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Die Länder des Kaukasus

Ein musikalisches Länderporträt von Armenien, Aserbaidschan und Georgien

Festival Kaukasus

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Vom 28. März bis 3. April sind Künstler aus dem südlichen Kaukasus zu Gast in der Elbphilharmonie. Sie spielen Musik aus Georgien, Armenien und Aserbaidschan, die so facettenreich ist wie die benachbarten Länder selbst.

Georgien

Kaum so groß wie Bayern, ist Georgien landschaftlich so vielfältig wie mancher Kontinent: Dank gewaltiger Höheunterschiede kommen hier vereiste Gletscher und Meeresstrand, trockene Halbwüsten, dichte Laubwälder und blühende Täler zusammen.

Im Volksmund nennt man Georgien gerne den »Balkon Europas«. Denn die Wurzeln des Landes sind eng mit der antiken Mythologie verbunden: Was heute westliches Staatsgebiet ist, war vor gut zweieinhalbtausend Jahren das Königreich Kolchis, Schauplatz zahlreicher Sagen, zum Beispiel von Prometheus, die heute als Ursprung der europäischen Geistesgeschichte gelten.

Berühmt sind die Georgier aber auch für ihren uralten und unverkennbaren mehrstimmigen Gesang, der, älter als jede europäisch-mehrstimmige Musik, auch in der Kirchenmusik verbreitet ist. Das georgische Aznash Ensemble widmet sich am 31. März in der Elbphilharmonie außerdem tschetschenischer Volksmusik.

Was die Georgier singen, ist wichtiger als alle Neuentdeckungen der modernen Musik. Es ist unvergleichlich und einfach. Ich habe nie etwas Besseres gehört.

Igor Strawinsky

Aserbaidschan

Kunstvoll verzierte Teppiche, Seidentücher und Kupfergeschirr – schon vor Jahrhunderten war Aserbaidschan berühmt für sein Kunsthandwerk. Während das Land seine Kostbarkeiten einst über die Seidenstraße zu den großen Adelspalästen Europas exportierte, prägten seine Kultur vor allem die persische und arabische Welt. Denn schon im 6. und 7. Jahrhundert verbreiteten Eroberer den Islam, der die Region fortan mit ihren islamischen Nachbarn verband. So kunstvoll wie das Handwerk ist auch die traditionelle Musik Aserbaidschans: Muğam. Hochvirtuos, komplexen Regeln folgend und ausschließlich mündlich überliefert gehört die Gesangskunst heute zum Unesco-Weltkulturerbe.

Der berühmteste Muğam-Sänger ist Alim Qasimov. Am 1. April kommt er mit seinem Ensemble in die Elbphilharmonie.

Alim Qasimov, Muğam-Sänger

Armenien

Vor über 1700 Jahren machte Armenien erstes Land überhaupt das Christentum zur Staatsreligion. Davon zeugen noch heute steinerne Wegeskreuze, zwergenhafte Kirchen und uralte Bauten wie das im 4. Jahrhundert in einer Felsschlucht errichtete Kloster Geghard. Auch die Musik des Landes ist von liturgischen Gesängen und archaisch klingenden Tonfolgen, die von mittelalterlichen Kirchengesängen stammen, geprägt. Als Nationalinstrument gilt das Duduk, eine Flöte mit doppeltem Rohrblatt mit einem dunklen, weichen Klang.

Am 3. April im Großen Saal zu Gast: Der Chor des armenischen Geghard Klosters:

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