 Jahren entstandene Werke britischer Herkunft, von Edward Elgar und William Walton bis George Benjamin und Rebecca Saunders, wobei das Programm mit einigen Entdeckungen aufwartet, wie etwa der Zweiten Sinfonie von Ruth Gipps (1945).

Händel with Care

Oratorien und Opern des Hallenser Meisters aus seiner Londoner Zeit

Vor der Eröffnung der Elbphilharmonie hätte kaum jemand vorherzusagen gewagt, wie wunderbar sich der Große Saal auch für Barockmusik, Oratorien und konzertante Opernaufführungen eignet. Weil dessen Akustik auch in diesem Repertoire einige ihrer großen Stärken ausspielen kann, bietet die neue Saison hier gleich vier Referenzwerke von Georg Friedrich Händel, einem der Größten seiner Zeit. Und alle sind exzellent besetzt.

Giovanni Antonini bringt mit dem Orchester der Mailänder Scala und Cecilia Bartoli, Bejun Mehta, Philippe Jaroussky sowie weiteren Solisten einen Traum-Cast für »Giulio Cesare« auf die Bühne (5.11.). Kaum drei Wochen später schart Marc Minkowski mit seinen Musiciens du Louvre und Marianne Crebassa in der Titelrolle einige der besten Sängerinnen und Sänger der jüngeren Generation für »Ariodante« um sich (22.11.). Der NDR Chor, Solisten und Holland Baroque bringen unter der Leitung von Klaas Stock den »Messiah« zur Aufführung (22.3.). Und Harry Bicket geleitet vom Cembalo aus sein English Concert mit Lucy Crowe in der Titelpartie durch »Rodelinda« (23.4.).

Am Händel-Reigen hat auch die Laeiszhalle gewichtigen Anteil: Zum einen eröffnet Thomas Hengelbrock seine Residenz mit dem Balthasar Neumann Chorund -Ensemble in Hamburg hier im Großen Saal mit »Dixit Dominus«, einer Psalmvertonung, die Händel als junger Mann in seiner Zeit in Italien schrieb. Außerdem wurde Ivor Bolton eingeladen, Händels Oratorium »Alexanderfest« mit dem Concerto Köln und dem ChorWerk Ruhr im Rahmen der Reihe Das Alte Werk in der Laeiszhalle aufzuführen (14.11.).

»Eine barocke Odyssee« schließlich verspricht das französische Spezialistenensemble für Alte Musik Les Arts Florissants, das 2019 sein 40-jähriges Bestehen feiert. Auf dem Programm seines Debüts im Großen Saal der Elbphilharmonie stehen Auszüge von Opern von Rameau, Lully, Charpentier, Purcell – und Händel. Die Leitung teilen sich William Christie und Paul Agnew, zu den Gesangssolisten zählt auch Sandrine Piau (Sopran).

MEHR: Alte Musik in Elbphilharmonie & Laeiszhalle

Bei zwei Festivals, deren Programm im Detail erst am 20.6. bzw. am 22.10. bekanntgegeben wird, richtet die Elbphilharmonie ihre Aufmerksamkeit auf zwei sehr unterschiedliche regionale Musikkulturen. »Ganz Wien« (28.2.-1.3.) nimmt all das Abseitige, Morbide, Humorgetränkte und musikalisch Unverwechselbare in den Blick, das das Wienerlied zur Weltkultur beiträgt und versichert sich dabei der kundigen Unterstützung von Musikern und Ensembles wie Willi Resetarits, Ernst Molden, Der Nino aus Wien, Neue Wiener Concert Schrammeln, Sigrid Horn oder 5/8erl in Ehr’n.

Beim schon zur Tradition gewordenen Osterfestival kann sich das Publikum diesmal auf die Klangspuren entlang der von Legenden und Mythen, von Handel, kulturellem Austausch und Völlkerverständigung gleichermaßen geprägten »Seidenstraße« begeben (9.-14.4.). Zwei Konzerte sind bereits veröffentlicht: Am Gründonnerstag führen die Symphoniker Hamburg mit der Internationalen Chorakademie Lübeck und Solisten die »Buddha Passion« von Tan Dun unter der Leitung des Komponisten auf, am Dienstag nach Ostern bringt die usbekische Sängerin Gulzoda Khudoynazarova Lieder in der Tradition der Shashmaqam aus Usbekistan an die Elbe (14.4.).

Vielfalt und Fülle: das Education-Programm

Gewohnt umfangreich und dabei ständig in Weiterentwicklung begriffen: So ließe sich das Education-Programm der Saison 2019/20 zusammenfassen. Weiterhin gibt es eine Fülle an Funkelkonzerten, hübsch nach Kleidergrößen sortiert von XS für die Allerkleinsten von 0-1 Jahr vormittags im Elbphilharmonie Kaistudio oder in ausgewählten externen Spielorten bis zu XXL für Jugendliche ab 14 Jahren abends im Großen Saal. Hinzu kommen zahlreiche Schulkonzerte und Kitakonzerte.

Die Elbphilharmonie Instrumentenwelt bietet eine Fülle attraktiver Workshops, bei denen sich Instrumente aller Art unmittelbar ausprobieren und in einem ersten Zusammenspiel mit anderen erleben lassen. Neu in der kommenden Saison ist ein Workshop mit Modularen Synthesizern für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene. Die fünf Mitmach-Ensembles Publikumsorchester, Familienorchester, Kreativorchester, Gamelan-Ensemble und Chor zur Welt laden weiterhin zu musikalischem Austausch und Weiterentwicklung im kollektiven Spiel ein.

Ein groß angelegtes Community-Projekt für Jugendliche ab 16 Jahren und Erwachsene unter dem Titel »Lieder der Seidenstraße« mündet in einen Konzertauftritt im Großen Saal im Rahmen des Festivals »Seidenstraße« (11.4.), und eine weitere Lange Nacht des Singens versetzt das ganze Haus am 13.6. in gute Schwingungen.

MEHR: das Kinder- und Familienprogramm

Mehr zur Saison 2019/20

All that Jazz – ...

Das Jazzprogramm der kommenden Saison ist von auffallend vielen Musikerinnen geprägt und bereitet weiterhin vorranging dem Klavier die Bühne. So gibt die Virtuosin Hiromi ihr Debüt im Großen Saal in der Reihe Jazz at the Phil (12.11.). Carla Bley, mittlerweile fast schon so etwas wie eine lebende Legende der improvisierten Musik, eröffnet mit ihrem Trio die Reihe Piano Jazz im Kleinen Saal der Laeiszhalle (30.9.). Dort ist auch das Julia Kadel Trio (27.1.) aus Berlin zu erleben, außerdem gastieren auch die Trioformationen der Pianisten Fred Hersch (28.10.) und Shai Maestro (20.11.), die beide noch nie in dieser Reihe aufgetreten sind.

Ebenfalls im Kleinen Saal der Laeiszhalle treten drei von Frauen geleitete New-York-Projekte auf: Die Band Code Girl der Gitarristin Mary Halvorson (15.10.), das exzellent besetzte New York Trio der polnisch-deutschen Saxofonistin Angelika Niescier (31.1.) und das Trio der Schweizer Pianistin Sylvie Courvoisier mit ebenso prominenten Begleitern (22.3.).

MEHR: Jazz in Elbphilharmonie & Laeiszhalle

In der Elbphilharmonie sind erneut die beiden Großmeister Brad Mehldau (12.3.) und Chick Corea (27.3.) mit ihren Trios zu erleben, außerdem gibt der österreichische Gitarrist Wolfgang Muthspiel nach wiederholten Besuchen im Kleinen Saal nun mit seinem Large Ensemble ein Debüt im Großen Saal. Wie gut sich der für Jazz eignet, hat Branford Marsalis bereits wiederholt erfahren. Erstmals kommt nun auch sein Trompete spielender Bruder Wynton Marsalis mit seinem Jazz at Lincoln Center Orchestra in die Elbphilharmonie (12.2.).

... UND MANFRED EICHER GESTALTET DEN »REFLEKTOR«

ECM Records – mit diesem Namen ist eine Musik verbunden, die oft von einer besonderen Aura umgeben scheint. Galionsfiguren des Labels sind sowohl Musiker aus dem Bereich des Jazz als auch aus der Klassik (ECM New Series): Keith Jarrett, Jan Garbarek, Eberhard Weber oder das Art Ensemble of Chicago, aber auch Arvo Pärt, Sir András Schiff oder Kim Kashkashian. In diesem Jahr feiert ECM sein 50jähriges Bestehen.

Als Manfred Eicher, Gründer und stilprägender Produzent nahezu aller Aufnahmen, 1969 mit seiner Arbeit begann, war er Mitte 20; von Anfang übertrug an er die Qualitätsstandards, die damals an Aufnahmen und Plattenpressungen von klassischer Musik gelegt wurden, auf die improvisierte Musik und versah seine Veröffentlichungen auch visuell mit einer Ästhetik, die sich ebenso rasch zum Qualitätssiegel entwickelte. Im Lauf der Jahrzehnte entstand ein unvergleichlicher Katalog aus bedeutenden Schallplattenaufnahmen, von denen sehr viele bis heute verfügbar sind.

Im Februar gestaltet Manfred Eicher vier Tage lang den »Reflektor« der Elbphilharmonie (3.-6.2.). Fans dürfen sich auf eine bis ins Detail überlegte und aufeinander abgestimmte Mischung aus Künstlern und Spielformen zeitgenössischer Musik freuen, auf Projekte, die Eicher besonders am Herzen liegen. Das Programm wird am 20. Juni bekanntgegeben.

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